Erster Augen auf-Kinotag in Stuttgart – Landesmedienzentrum Baden-Württemberg richtet Schulkinoprogramm aus
Erster Augen auf-Kinotag in Stuttgart
Erstmals hat der Augen auf-Kinotag in Stuttgart stattgefunden. Auf Einladung des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ) kamen anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. und 28. Januar rund 430 Schülerinnen und Schüler aus Stuttgart und Umgebung zu Schulvorstellungen mit Filmgesprächen ins Arthouse Kino Atelier am Bollwerk, um sich filmisch mit der Erinnerung an den Holocaust auseinanderzusetzen.
Mit der erstmaligen Durchführung des Augen auf-Kinotags in der Landeshauptstadt wurde das bundesweite Format der Erinnerungs- und Medienbildung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und von Vision Kino – Netzwerk für Film und Medienkompetenz mit dem LMZ nach Stuttgart geholt. Rund 430 Kinder und Jugendliche und Lehrkräfte von 15 Grund- und weiterführenden Schulen hatten sich für die exklusiven Schulvorstellungen mit anschließenden Filmgesprächen angemeldet. Für Lehrkräfte wurden begleitende Unterrichtsmaterialien, eine Handreichung sowie Fortbildungen angeboten.
Das Kinoprogramm vereinte Filme, die die Geschichte des Nationalsozialismus und den Holocaust aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und gezielt auf verschiedene Altersstufen abgestimmt sind. An Kinder ab der 3. Klasse richtete sich der Dokumentarfilm „Zirkuskind“, ab der 5. Klasse wurden „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ und „Das geheime Stockwerk“ gezeigt. Im anschließenden Filmgespräch diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Produzent André Fetzer und dem Protagonisten Maximilian Reinwald über „Das geheime Stockwerk” und die Frage, wie Geschichte für junge Menschen heute zugänglich gemacht werden kann. Parallel wurden die beiden Kurzfilme „Wesley schwimmt“ und „Menschen können zweimal sterben“ Schülerinnen und Schülern ab der 8. Klasse gezeigt. Sie setzen sich auf persönliche Weise mit der NS-Verfolgung von Sinti und Roma auseinander und erzählen die Familiengeschichten von Wesley und Laura Höllenreiner sowie Romeo Franz. In der anschließenden moderierten Diskussion stellten Wesley und Laura Höllenreiner den Bezug zur Gegenwart her und thematisierten Antiziganismus.
Das LMZ zieht nach dem ersten Stuttgarter Augen auf-Kinotag eine positive Bilanz und freut sich über den großen Zuspruch von Schulen und Lehrkräften, den Kinotag als Unterrichtsimpuls für Erinnerungsarbeit und Filmbildung zu nutzen. „Der Augen auf-Kinotag verbindet Medien- und Demokratiebildung auf besondere Weise. Filme eröffnen jungen Menschen einen besonderen Zugang zu Geschichte und demokratischen Werten. Dass wir den Augen auf-Kinotag 2026 erstmals in Stuttgart umsetzen, ist für uns ein wichtiger Schritt, schulische Erinnerungsarbeit vor Ort nachhaltig zu stärken“, so Kerstin Tscherbakova, Projektleiterin am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg.
Der Augen auf-Kinotag, der zeitgleich in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt am Main, Rostock und Stuttgart stattfindet, nutzt das Kino als niedrigschwelligen Erinnerungs- und Diskussionsort, um jungen Menschen empathische Zugänge zur Geschichte des Nationalsozialismus zu eröffnen und damit ein Zeichen gegen wachsenden Rechtsextremismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus zu setzen: „Wir erleben eine Zeit, in der demokratische Grundwerte bröckeln. Die Gedenkanstoß-MEMO-Studie 2025 zeigt zudem, dass immer mehr Menschen einen ‚Schlussstrich‘ unter die NS-Zeit ziehen. Der Kinotag setzt deshalb ein notwendiges Zeichen: Wir tragen Erinnerung in den Erlebnisraum Kino und zeigen mit Filmen zum Nationalsozialismus, dass Wegsehen schon immer eine schlechte Idee war. Wir müssen hinsehen und unsere Stimme erheben, wenn wir unsere Demokratien, hier und in Europa, schützen wollen“, so Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ.
Über den Augen auf-Kinotag hinaus unterstützen Vision Kino – Netzwerk für Film und Medienkompetenz und die Stiftung EVZ Lehrkräfte, Pädagoginnen und Pädagogen mit einer praxisbezogenen Handreichung dabei, Filme in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit zur Geschichte des Nationalsozialismus einzusetzen. Dies kann im Unterricht, im Rahmen einer AG oder Projektarbeit sowie durch die Teilnahme ihrer Schulklasse am Augen auf-Kinotag passieren.
Über den Augen auf-Kinotag
Der Augen auf-Kinotag, der 2025 erstmals stattfand, regt eine besondere Form des historischen Lernens und Erinnerns an. Schulklassen erleben im Kino ausgewählte Filme, die die Geschichte des Nationalsozialismus berührend, zeitgemäß und altersgerecht erzählen, und diskutieren diese im Austausch mit Filmschaffenden sowie Protagonistinnen und Protagonisten. Der Augen auf-Kinotag besteht aus einem hochkarätigen Schulkinoprogramm an zwei Vormittagen und einem für das breite Publikum offenen Abendprogramm am 27. Januar mit einem Premierenfilm und anschließenden Podiumsgesprächen mit Filmschaffenden und Expertinnen und Experten.
Der Augen auf-Kinotag ist eine Initiative der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Konzipiert und umgesetzt wird der Kinotag gemeinsam mit der Agentur Jetzt & Morgen. Filmpädagogisch begleitet von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz in Kooperation mit den SchulKinoWochen. Der Stuttgarter Kinotag wurde vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg gemeinsam mit VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz und der Stiftung EVZ in Kooperation mit der SchulKinoWoche Baden-Württemberg des LMZ umgesetzt. Weitere Informationen: https://schulkinowoche-bw.de/augen-auf-kinotag/
Bildmaterial
Bildmaterial zum Download finden Sie im LMZ Media Center. Die Bilder dürfen unter Angabe der Quelle „Marlene Feller/Landesmedienzentrum Baden-Württemberg“ genutzt werden.
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Bei Fragen zum Augen auf-Kinotag:
Roman Woopen
Vision Kino
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Sophie Ziegler
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Kerstin Tscherbakova
Projektleiterin SchulKinoWoche Baden-Württemberg
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
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Telefon: 0711 4909-6321

Im Filmgespräch diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Produzent André Fetzer, dem jungen Protagonisten Maximilian Reinwald und Moderatorin Meis Alkhafaji über den gezeigten Film, „Das geheime Stockwerk”. Fotos: Marlene Feller / Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
