Was sind In-Game-Käufe?

Eine Kiste voller „Schlumpfbeeren“, ein zusätzliches Level oder ein neues Kostüm für den Helden: Virtuell erwerbbare Güter in digitalen Spielen sind in den verschiedensten Erscheinungsformen zu finden. Egal ob am Computer, an der Spielkonsole oder am mobilen Endgerät: Sogenannte In-Game-Käufe sind heutzutage aus vielen Computerspielen nicht mehr wegzudenken. Der Hauptgrund liegt darin, dass sie mittlerweile eine profitable Einnahmequelle für die Spieleindustrie darstellen.

Der Begriff In-Game-Käufe bezieht sich grundsätzlich auf den Erwerb von virtuellen Leistungen oder Gütern innerhalb von digitalen Spielen. Das eigentliche Hauptspiel kann hierbei gratis (sog. Free-to-Play-Spiele) oder kostenpflichtig zu beziehen sein. Free-to-Play-Spiele sind vor allem in Form von Browser-Games und Apps verbreitet. In-Game-Käufe innerhalb von Apps werden auch als In-App-Käufe bezeichnet.

Auch bei PC- und Konsolenspielen haben sich In-Game-Käufe mittlerweile als gängiges Geschäftsmodell etabliert. Im Gegensatz zu den Apps und Browser-Games ist das Hauptspiel allerdings meist kostenpflichtig zu erwerben. Neuerscheinungen im PC- und Konsolenbereich kosten bei Markteinführung meist zwischen 50 und 70 EUR, jedoch zeigen sich viele Spieler/-innen trotz des hohen Grundpreises bereit, weitere Ausgaben für In-Game-Leistungen zu tätigen.

Hand mit Tablet und Kreditkarte

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DLCs - Downloadable Contents

Die Abkürzung DLC steht für Downloadable Content und bezieht sich auf herunterladbare Zusatzinhalte für Spiele. Jene Erweiterungspakete umfassen meist zusätzliche Spielmissionen, Level oder Charaktere für ein bestimmtes Computerspiel. Ein Download ist beispielsweise über die Vertriebsplattformen der Spielkonsolen, aber auch über gängige Verkaufsportale wie eBay oder Amazon möglich. Preislich sind die meisten DLCs zwischen 10 und 20 EUR angesiedelt. Der Reiz entsprechender Zusatzinhalte liegt vor allem darin, das Spielerlebnis des Hauptspiels zu verlängern oder zu erweitern.

Virtuelle Spielwährungen

Virtuelle Spielwährungen können dafür sorgen, tatsächliche Kosten für In-Game-Käufe zu verschleiern. Denn die virtuellen Währungen sowie deren Umrechnungskurse sind meist fiktiv. Das Herunterladen sowie die erste Nutzung vieler Apps und Browser-Games sind zwar kostenlos (Free-to-Play), jedoch werden die Spielmechanismen oft so gestaltet, dass der Einsatz von virtuellen Währungen den Spielerinnen und Spielern Vorteile verschafft (Pay-to-Win). Dies kann sich zum Beispiel darin äußern, dass Wartezeiten im Spiel verkürzt werden oder besonders schwere Level sich einfacher lösen lassen. Die Kaufabwicklung findet meist innerhalb des In-Game-Shops (ein Shop, der über das Spielmenü aufrufbar ist) statt, wo die Währung gegen echtes Geld erworben werden kann. In ihrer Aufmachung sind die digitalen Güter meist stark abstrahiert, damit die Spieler/-innen keinen direkten Bezug zu den tatsächlich getätigten Ausgaben haben. Typische Spielwährungen sind hierbei Lebensmittel oder Rohstoffe.

