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Mit alternativen Suchmaschinen den digitalen Fußabdruck verkleinern

Das neue Jahr ist da und mit ihm jede Menge guter Vorsätze für 2023: Mehr Sport treiben, weniger Junkfood essen oder mehr Zeit mit der Familie verbringen zählen zu den Klassikern unter den Neujahrsvorsätzen. Doch warum nicht einmal einen Vorsatz fürs digitale Leben fassen? Wir haben fünf alternative Suchmaschinen genauer unter die Lupe genommen, mit denen Sie Ihren digitalen Fußabdruck im Jahr 2023 verkleinern können.
 

SearX – die transparente Open-Source-Suchmaschine

Sowohl für Profis als auch für Laien geeignet ist die Suchmaschine SearX bzw. ihre Weiterentwicklung SearXNG. Als klassische Metasuchmaschine leitet sie Suchanfragen von Nutzerinnen und Nutzern anonymisiert an eine Vielzahl anderer Suchmaschinen weiter. Deren Suchergebnisse sammelt SearX, löscht Dopplungen und bereitet sie in einer eigenen Ergebnisliste auf. Der große Vorteil: SearX speichert weder die Suchanfrage selbst noch andere personenbezogenen Daten der Suchmaschinennutzer/-innen, wie z.B. ihre IP-Adresse oder ihren Standort. Auch die während der Suche angeklickten Webseiten erhalten keinerlei Informationen über die User.

Die Suchergebnisse fallen dementsprechend neutraler aus als bei herkömmlichen Suchmaschinen. Beim Ergebnisranking spielen lediglich die Suchbegriffe eine Rolle, nicht aber die suchende Person oder die Popularität von Suchergebnissen. Spannend ist, dass Suchende in den Einstellungen selbst auswählen können, welche der hinterlegten Suchmaschinen bei der Suche zum Einsatz kommen sollen.

Hinter der Software SearX steht kein Unternehmen, sondern ein Entwickler: Adam Tauber hat den gesamten Quellcode der Suchmaschine 2014 auf Github veröffentlicht, sodass jede/-r die Software überprüfen oder damit eine eigene Suchmaschine auf einem Privatserver betreiben kann. Es gibt also nicht nur die eine, sondern viele SearX-Suchmaschinen. Deutschsprachige Nutzer/-innen können zum Beispiel die Suchmaschine https://search.sapti.me/ verwenden.

Übersicht über alle aktuellen SearX(NG)-Suchmaschinen

MetaGer – das deutsche Urgestein

Fast 30 Jahre hat die Suchmaschine MetaGer, die 1996 an der Leibniz-Universität Hannover entwickelt wurde, inzwischen auf dem Buckel. Wie ihr Name schon verrät, ist sie ebenfalls eine Metasuchmaschine. Zur Beantwortung von Suchanfragen werden bis zu 50 externe Suchmaschinen nach Ergebnissen durchforstet – ausgenommen Google. Jedoch werden die Ergebnisse mit den Ergebnissen eines eigenen kleinen Suchindexes kombiniert, dessen Fokus auf deutschsprachigen Webseiten liegt.

Genau wie SearX schützt auch MetaGer die personenbezogenen Daten seiner User. Diese können in den Einstellungen die Suchquellen einsehen und aktiv verwalten. Außerdem können sie gesuchte Webseiten in einem anonymen Modus öffnen, der IP-Adresse und weitere personenbezogene Daten vor externen Webseiten verbirgt. Im Unterschied zu SearX speichert MetaGer jedoch zunächst die IP-Adresse der Besucher/-innen und löscht sie erst nach 96 Stunden. Dies hängt mit dem Werbepartner Yahoo zusammen, der Informationen über den Browser und das Gerät sowie die ersten fünf Ziffern der IP-Adresse von Suchenden erhält: Durch diese Verkürzung können die Informationen allerdings nicht mehr auf eine einzelne Person zurückgeführt werden.

Der 2012 gegründete Verein Suma e.V. finanziert die Suchmaschine über Spenden und nicht personalisierte Werbung. Im Jahr 2016 hat der Verein den Quellcode der Suchmaschine veröffentlicht.

