Historisches Bild des Monats Oktober
Porträt des ersten Direktors Eugen Ziegele der Württembergischen Bildstelle / Landesbildstelle Württemberg (*1886 Stuttgart, †1964 Stuttgart). | LMZ (Robert Bothner)
Jeden Monat ein neues Foto aus dem Bildarchiv
Im Jubiläumsjahr des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg „100 Jahre Medienbildung und Innovation“ zeigen wir das Porträt von Herrn Eugen Ziegele (*1886 Stuttgart, †1964 Stuttgart), der eine maßgebliche Rolle in der Geschichte der heutigen Institution spielte. Das Foto stammt aus den internen Beständen des Fotoarchivs und wird vermutlich dem Fotomeister Robert Bothner zugeschrieben.
Der Stuttgarter Hauptlehrer Eugen Ziegele knüpfte an die Pionierarbeit des ebenfalls aus Stuttgart stammenden Theodor Benzinger an, der bereits 1905 einen Verlag für Glasbildserien gegründet hatte und sich nach dem Ersten Weltkrieg in verschiedenen schulischen Gremien für die Einrichtung von Lichtbildersammlungen einsetzte. Als erfahrener Volksschullehrer erkannte Ziegele aus eigener Unterrichtspraxis die Vorteile von Lichtbildern und Schulfilmen, die damals bereits an vielen Schulen in kleinen Sammlungen vorhanden waren. Um dieses Material besser zugänglich zu machen, führte er im Oktober 1920 mehrere kleinere schulische Bestände zu einer „Städtischen Lichtbilderstelle“ zusammen und schuf damit die Vorgängerin des heutigen Stadtmedienzentrums Stuttgart.
Parallel dazu entstand der Verein zur Förderung der Volksbildung, der ebenfalls den Aufbau einer Lichtbilder- und Filmsammlung anstrebte. Hinzu kamen weitere Sammlungen, etwa die des Staatlichen Schulmuseums, der Vereinigung „Schwäbische Lichtbild“ sowie des Landesamts für Denkmalpflege.
Diese Bestände wurden schließlich am 15. Januar 1923 in der neu gegründeten Württembergischen Bildstelle GmbH zusammengeführt. An ihrer Errichtung waren neben dem Württembergischen Staat – vertreten durch das Ministerium des Kirchen- und Schulwesens – auch die genannten Sammlungen beteiligt. Ziel war es, die Bestände auf gemeinnütziger Grundlage zu bündeln, fachlich zu begutachten, bedarfsgerecht zu ergänzen und damit Schule, Volksbildung und weitere kulturelle Einrichtungen zu unterstützen. Darüber hinaus sollte die Bildstelle der Unterrichtsverwaltung als fachkundige Beratungsstelle für Fragen des Lichtbild- und Filmwesens dienen – so entstand die württembergische Vorgängerinstitution des heutigen Landesmedienzentrums. Der Gründungsprozess zog sich bis April 1925 hin, als auch die Städtische Lichtbilderstelle als Gesellschafterin beitrat.
Von Januar 1923 bis zu seiner Pensionierung im Dezember 1953 leitete Eugen Ziegele die Bildstelle durch politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich schwierige Jahrzehnte. Mit seiner Arbeit legte er die Grundlage für das heutige Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, das 2001 durch die Fusion der Landesbildstellen Baden und Württemberg entstand.
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