SchulKinoWoche Baden-Württemberg des LMZ und VISION KINO: Erfolgreiche Sondervorstellung – 90 Jugendliche diskutieren über rechtsextreme Radikalisierung und Prävention

Presse

Extremismusexperte und Geschäftsführer Mathieu Coquelin der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) im Gespräch mit Moderatorin Meis Alkhafaji. | Lukas Breusch Photography

Film- und Medienbildung im Kino

Rund 90 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrkräfte von Stuttgarter Schulen besuchten am letzten Freitag die Sondervorstellung des Films „Mit der Faust in die Welt schlagen“ im CinemaxX Liederhalle Stuttgart. Die Veranstaltung des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) und VISION KINO fand im Rahmen der SchulKinoWoche Baden-Württemberg statt und rückte das wichtige Thema der rechtsextremen Radikalisierung und ihre Prävention in den Mittelpunkt.

Der Film von Constanze Klaue, der bei der Berlinale 2025 Premiere feierte, erzählt eindrücklich von den Radikalisierungsprozessen junger Menschen in der sächsischen Provinz der 2000er-Jahre. Die beobachtende Erzählweise bot den Jugendlichen zahlreiche Anknüpfungspunkte, um eigene Eindrücke zu reflektieren und Fragen zu stellen.

Im Anschluss an die Filmvorführung folgte ein ausführliches Filmgespräch mit Mathieu Coquelin, dem Leiter der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) des Demokratiezentrums Baden-Württemberg. Die Fachstelle ist bei der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg angesiedelt, deren Geschäftsführer er ebenfalls ist. Coquelin erläuterte, welche Faktoren Radikalisierung beeinflussen, von denen einige auch im Film dargestellt werden. Darunter sind das Fehlen männlicher Vorbilder, falsche Vorstellungen von Männlichkeit und Gewaltbereitschaft. Einsamkeit ist ein weiteres zentrales Thema im Film, besonders die der beiden Protagonisten, die Brüder Phillip und Tobias, deren Familie im Verlauf des Films zerbricht. Sie ist etwas, was Coquelin immer wieder als möglichen Auslöser verschiedener Formen von Radikalisierung identifiziert und durch exzessive Social-Media-Nutzung bei jungen Menschen verstärkt wird. Doch auch wenn das offene Ende des Films das Publikum teilweise ratlos zurückließ, machte Coquelin Mut: wenn es einen Weg in die Radikalisierung gibt, gäbe es auch immer einen Weg heraus. Betroffenen oder auch Lehrkräften riet er, sich Hilfe bei Beratungsstellen wie der Fachstelle Extremismusdistanzierung zu holen. 

„Die Veranstaltung zeigt, welche Rolle Medienbildung spielt, da Radikalisierung oftmals im Internet und auf Social-Media-Plattformen ihren Ursprung findet“, erklärt Kerstin Tscherbakova, Projektleiterin SchulKinoWoche Baden-Württemberg am LMZ. „Die Vermittlung von Medienkompetenz ist heute wichtiger denn je, um Kinder und Jugendliche im souveränen Umgang mit Fake News, Desinformation und Hassrede zu stärken.“ Die SchulKinoWoche Baden-Württemberg leistet einen wertvollen Beitrag zur kritischen Reflexion von Filmen, fördert das reflektierte Hinterfragen der Inhalte und trägt zu Film-und Medienbildung von Kindern und Jugendlichen bei.

Über die SchulKinoWochen Baden-Württemberg
Die SchulKinoWoche Baden-Württemberg 2025 zeigt vom 20. bis zum 28. November 38 Filme mit Bildungsplanbezug in über 100 Kinos. Die SchulKinoWochen sind ein bundesweites Projekt von VISION KINO - Netzwerk für Film- und Medienkompetenz. Träger der SchulKinoWoche Baden-Württemberg sind VISION KINO und das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg in Kooperation mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Landesanstalt für Kommunikation.

Die deutschlandweiten, jährlichen SchulKinoWochen fördern Filmbildung, indem sie ausgewählte Filme im Kino mit passenden Unterrichtsmaterialien verbinden und so den Lernort Kino nutzen. Schülerinnen und Schüler entwickeln dadurch wichtige filmische und analytische Kompetenzen. Lehrkräfte profitieren von Fortbildungen und Expertisegesprächen, um Unterricht zu gestalten.

Quelle für weitere Informationen
schulkinowoche-bw.de

Bildmaterial
Bildmaterial zum Download finden Sie im LMZ Media Center. Die Bilder dürfen unter Angabe der Quelle „Lukas Breusch Photography/Landesmedienzentrum Baden-Württemberg“ genutzt werden.

Ihre Pressekontakte

Kerstin Tscherbakova
Projektleiterin SchulKinoWoche Baden-Württemberg
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
E-Mail: filmbildung@lmz-bw.de
Telefon: 0711 4909-6321

Laura Margara
Pressesprecherin
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
E-Mail: presse@lmz-bw.de
Telefon: 0711 2090-7843

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