Was leisten die Medienzentren? – Einblicke in die Arbeit vor Ort
Was zeichnet die Medienzentren in Baden-Württemberg aus? Welche Highlights bietet die Arbeit vor Ort? LMZ-Direktor Michael Zieher sowie die Kolleginnen und Kollegen der Medienzentren geben Einblicke.
Wir für Medienbildung!
Seit einem Jahrhundert begleiten die Medienzentren das Lernen mit und über Medien. Gemeinsam mit den 38 Stadt- und Kreismedienzentren im Land bildet das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg heute den Medienzentrenverbund. An den Medienzentren geben Expertinnen und Experten für medienpädagogische und technische Fragen ihr Know-how weiter, beraten vor Ort und bilden weiter.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums haben wir unsere Kolleginnen und Kollegen an den Medienzentren zu ihrer Arbeit vor Ort sowie aktuellen und vergangenen Highlights befragt. Welche Rolle der Medienzentrenverbund als Ganzes für Baden-Württemberg spielt, erklärt unter anderem LMZ-Direktor Michael Zieher.
Warum ist der Medienzentrenverbund wichtig für Baden-Württemberg?

Michael Zieher
Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ)
Der Medienzentrenverbund erfüllt das Ziel, was zum Beispiel in Estland damit erfüllt wird, dass an jeder Schule eine Pädagogin oder ein Pädagoge mit IT-Zusatzausbildung arbeitet. Das haben wir hier zwar nicht. Dafür haben wir aber ein flächendeckendes System aus Kreis- und Stadtmedienzentren. Das heißt, wir sind ganz nah an den Schulen dran und können ihnen so Unterstützung rund um die Themen Medien, Medienbildung, Medienpädagogik und Digitalisierung geben.

Sebastian Lorenz
Vorsitzender des Landesarbeitskreises (LAK) der Medienzentren Baden-Württemberg
Der Medienzentrenverbund ist die einzige Institution, die technisch-pädagogische Kompetenz verknüpft. Sein großer Vorteil ist, dass wir in der Region verhaftet sind und sehr agil auf aktuelle Entwicklungen reagieren können. Auf Anforderungen wie beispielsweise zu Coronazeiten das Entwickeln von Mobile Device Managements können wir sehr schnell und niederschwellig reagieren.

Daniel Tuma
Leiter der Stabsstelle Medienzentrenverbund am LMZ
Für eine starke Medienbildung brauchen Schulen Beratung, Unterstützung, Fortbildungen und Workshops – regional, vor Ort und digital. Genau das leisten die Medienzentren und das LMZ. Wir bereiten aktuelle Themen der Medienbildung kostenfrei auf und machen Wissen für alle zugänglich. Schulen ohne eigenen Makerspace können z.B. Making-Angebote direkt in den Medienzentren nutzen. So trägt der Medienzentrenverbund aktiv zur Bildungsgerechtigkeit bei.
Warum arbeitest du gerne an deinem Medienzentrum?

Thorsten Rees
Leiter des Kreismedienzentrums Konstanz
Unser KMZ hier in Konstanz ist ein relativ kleines Kreismedienzentrum, aber wir sind ein tolles Team und nehmen unsere Aufgaben ernst. Und unsere Aufgaben sind sehr unterschiedlich. Ich glaube, das ist das, was das Arbeiten bei uns so attraktiv macht und mir persönlich so eine große Freude. Es ist einfach sehr vielschichtig, was wir hier im Kreismedienzentrum tun.

Michael Funk
Leiter des Kreismedienzentrums Freudenstadt
Ich arbeite gerne in meinem Kreismedienzentrum, weil es mir eine schöne Balance zwischen dem Schulalltag und neuen Medien bringt. Von beiden Seiten bekommt man immer wieder neue Dinge mit und kann beide Seiten immer wieder gegenseitig mit in die Arbeit einbeziehen.

Ulf Neumann
Leiter des Kreismedienzentrums Main-Tauber-Kreis
Das ist mein Leben, weil ich einfach seit mittlerweile 28 Jahren dort bin und sehr, sehr viel selbst gestalten konnte: Von Personal über Ausstattung bis hin zu Konzepten.

Dominik Knebel
Regioberater des LMZ am Stadtmedienzentrum Karlsruhe
Das Team hier in Karlsruhe ist einfach spitzenmäßig. Neben geballter Kompetenz kommt hinzu, dass wir uns alle menschlich hervorragend verstehen. Aus Kollegen wurden Freunde.
Was zeichnet dein Medienzentrum aus?

