Augmented Reality (Angereicherte Realität)
Projektbeispiele
Der Einsatz von Augmented Reality (AR) im Unterricht kann sowohl auf rezeptiver Ebene funktionieren, sprich die Lehrkraft reichert ihre Arbeitsblätter mit diversen AR-Elementen an, etwa mit Lösungen, Erklärvideos, Hörtexten (z.B. für Schüler/-innen mit LRS) oder weiteren Hilfestellungen, als auch auf aktiver Ebene. Die aktive Nutzung von AR funktioniert beispielsweise über die eigenständige Produktion von Beiträgen mithilfe diverser Apps oder Webeditoren, die anschließend mit passenden Endgeräten abgerufen werden können.
Technik
Die Technologie hinter AR basiert größtenteils auf Webeditoren und Apps für mobile Endgeräte. So gibt es mittlerweile etwa von Google den ARCore sowie von Apple das ARKit. Beide erlauben es den Entwickler/-innen, Anwendungen zu programmieren. Da die Interaktion bei AR im Anwenderbereich bislang primär über Bildschirme geschieht, werden also mobile Endgeräte benötigt, um AR in der Bildung einzusetzen.
Nutzung von AR-Arbeitsblättern
Scannen Sie beispielsweise das folgende Bild mit der App XPanda (Android | iOS) und sehen Sie, wie ein Tutorial für die Aufgabe überlagert wird. Scannen Sie dann die kleinen farbigen Bilder auf dem Blatt. Blenden Sie beim linken Bild einen Hörtext ein und beim rechten Bild ein mit Greenscreen-Technologie erstelltes Video.
Interaktive Stadtführungen, Ausstellungen und Kunstanalysen
Ob für den Erwerb einer Fremdsprache, für die Erweiterung geografischer Kenntnisse oder den kulturellen Horizont, die Besichtigung verschiedener Städte, Ausstellungen und fremder Orte bildet einen wesentlichen Bestandteil zur Förderung der genannten Kompetenzen. Da es jedoch nicht möglich ist, mit allen Klassen ins Ausland zu reisen, fehlen oftmals die Präsenzerfahrungen und das damit verbundene Gefühl der Verbundenheit mit fremden Orten.
Die Greenscreen-Technik vereinfacht das: Die Lernenden bereiten einzelne Teile einer Stadtführung vor, nehmen diese vor einem Greenscreen auf und ersetzen im Anschluss den grünen Hintergrund durch ein Foto des Ortes. Um eine ganze Stadtführung zu inszenieren, kann man eine Wand zum Stadtplan umfunktionieren, indem man sie mit einem großen Poster oder Packpapier bespannt. Darauf können die Schüler/-innen einen Stadtplan skizzieren (etwa mithilfe projizierter Bilder, die mit Stiften nachgezogen werden) und Fotos der Orte auf dem Plan befestigen. Anschließend werden mit einem geeigneten Tool die Videos als Overlays eingefügt und schon kann die virtuelle Reise beginnen. Dabei setzen sie sich nicht nur intensiv mit den jeweiligen Orten und deren Besonderheiten auseinander, sondern trainieren auch ihr mündliches Ausdrucksvermögen, die Team- als auch die aktive Medienarbeit.
Hinweis: Achten Sie bei der Produktion eigener Werke stets auf die Rechte rund um Urheberrecht und Datenschutz! Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn die verwendeten Bilder entweder selbst aufgenommen sind oder von Plattformen mit offenen Lizenzen (OER-Plattformen mit CC-Lizenzen) stammen. In jedem Fall sollte ein Nachweis zeigen, woher die Bilder kommen und unter welcher Lizenz sie stehen. Urheberrechtlich geschützte Bilder dürfen nicht verwendet werden.
Weitere Informationen finden Sie im Kapitel „Datenschutz“.
Scannen Sie die oben stehenden Bilder mit der App XPanda (Android | iOS) und schauen Sie sich die abwechslungsreichen Ergebnisse an.
Interaktives Periodensystem
Im Chemieunterricht können entweder Greenscreen-Videos oder auch selbst gestaltete Animationen über die einzelnen Elemente des Periodensystems eingeblendet werden. Greenscreen-Videos könnten beispielsweise auch in Form einer Nachrichtensendung zum Element im Rahmen einer beliebigen Geschichte erstellt werden. Dabei ist je nach verwendeter App lediglich entweder ein Trigger (bzw. einen Auslöser/ in diesem Fall eine Markierung) auf dem Periodensystem anzubringen oder das Periodensystem – damit es einzigartig ist – von den Lernenden individuell zu gestalten (z.B. mit Zeichnungen aus dem Kunstunterricht im Rahmen einer Projektarbeit).
Apps mit fertigen AR-Inhalten
Es gibt eine Reihe von Apps, deren Elemente wie AR-Arbeitsblätter in eher traditionellen Unterricht eingebunden und analysiert werden können.
Google (Arts and Culture/ klassische Suche)
Auf der Plattform „Arts and Culture“ von Google können ausgewählte „AR-Experiences“ gefunden werden, die den Unterricht ggf. interaktiv anreichern können. Alternativ lohnt sich ein Blick in die klassische Google-Suchmaschine, in der man (z.B. bei der Suche nach einem bestimmten Tier) mitunter auf AR-Ergebnisse stößt – die allerdings eher spielerischer Natur sind.
Zeitzeugen-App des WDR
Auch andere Anbieter haben potenziell interessante Anwendungen entwickelt, die in bestimmten Fächern als Materialien dienen können. Zu diesen zählt beispielsweise die Zeitzeugen-App des WDR, die Überlebende des Zweiten Weltkriegs zu Wort kommen lässt.
Mithilfe eines T-Shirts und einer passenden App (Virtuali-Tee) kann spielerisch der Körper entdeckt und ausgiebig untersucht werden. Ähnlich funktioniert das Skelett-Poster von Areeka.
Mit Apps AR-Inhalte selbst gestalten
Innovativer und lernerzentrierter sind Apps, mit denen die Lernenden im Rahmen eines kleinen Projekts, das auch gern fächerübergreifend ausgerichtet sein darf, selbst AR-Inhalte herstellen können. Zu diesen Apps gehören XPanda, Areeka Studio, Augmelity und CoSpaces Edu. Letztere erlaubt auch, Coding einzubauen und so z.B. das Fach Informatik zu integrieren. Als Tool für die Zusammenarbeit von Lerngruppen empfehlen sich vor allem XPanda und CoSpaces Edu, je nachdem, ob ein AR-Auslöser gewünscht ist (XPanda) oder nicht.
Sie möchten CoSpaces Edu Pro einmal ausprobieren?
Lehrkräfte aus Baden-Württemberg können momentan Lizenzen beim SMZ Stuttgart ausleihen.
Weitere Infos: https://www.smz-stuttgart.de/aktuelles/nachrichten/detail/zukunftsorientiertes-lernen-mit-cospaces-edu/
Um weiter verwendbare 3D-Objekte zu erstellen, bieten sich Blender, Microsoft Paint 3D, SketchUp, TinkerCad oder die VR-App SculptVR an.
Arientation
Ein ebenfalls interessantes, einfach zu bedienendes Tool ist Arientation. Es ermöglicht, über ein Google-Formular Inhalte auf die kostenlos downloadbaren, unter einer CC-Lizenz stehenden Karten einzufügen.
Dazu gehören Bilder, (Greenscreen-)Videos und Audiodateien. Nach Abschluss des Projekts können Sie es mit einem Passwort schützen. Sobald die dazugehörige App installiert ist, ruft man das Projekt auf und scannt die entsprechende Karte.
Stephanie Wössner
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