Filme begeistern, bewegen – und bilden: Wer Filmgeschichte und -formate im Unterricht aufgreift, eröffnet Schülerinnen und Schülern neue Perspektiven auf Kultur, Gesellschaft und Medien. Die historischen Entwicklungen des Films sowie die Vielfalt filmischer Formate – etwa Dokumentar- oder Animationsfilm – bieten nicht nur inhaltliche Zugänge zu gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Themen. Sie fördern auch die kritische Auseinandersetzung mit Medien und deren Wirkmechanismen.

Das Modell der Filmbildung von 2014 betont die kreative, kritische und kulturelle Dimension. In diesem Sinne lernen Kinder und Jugendliche, Filme als bedeutende Ausdrucksform zu verstehen, filmische Mittel zu reflektieren und selbst gestalterisch tätig zu werden. Die Analyse und Einordnung filmhistorischer Entwicklungen sowie der gezielte Vergleich unterschiedlicher Filmformate stärken dabei Medienkompetenz, historisches Bewusstsein und ästhetisches Urteilsvermögen.

Der Fokus auf Dokumentar- und Animationsfilm ermöglicht es, zwei kontrastreiche, aber gleichermaßen lehrreiche Filmformate zu untersuchen. Der Dokumentarfilm erlaubt einen realitätsnahen Zugang zu Themen und vermittelt Wissen auf authentische Weise. Der Animationsfilm hingegen eröffnet kreative Freiheiten, vereinfacht komplexe Sachverhalte und schafft emotionale Zugänge.

In den weiter unten folgenden Erklärvideos zu Dokumentarfilm und Animationsfilm wird anschaulich dargestellt, was die jeweiligen Formate auszeichnet und wie sie konkret und praxisnah im Unterricht eingesetzt werden können – sowohl zur Analyse bestehender Filme als auch zur Umsetzung eigener kleiner Filmprojekte durch Schülerinnen und Schüler.

Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem das Foto einer Abenteurerin zu sehen ist. Über dem Foto steht "Abenteuerfilm". Ein Finger tippt auf die Uhrzeit "21 Uhr".

Kenntnisse über Filmgattungen und -genres helfen bei der Analyse und dem Vergleich von Filmen – und eröffnen neue Perspektiven. | Bild: stokkete – adobestock.com

Filmgeschichte im Zeitraffer

Was dieser Kurzüberblick bietet: Filmgeschichte kann unter verschiedenen Aspekten nachvollzogen werden – nach Epochen, Künstlerinnen und Künstlern, Filmen und Filmklassikern oder wirtschaftlicher und technischer Entwicklung. Wir haben diese Aspekte in der Darstellung miteinander kombiniert. Der Zeitstrahl dient einer ersten Orientierung.

Was fehlt: Die Filmgeschichte hat in der deutschsprachigen Literatur meist einen sehr eurozentrischen beziehungsweise westlichen Blick auf Filmgeschichte. Aufgrund der Verknüpfung der Filmbildung mit dem Unterrichtsfach Deutsch haben wir in dieser Grafik jedoch bewusst darauf verzichtet, die Entwicklung von Film in anderen Ländern gleichsam darzustellen. Außerdem finden aufgrund von Machtstrukturen und Diskriminierungsformen FLINTA* („female, lesbian, inter, non-binary, trans, agender“ und weitere Identitäten) und BiPoc („Black, Indigenous and People of Color“) als wichtige geschichtliche Wegbereiter/-innen in der Literatur wenig Platz. Wir haben Beispiele herausgehoben, um dem mehr Raum zu geben.

Interaktive Grafik: LMZ-Team Filmbildung/Madeleine Hankele-Gauß
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Filmgattungen und Genres im klassischen Film

Filmgattungen beziehen sich auf die Form des Films. Dazu gehören aus Sicht der klassischen Filmwissenschaft:

  • Spielfilme, 
  • Animationsfilme, 
  • Dokumentarfilme und 
  • Experimentalfilme. 

Inzwischen zählen aber auch Formate wie Kurzfilme, YouTube-Videos, Werbespots, Found Footage oder Erklärvideos zu den Filmgattungen.

Genres hingegen beschreiben den Inhalt des Films und bilden Gruppen von Filmen, die thematische oder stilistische Gemeinsamkeiten besitzen. Sie verraten dem Publikum also in etwa, worum es geht. Häufige Genres sind zum Beispiel:

  • Action- und Abenteuerfilme, 
  • Liebesfilme, 
  • Komödien, 
  • Thriller, 
  • Western, 
  • Coming-of-Age,
  • Science-Fiction und 
  • Fantasy. 

Genres werden beispielsweise durch die Betrachtung der Filmfiguren sowie durch die Art der Handlungsverläufe, Konflikte, Dramaturgie und Atmosphäre unterschieden. Kameraarbeit, Farbgebung und Optik sind ebenfalls von Genre zu Genre unterschiedlich. Filmgenres sind wandelbar und werden fortlaufend ergänzt. Mehrere Genres können auf ein und denselben Film zutreffen. Bekannte Genrekombinationen sind zum Beispiel Actionkomödien oder Dokudramen.