Franziska Hahn
Leiterin des Kreismedienzentrums Neckar-Odenwald-Kreis
Wir haben eine sehr lebendige Media Peer Academy-Community im Kreis. Es sind sehr viele Schulen dabei, die immer wieder Schülerinnen und Schüler ausbilden, die dann Mitschülerinnen und Mitschülern Unterstützung bieten können.

Kai Benisch
Stv. Leiter des Kreismedienzentrums Main-Tauber-Kreis
Unser Medienzentrum hat seinen Standort in einem Schloss und wir sind personell wie auch materiell sehr gut ausgestattet. Die Makerspaces bei uns sind proppenvoll und die Arbeitsatmosphäre ist einfach klasse.

Celine Eckl
Stv. Leiterin des Kreismedienzentrums Rems-Murr-Kreis, Standort Waiblingen
Mein Kreismedienzentrum ist sehr auf das Thema Making ausgerichtet. Wir haben einen großen Makerspace und sehr viele Geräte. Wir haben auch einen mobilen Makerspace, da wir ein Flächenlandkreis sind und so auch die entlegensten Schulen in unserem Kreis erreichen können.
Was sind aktuelle oder vergangene Highlight-Projekte an deinem Medienzentrum?

Linh Thai
Leiter des Stadtmedienzentrums Mannheim
Aktuell arbeiten wir tatsächlich an einem sehr spannenden Projekt. Wir bauen gerade einen „Pib“ („Printable intelligent bot“): Das ist ein Roboter, dessen Teile man mit dem 3D-Drucker herstellt. Diese Einzelteile werden dann zusammengebaut und der Roboter kann programmiert werden. Derzeit kooperieren fünf Schulen mit uns: Wir betreuen sie, unterstützen sie und wir sind auf jeden Fall gespannt auf das Ergebnis. Das Schöne ist, dass das Projekt auch von der PH Heidelberg begleitet wird.

Ann-Kathrin Rothenbacher
Stv. Leiterin des Kreismedienzentrums Ulm / Alb-Donau-Kreis
Mehrere! Ich arbeite tatsächlich sehr gerne im frühkindlichen Bildungsbereich, weil ich finde, das wird oft außer Acht gelassen, gerade wenn es um Medienbildung geht. Dabei kann man schon mit den Kleinsten ganz intensiv und kreativ arbeiten. Die Kinder bringen eine total schöne Energie mit – und das überträgt sich dann auch auf mich und macht einfach Spaß.

Torsten Traub
Leiter des Kreismedienzentrums Karlsruhe (Land)
Ein Highlight für uns ist derzeit, dass wir zusammen mit Schulen Social-Media-Sprechstunden entwickeln. Das heißt, wir bilden Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter fort, damit sie eine solche Sprechstunde anbieten können. Es macht einfach Spaß, mit ihnen an ihren Beratungskompetenzen zu arbeiten und dieses sinnvolle Angebot auf die Beine zu stellen.

Janine Rieger
Regioberaterin des LMZ am Medienzentrum Pforzheim-Enzkreis
Eigentlich fast alle Schülerworkshops und Lehrerfortbildungen – vor allem, wenn am Ende Lehrkräfte zu mir kommen und voller Tatendrang sind.
Warum ist es wichtig, dass die Medienzentren regional vor Ort sind?

Christoph Abt
Leiter des Kreismedienzentrums Zollernalbkreis in Albstadt-Tailfingen
Wir haben den Kontakt zu Schulen direkt in der Umgebung. Wir wissen, wie die Leute in unserem Kreis ticken, wohin wir gehen und mit wem wir sprechen können. Nicht nur in Schulen, in Jugendhäusern, in Kindergärten: Überall sind wir einfach direkt als Ansprechpartner vor Ort.

Jan Nathan
Leiter des Medienzentrums Biberach
Ich sage gern, wir haben den „Stallgeruch“. An Medienzentren arbeiten ja Personen, die selbst aus dem Schuldienst kommen oder noch mitten im Unterricht stehen und wissen, wo Probleme und Knackpunkte für Lehrkräfte liegen. Durch unseren medienpädagogischen Hintergrund können wir ihnen dann Lösungswege aufzeigen.

Jochen Keil
Leiter des Kreismedienzentrums Esslingen
An den Schulen findet ganz viel Weiterentwicklung statt und diese kann nur vor Ort passieren. Wir brauchen daher kurze Wege, schnell erreichbare Ansprechpartner und kurze Zeitabläufe. Das können wir nicht zentral leisten. Deswegen braucht es verlässliche Partner vor Ort, die da sind, wenn man sie braucht.
Foto Dominik Knebel: Prof. Dr. Frank Thissen, Foto Janine Rieger: privat, alle weiteren Fotos: Marlene Feller/LMZ
Referat Kommunikation & Marketing
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