Technologische Wege aus dem Faktendschungel

Die technologischen Möglichkeiten ermöglichen es zwar einerseits, täuschend echte Fake News zu erstellen und zu verbreiten. Andererseits erlauben es hochentwickelte forensische Methoden inzwischen auch, Bild-, Video- oder Audiomanipulationen zu erkennen. Per Software oder App können technisch eingesetzte Markierungen – ähnlich wie Wasserzeichen in herkömmlichem Bild- oder Videomaterial – identifiziert und damit der Ursprung eines Mediums ermittelt werden.

Auch mithilfe der Bilderrückwärtssuche können Nutzer/-innen die Ursprungsquelle eines Bildes recherchieren. Hierzu muss das Bild in der Suchmaschine hochgeladen werden. Bei der Suche werden die Websites, die das Bild enthalten, andere Größen des Bildes und ähnliche Bilder ermittelt. Wenn Bilder hierbei in einem völlig anderen Kontext auftauchen oder seit Jahren im Netz auftauchen, sind das Indizien für Falschmeldungen.

 

Hand mit einem Smartphone, das eine Bilderrückwärtssuche zeigt

Art | Getty/lechatnoir

Sechs wichtige Aspekte für Ihren Quellencheck

Anleitungen und Checklisten für eine schrittweise und gewissenhafte Überprüfung von Nachrichtenmeldungen sind ein weiteres hilfreiches und alltagstaugliches Mittel gegen Fake News. Die sechs wichtigsten Aspekte finden Sie hier aufgelistet:

  1. Gestaltungsmerkmale: Wie ist die Nachricht gestaltet?
    Ein reißerischer Schreibstil, ein emotional ausgerichteter Text, viele Ausrufe- und Fragezeichen kombiniert mit spektakulären Bildern – das alles könnten Hinweise auf Fake News sein. Mit diesem Stil rückt der Inhalt in den Hintergrund: Eine auffällige Verpackung soll Leser/-innen anlocken. Interessen wie Profit oder Propaganda könnten hinter dem Angebot stecken.

  2. Herkunft prüfen: Wer ist der/die Autor/-in? Gibt es ein Impressum?
    Prüfen Sie, ob ein/-e Autor/-in angegeben wurde. Finden Sie direkt am Artikel keine entsprechende Information? Dann soll die Autorenschaft womöglich verschleiert werden. Fehlt auch noch ein Impressum, ist Misstrauen geboten und der Inhalt eventuell unseriös. In Deutschland besteht nämlich eine Impressumpflicht für kommerzielle Angebote, die nicht rein persönlichen oder familiären Zwecken dienen.

  3. Quellenrecherche: Was sagen andere Quellen?
    Damit Sie ein Gesamtbild einer Situation erhalten, recherchieren Sie andere Quellen und vergleichen Sie die dargestellten Fakten. Achten Sie darauf, in welchem Kontext und Zeitraum die Informationen und Bilder noch auftauchen. Nutzen Sie dabei auch Quellen aus anderen Ländern oder in anderen Sprachen. Manchmal verursachen Übersetzungsfehler Falschinformationen.

  4. Suchmaschinencheck: Wo liegt der Ursprung einer Meldung?
    Erhalten Sie eine Meldung über einen Messenger zugeschickt, können Sie die Inhalte in einer Suchmaschine checken. Kopieren Sie Teile der Nachricht in ein Suchmaschinenfeld und suchen nach dem Ursprung. Filtern Sie anschließend die Ergebnisse nach gegensätzlichen Aussagen. Vielleicht finden Sie Hintergrundinformationen, die Ihnen zu einem Gesamtbild verhelfen.

  5. Zahlen und Fakten: Sind die Informationen plausibel und aktuell?
    Prüfen Sie, ob die Text-, Bild-, Video- oder Audiodatei ein Erstelldatum hat. Checken Sie, ob genannte Zahlen und Fakten plausibel und aktuell sind. Werden Studien zitiert, können Sie in der Originalstudie nachsehen, ob die gemachten Angaben stimmen. Taucht die Nachricht bei Faktencheckern wie Hoaxmap oder Mimikama auf? Hier werden zweifelhafte Information auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Es könnte sich um eine veraltete Meldung handeln, die bereits als Fake News identifiziert wurde.

  6. Bilder, Videos und Audio-Dateien: Fälschungen technisch prüfen
    Bilder, Audios und Videos sind inzwischen nur schwer als Fakes zu identifizieren, da sie täuschend echt wirken. Wenn Sie dennoch misstrauisch geworden sind, weil das Medium Ungewöhnliches zeigt oder nicht zur bisherigen Informationslage passt, können Sie mithilfe von Screenshots über die Google-Bildersuche oder TinEye nach dem Ursprung suchen. Steht Ihnen ein Video als YouTube-Link zur Verfügung, können Sie ihn in den YouTube Dataviewer eingeben. Er ermittelt dann den genauen Upload-Zeitpunkt des Videos und zeigt Ihnen die Vorschaubilder an, die vor Videostart zu sehen sind.

     

     

Frau mit Brille mit Daten im Vordergrund

Getty/Laurence Dutton

Anja Franz

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