Video: Animationsfilme im Unterricht nutzen

Animation leitet sich vom lateinischen animare („zum Leben erwecken“) beziehungsweise von anima („die Seele“) ab. Durch mehrere hintereinander folgende Einzelbilder entsteht ein bewegtes Bild. Genau dieselbe Technik wird beim Realfilm verwendet. Trickfilmer/-innen können ihrer Kreativität freien Lauf lassen, alles darstellen und sogar Gesetzmäßigkeiten verändern. Sie sind in der Lage, sich über Raum und Zeit hinwegzusetzen, neue Formen und Bewegungen zu bestimmen und damit Dinge wahrzumachen, die in der Realität unmöglich sind.

Wie Sie Animationsfilme im Unterricht und in anderen Lernkontexten zielführend einsetzen können, erfahren Sie im Video. 

Konzept: LMZ-Team Filmbildung und Anne Isensee / Produktion: LMZ / Illustrationen: Freepik / Credits: siehe YouTube

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Weiterführende Links zum Video

ClipStudio Paint

ClipStudio Paint ist ein Programm für digitales Zeichnen und Comic-Erstellung, das sich besonders für Illustrationen, Manga und Concept Art eignet. Zusätzlich bietet es grundlegende Funktionen für 2D-Animationen.  

Video-Tutorial zu ClipStudio Paint für Einsteiger/-innen

Einführung & Video-Tutorials von ClipStudio Paint zu verschiedenen Themen

ProCreate

ProCreate ist eine App für iPads, die für digitales Zeichen, Malen und einfache 2D-Animationen genutzt wird. Sie zeichnet sich durch eine benutzerfreundliche Oberfläche, vielseitige Werkzeuge und eine umfangreiche Auswahl an Pinseln aus.

Video-Tutorial zu ProCreate für Einsteiger/-innen

FlipaClip

FlipaClip ist eine App, mit der man eigene Zeichentrick-Animationen erstellen kann. Dabei zeichnet man Bild für Bild selbst und kann diese anschließend mit Effekten, Ton und Texten hinterlegen.

Video-Tutorial: So funktioniert FlipaClip

Stop Motion Studio

Stop Motion Studio ist eine App, mit der man eigene Stop-Motion-Filme erstellen kann. Dabei wird aus vielen Einzelfotos ein Trickfilm zusammengesetzt, den man im Anschluss bearbeiten kann.  

Arbeiten mit einem Trickfilmkoffer

Der Trickfilmkoffer ist ein kleines Trickfilmstudio zum Mitnehmen. Im aufgebauten Zustand bietet er eine gleichbleibende Beleuchtung sowie die Aufhängung für eine Kamera/Tablet. Trickfilme mit dem Trickfilmkoffer können bereits mit Kindern im Grundschulalter genutzt werden. Der Trickfilmkoffer eignet sich für alle Arten von Lege- und Zeichentricks.

Viele regionale Medienzentren stellen Trickfilmkoffer zur Ausleihe bereit. Zwei Beispiele für Trickfilmkoffer finden Sie im Verleih des Stadtmedienzentrums Stuttgart.

Videos: Dokumentarfilme im Unterricht nutzen

Dokumentarfilme erzählen – anders als fiktionale Formate – von überwiegend realen Ereignissen, Personen und Orten, um dem Publikum einen authentischen Einblick zu gewähren. Dabei kommen filmische Techniken wie Interviews, Archivaufnahmen und Beobachtungen zum Einsatz. Das Verständnis von Dokumentarfilmen hat sich über Jahrzehnte hinweg verändert und weiterentwickelt. Darüber hinaus verlaufen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität innerhalb der Gattung nicht immer so klar und eindeutig. Dokumentarfilme müssen wir gleichsam als künstlerische Werke und damit als Inszenierung verstehen, die die subjektive Perspektive der Filmemacher/-innen und deren kreativen Entscheidungen widerspiegeln. Dies eröffnet den Zuschauerinnen und Zuschauern die Möglichkeit, die Welt durch die Augen der Filmschaffenden zu sehen und eine Reflexion darüber, wie diese Realität wahrgenommen und interpretiert werden kann.

Wie Sie Dokumentarfilme im Unterricht und anderen Lernkontexten zielführend einsetzen können, erfahren Sie in diesen beiden Videos, die auf der Handreichung „Dokumentarfilm im Unterricht“ basieren.

Konzept: LMZ-Team Filmbildung und Luc-Carolin Ziemann / Produktion: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg / Illustrationen: Freepik / Credits: siehe YouTube für Video 1 und Video 2

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Weiterführende Links zu den Videos

Lehr- und Lernmaterial: Dokumentarfilm im Unterricht (2022)

Wie können künstlerische Dokumentarfilme in der Schulbildung ab Klasse 5 und in der außerschulischen Jugendarbeit genutzt und analysiert werden? Das Material bietet hierfür Impulse, Hintergrundinformationen und konkrete methodische Vorschläge. Die insgesamt vier Module legen ihren Fokus dabei auf:

  • das Genre Dokumentarfilm,
  • die filmgestalterischen Mittel im Dokumentarfilm,
  • die Entstehung von Dokumentarfilmen sowie
  • kreative Aufgaben, um die dokumentarische Arbeitsweise nachvollziehen zu können.
     

Material herunterladen

bpb-Mediathek: Film-Beispiele in voller Länge

Kerstin Tscherbakova, Cemile Cakmak & Vanessa Scheller

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