Zur Suchmaschine MetaGer

Swisscows – die Suchmaschine mit umfangreichem eigenen Index

Die Suchmaschine Swisscows, die im Jahr 2014 von dem Schweizer Unternehmen Hulbee AG entwickelt wurde, zeichnet sich durch einen umfangreichen eigenen Suchindex aus. Dieser ist von Haus aus kinder- und jugendschutzfreundlich, da er weder sexuell explizite noch pornografische Inhalte enthält. Kombiniert werden die Suchergebnisse mit den Ergebnissen des Suchindex von Microsoft Bing.

Datensicherheit hat bei Swisscows hohe Priorität: Die Suchanfragen von Nutzerinnen und Nutzern werden verschlüsselt. Auf das Speichern von Suchanfragen oder personenbezogenen Daten wird komplett verzichtet. Aktuell finanziert sich die Suchmaschine über Spenden, soll aber langfristig durch eine Stiftung getragen werden.

Zur Suchmaschine Swisscows

Startpage – die datensparsame Google-Suche

Im Jahr 2019 wurde die niederländische Suchmaschine Startpage von Stiftung Warentest zum Testsieger unter zehn getesteten Suchmaschinen gekürt – darunter auch der Suchmaschinen-Riese Google, der aufgrund seiner Mängel beim Datenschutz nur auf dem zweiten Platz landete. Wie dieses Ergebnis zeigt, bietet Startpage einen datensparsamen Weg an, um die ganze Vielfalt der Google-Ergebnisse abzurufen. Sie leitet Suchanfragen seiner Nutzer/-innen anonymisiert an Google weiter, ohne personenbezogene Daten wie IP-Adresse oder Standort zu protokollieren oder zu speichern. Auch die Suchanfragen werden im Anschluss gelöscht.

Ein besonderes Highlight: Gesuchte Webseiten können in der „anonymen Ansicht“ geöffnet werden, sodass auch an diese keine personenbezogenen Daten weitergeleitet werden. Ein blauer Rahmen zeigt an, dass man sich in der „anonymen Ansicht“ befindet.

Startpage wurde 1998 vom niederländischen Unternehmen Surfboard Holding B.V. gegründet, an dem seit 2019 ein US-amerikanisches Werbeunternehmen mehrheitlich beteiligt ist. Für die europäischen Nutzer/-innen stehen jedoch die Server der Suchmaschine nach wie vor in den Niederlanden – wohingegen die Server für US-amerikanische User in den USA stehen. Die Suchmaschine wird über nicht personalisierte Werbung finanziert.

Zur Suchmaschine Startpage

Qwant – die Suchmaschine mit kinderfreundlichem Ableger

Wie MetaGer und Swisscows basiert auch die französische Suchmaschine Qwant auf einem eigenen Suchindex, dessen Fokus auf französischen Webseiten liegt. Kombiniert werden die Suchergebnisse mit den Ergebnissen des Suchindex von Microsoft Bing. Auch bei Qwant wird Datenschutz großgeschrieben: Der Suchverlauf und personenbezogene Daten der Suchenden bleiben anonym und werden nicht gespeichert. Entwicklungsgrundlage der Suchmaschine war der Browser Firefox, dessen Schutzmechanismen vor Tracking und Aktivitätenverfolgung per Voreinstellung aktiv sind.

Für Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen dürft besonders interessant sein, dass Qwant über einen kinderfreundlichen Ableger namens Qwant Junior verfügt. Dieser schließt nicht nur Werbung und kommerzielle Produkte von den Suchergebnissen aus, sondern auch gewalttätige und pornografische Inhalte – basierend auf einer schwarzen Liste, die von französischen Universitäten entwickelt wurde.

Qwant wurde 2013 vom französischen Unternehmen Qwant S.A.S. gegründet, das inzwischen zu 20 Prozent dem deutschen Axel-Springer-Verlag gehört. Ebenso wie Startpage und MetaGer finanziert sich Qwant über nicht personalisierte Werbung. Intransparent bleibt allerdings, nach welchen Kriterien die Auswahl der aktuellen Nachrichten auf der Startseite der Suchmaschine – die auch aus dem Hause Springer stammen – erfolgt.

Zur Suchmaschine Qwant

Zur Suchmaschine Qwant Junior

Madeleine Hankele-Gauß

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