Studie zum Europawahlkampf in den sozialen Medien veröffentlicht
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Instagram gewinnt an Bedeutung für politische Kommunikation
Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat sich in einer Studie mit den digitalen Parteistrategien zur Europawahl 2019 auseinandergesetzt. Die zentralen Ergebnisse haben wir für Sie aufgelistet:
- Die größten Reichweiten bei Facebook, Twitter, YouTube und Instagram erreichen aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Interaktionsraten und sehr aktiven Communities die AfD und Die PARTEI. Beide Parteien arbeiten dabei primär mit „selbst mobilisierter, organischer Reichweite“ und setzen weniger auf bezahlte Reichweite, so das Studienergebnis.
- Für CDU, CSU und SPD stelle der Wahlkampf in den sozialen Medien jedoch noch eine größere Herausforderung dar. Kleinere Parteien würden sich hier leichter tun – auch unabhängig von Wahlkämpfen.
- Während bei Facebook die AfD am stärksten ist, dominiert DIE PARTEI bei Twitter. Letztere schaffe es auch, „ihre bereits sehr großen digitalen Communitys auf allen Plattformen innerhalb der letzten sechs Wochen vor dem Wahltag noch weiter auszubauen“, so die Analyse. Die Communitys der anderen Parteien wuchsen zwar auch, jedoch in eher geringem Maße. In diesem Zusammenhang beschreiben die Autoren der Studie, Martin Fuchs und Josef Holnburger, die Dialogfähigkeit der Parteien in den sozialen Medien als „bei weitem noch nicht ausgeschöpft“.
- Auch wenn YouTube eine der bedeutendsten Social-Media-Plattformen darstellt, so würde es den Parteien insgesamt jedoch nicht gelingen, mit ihren Beiträgen auf YouTube sichtbar zu sein. Das gilt auch für die jeweiligen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Parteien.
- Instagram ist laut der Studie spätestens mit der Europawahl 2019 zu einer der relevantesten Plattformen für politische Kommunikation geworden. Hier wurde Europa auch inhaltlich am stärksten thematisiert.
- Insgesamt dominierte die Klima- und Umweltpolitik alle Diskussionen in Social-Media-Aktivitäten der Parteien.
Zur Untersuchungsmethode:
Die Untersuchung setzt sich mit den Social-Media-Aktivitäten der Bundesparteien und DIE PARTEI auseinander. Analysiert wurde die heiße Wahlkampfphase sechs Wochen vor dem eigentlichen Wahltag am 26. Mai 2019. Insgesamt untersuchten die Experten 1769 Beiträge und mehr als 365.000 Kommentare auf Facebook, mehr als 10.000 Tweets mit rund 17.500 Hashtags bei Twitter sowie 270 YouTube-Videos und die dazugehörigen rund 42.000 Kommentare. Zudem sind gut 900 Instagram-Beiträge Teil der Studie mit rund 73.000 Kommentaren.
Die Studie mit allen Ergebnissen und der Methodik im Detail kann auf den Internetseiten der Friedrich-Ebert-Stiftung heruntergeladen werden:
Passend zur Europawahl und den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg haben wir uns vor kurzem in einem Themenschwerpunkt mit dem Thema Wahlen auseinandergesetzt und dabei u.a. vorgestellt, welche Bedeutung die digitalen Medien gerade in diesem Zusammenhang haben:
Zur Kurzstudie „#ep2019 – Die digitalen Parteistrategien zur Europawahl 2019“