Virtuelle Gegenstände

Virtuelle Gegenstände (Items) tauchen häufig in Spielen mit Rollenspielelementen auf. In dieser Spielform schlüpfen die Spieler/-innen in die Rolle einer virtuellen Figur, die sie in ihrer Entwicklung begleiten und deren Fähigkeiten vorantreiben. Im Spiel erwerbbare Objekte sind zum Beispiel Waffen oder Ausrüstungsteile. Je nach Spiel kommen auch hier virtuelle Währungen zum Einsatz, um tatsächlich getätigte Ausgaben zu verschleiern.

Lootboxen

Als Lootboxen werden virtuelle Kisten in Computerspielen bezeichnet, die eine zufällig festgelegte Auswahl an Items enthalten. Dazu zählen beispielsweise Spielwaffen oder seltene Ausrüstungsgegenstände für die Spielfigur. Lootboxen kommen häufig in sogenannten Free-to-Play-Spielen zum Einsatz. Die Nutzung von Free-to-Play-Spielen an sich ist kostenfrei, der Erwerb von Lootboxen wird jedoch häufig für den Spielfortschritt vorausgesetzt.

Umgang mit In-Game-Käufen

Gerade für Kinder und Jugendliche als eine der Hauptzielgruppen stellt der Umgang mit digitalen Käufen eine große Herausforderung dar, da sie die Höhe digital getätigter Ausgaben oft nicht richtig abschätzen können. Deshalb sollten Eltern folgende Tipps beachten.

1. Gemeinsames Erkunden und Interesse zeigen

Eltern sollten sich Zeit nehmen, um gemeinsam mit ihren Kindern digitale Spiele zu erleben. Dies schafft nicht nur Vertrauen, sondern gibt Eltern auch die Möglichkeit, zu verstehen, was ihre Kinder daran fasziniert und welche Art von Spielen sie bevorzugen. Gleichzeitig können Eltern durch eigene Erfahrungen leichter feststellen, welche Inhalte und Verkaufsstrategien möglicherweise problematisch sein könnten.

2. Altersgerechte Einstellungen nutzen

Verschiedene Plattformen bieten Möglichkeiten, vorhandene Risiken zumindest einzuschränken: Bei mobilen Endgeräten bietet es sich an, In-App-Käufe nach Möglichkeit generell zu deaktivieren, um auch versehentlich getätigte Käufe zu vermeiden. Um dies zu tun, muss bei Android-Geräten im Google-Play-Store unter „Einstellungen“ der Punkt „PIN für Käufe verwenden“ ausgewählt werden. Anschließend wird vor jeder Transaktion ein vorher festgelegter PIN-Code abgefragt. Darüber hinaus verfügt der Google Play Store über eine Budget-Kontrolle zum Überwachen der Ausgaben. Bei iOS-Geräten können in den Einstellungen unter „Allgemein“ die In-App-Käufe vollständig deaktiviert werden.

Auch Spielkonsolen bieten die Möglichkeit, In-Game-Käufe einzuschränken. Auf der aktuellen Konsolengeneration kann für Kinder und Jugendliche hierzu ein Gastzugang beziehungsweise -profil eingerichtet werden. Mit diesem Gastprofil werden Transaktionen nur durch ein vorher festgelegtes Passwort ausgeführt. Das Einrichten und das Festlegen eines Passworts können in den Systemeinstellungen des Konsolenmenüs vorgenommen werden.

3. Über In-Game-Käufe sprechen

Eltern sollten frühzeitig mit ihren Kindern über In-Game-Käufe sprechen und ihnen erklären, dass virtuelle Währungen echtes Geld kosten. Am besten wird mit den Kindern vereinbart, ob, wann und in welchem Umfang Käufe getätigt werden dürfen.

4. Regelmäßiger Austausch und gemeinsame Regeln

Es ist sinnvoll, mit Kindern regelmäßig über ihre Erfahrungen in digitalen Spielen zu sprechen. So können Eltern nicht nur neue Entwicklungen mitverfolgen, sondern auch besser einschätzen, welche Spiele ihr Kind fasziniert und ob Probleme auftauchen. Eltern können gemeinsam mit dem Kind Spielzeiten und klare Regeln festlegen.

Sascha Schmidt

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