Bildungspotenzial Film

Sie bringen uns zum Lachen oder zum Weinen. Sie zeigen uns neue Perspektiven auf und konfrontieren uns mit Themen, die bislang nicht in unserem Leben präsent waren. Sie machen nachdenklich. Filme sind mehr als Action, Horror oder Romantik und mehr als Ablenkung vom langen Schulalltag – wenn wir sie als Chance begreifen, neue Lernräume zu öffnen und mit Kindern und Jugendlichen über das Medium ins Gespräch zu kommen. Filmbildung fördert nicht nur Medienkompetenz, sondern auch ästhetisches Bewusstsein, Urteilsfähigkeit und Perspektivwechsel.  

„Gerade, weil wir heute ständig mit kurzen Clips auf Social Media konfrontiert sind, ist es wichtig, auch hinter die Oberfläche von Bildern zu schauen,“ erklärt Kerstin Tscherbakova, Projektleitung der SchulKinoWoche am LMZ.  

Laut dem 2014 entwickelten „Modell der Filmbildung“ gibt es drei Zugänge, um Filme ganzheitlich zu begreifen: kreativ, kritisch und kulturell. Dabei spielt die aktive Auseinandersetzung mit der Filmproduktion eine ebenso wichtige Rolle wie das reflektierte Hinterfragen der Inhalte. Wer die Gestaltungstechniken kennt, kann auch die Wirkweise der Filme besser verstehen.

Für Lehrkräfte: Filmbildung im Unterricht

Filmbildung in den Unterricht zu integrieren, muss nicht kompliziert sein. Mit dem Methodenwechsel zwischen Filmanalyse und kreativer Filmproduktion beziehen Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler aktiv mit ein und kommen leichter ins Gespräch. 

Projekte wie das Erstellen eines eigenen Trickfilms (bspw. mit der App Stop Motion Studio) vermitteln praktisch, wie Gestaltungstechniken verschiedener Filmgattungen funktionieren. Ziel sollte sein, zu verstehen, wie Filme Gefühle auslösen, wie Schnitt und Musik die Wahrnehmung lenken, welche Werte und Weltbilder transportiert werden – und wie z.B. Manipulation funktioniert. Durch das Gespräch darüber entwickeln Schülerinnen und Schüler einen kritischeren Blick und lernen, Inhalte bewusster einzuordnen, anstatt sie einfach zu konsumieren.  

Eine gute Gelegenheit hierfür bietet die SchulKinoWoche Baden-Württemberg. Der Kinobesuch wird dabei mit Begleitmaterialien, Filmgesprächen und teilweise mit Workshops vertieft.

Zur SchulKinoWoche BW

Im Unterricht über Filme sprechen

Filme für den Unterricht

Für Eltern: Filmbildung im Alltag

Ob TikTok-Videos, YouTube oder Netflix – Bewegtbilder sind das Leitmedium der jungen Generation und selbstverständlicher Teil ihrer Lebenswelt. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche nicht nur in der Schule, sondern auch im täglichen Umgang mit Filmen eine kritische Reflexion erlernen.  

Medienpädagogin Kerstin Tscherbakova empfiehlt: Gemeinsam schauen statt nebeneinander – indem Sie zusammen über den Film und seine Machart nachdenken. In Animations- und Kinderfilmen sind die Stilmittel häufig sehr klar erkennbar. Es gibt aber keine „richtige“ Filmauswahl. Wichtiger ist die richtige Haltung.

Folgende Fragen können als Gesprächseinstieg helfen: 

  • Was hat dir gefallen und warum? 

  • Wie wurde die Spannung aufgebaut? 

  • Welche Figur fandest du spannend? 

  • Was würdest du als Regisseurin oder Regisseur anders machen? Was hat dir gefehlt?

Auch als Elternteil können Sie kreativ werden. Drehen Sie gemeinsam mit ihren Kindern kurze Clips mit dem Handy und reflektieren dabei die Möglichkeiten der Inszenierung und Wirkung.

Filmdatenbank für Eltern, Lehrkräfte und Kinder

Laura Kerling

Diese Seite teilen: