Unser Tool-Tipp: minnit’

Stephanie Wössner
Auf mintgrünem Hintergrund ist in der Mitte das Logo der Web-App minnit' zu sehen. Um das Logo herum sind fünf Tablet-Screens angeordnet, auf denen Eingabemasken für Umfragen, Umfrageergebnisse und das Quallen-Maskottchen Sumi zu sehen sind.

Fragen stellen, Lernprozesse sichtbar machen, Erfahrungen teilen: Mit der kostenlosen und datenschutzkonformen Web-App minnit' können Lernende und Lernbegleitende vielfältige Umfragen gestalten. | Grafik: LMZ/Stabsstelle ZdL

Umfragen neu denken – Lernen gemeinsam gestalten

Wie kann ein digitales Werkzeug nicht nur Informationen abfragen, sondern Lernen aktivieren, Beteiligung ermöglichen und Gestaltungskompetenz fördern? Die kostenlose und datenschutzkonforme App minnit’ bietet Antworten – und schafft in Umfragen Raum für Selbstwirksamkeit, Demokratiebildung und gemeinsame Reflexion. Sie wurde im Auftrag des Kultusministeriums Baden-Württemberg entwickelt und wird derzeit im Rahmen eines DigitalPakt-Projekts in Zusammenarbeit mit Bayern und Sachsen weiterentwickelt.

Die Anwendung richtet sich an alle Schularten und Altersklassen – mit besonderem Fokus auf Inklusion, Diversität und Chancengerechtigkeit. Grund-, Förder- und inklusiv arbeitende Schulen wurden bei der Konzeption und Gestaltung ausdrücklich mitgedacht und einbezogen.  Die App so barrierearm wie möglich zu gestalten und daraufhin zu optimieren, ist für uns selbstverständlich.

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Vom Tool zur Lernkultur

minnit’ ist mehr als ein technisches Werkzeug. In pädagogischer Hinsicht ermöglicht es Lernbegleitenden wie Lernenden, Fragen zu stellen, Lernprozesse sichtbar zu machen und Erfahrungen zu teilen – im Unterricht, in Projekten oder im Rahmen schulischer Beteiligungsformate.

Umfragen können einfach erstellt, geteilt und ausgewertet werden – ohne Registrierung der Teilnehmenden, ohne Werbung, ohne Sorgen um Datenschutz. Die Anwendung funktioniert auf allen Geräten, direkt im Browser.

Die Grafik zeigt Stephanie Wössner, die Leiterin der Stabsstelle Zukunft des Lernens am LMZ und Autorin des Artikels. Sie wird folgendermaßen zitiert: "minnit’ ist kein weiteres Tool, sondern ein Möglichkeitsraum für Beteiligung, Selbstwirksamkeit und zukunftsorientiertes Lernen. Es geht nicht um Techniknutzung, sondern um die Frage, wie wir Bildung so gestalten, dass Lernende ihre Welt mitgestalten können."

Grafik: LMZ/Stabsstelle ZdL

Lernende werden Gestaltende

Ein zentrales Merkmal von minnit’ ist die Rolle der Lernenden: Sie können einfach eigene Umfragen erstellen und durchführen, etwa im Rahmen von Projekten, Präsentationen oder zur Vorbereitung auf Klassenratsdiskussionen oder soziokratische Entscheidungsgremien.

So entstehen nicht nur bessere Fragen, sondern auch neue Formen des Lernens: forschend, dialogisch, wirksam.

Beispielhafte Szenarien:

  • Deutsch & Ethik: Eine Umfrage zu Gerechtigkeit in einem literarischen Werk entwickeln und auswerten und die Erkenntnisse mit der Gesellschaft vergleichen.
  • Geografie & BNE: Eine lokale Befragung zum Mobilitätsverhalten durchführen und kartieren, um ein Nachhaltigkeitsprojekt durchzuführen.
  • NwT & Gesundheit: Ein selbst entwickeltes Quiz zu nachhaltiger Ernährung gestalten und gemeinsam reflektieren, um einen Aktionstag an der Schule zu gestalten.
  • Gemeinschaftskunde & SMV: Themen für den Klassenrat vorschlagen, priorisieren und demokratisch entscheiden.
  • Sprachen & Medienbildung: Interaktive Umfragen auf Englisch, Französisch oder Latein gestalten und in Projektblogs einbinden.

Fragetypen, die mehr können

Neben klassischen Formaten wie Einfach- und Mehrfachauswahl, Skalen, Freitextfeldern oder Zuordnungen unterstützt minnit’ auch mediengestützte Fragetypen und Formeln. Bald wird es auch Bausteine wie Bildbeschriftungen (z. B. für Geografie oder Biologie) und Geocaching (z. B. für Projekte mit lokalem Bezug) geben.

Diese Vielfalt ermöglicht es, reflexive, kreative und anwendungsorientierte Umfragen durchzuführen.

Didaktische Funktionen, die Planung und Beteiligung verbinden

Neben vielfältigen Fragetypen bietet minnit’ zusätzliche Module, die Kooperation, Organisation und Beteiligung fördern:

  • Quizmodus mit Zeitlimit und spielerischem Feedback
  • Terminabstimmungen für Gruppenpräsentationen oder Entwicklungsgespräche
  • Planungslisten, mit denen Aufgaben verteilt und bearbeitet werden können
  •  „1, 2 oder 3“-Funktion (in Planung), die Entscheidungsfragen mit Bewegung verbindet – analog zur bekannten Spielshow, didaktisch neu gedacht

Beteiligung sichtbar machen – für alle

Ob für ein Stimmungsbild, zur demokratischen Entscheidungsfindung oder zur Datenerhebung und Reflexion eines Projekts: minnit’ macht Beteiligung sichtbar – niedrigschwellig, datensparsam und schnell.

Ergebnisse können exportiert, gemeinsam diskutiert oder als Basis für Lernentwicklungsgespräche genutzt werden. Über eine wachsende Bibliothek mit Vorlagen aus der Praxis lassen sich fertige Umfragen entdecken, anpassen oder weiterentwickeln, auch über Landesgrenzen hinweg.

Lernen auch ohne 1:1-Ausstattung ermöglichen

minnit’ ist bewusst so gestaltet, dass es auch in heterogenen technischen Ausgangslagen funktioniert. In einer geplanten Ansicht reicht ein einzelnes Gerät, z. B. ein Tablet, um mithilfe von QR-Codes Antworten einzusammeln. Das eröffnet Zugänge für alle – auch in Schulen mit schwacher Infrastruktur.

Motivation durch Erzählelemente, Spiel und Feedback

Um Lernen nicht nur effektiv, sondern auch sinnstiftend zu gestalten, wird minnit’ aktuell um Elemente aus Gamification und Storytelling erweitert. Das Maskottchen Sumi wird Lernende durch Quizformate, Sammelkarten und Levels begleiten. Ziel ist nicht die Belohnung, sondern die spielerische Auseinandersetzung mit Inhalten und Fragestellungen, sowie die Reflexion des eigenen Wachstums.

Diese Elemente orientieren sich an anerkannten pädagogischen Konzepten (z. B. den Inner Development Goals) und fördern Reflexion, Gestaltungsfähigkeit und lebenslanges Lernen.

Ausblick: KI und AR – wenn sinnvoll, nicht weil modern

Neue Entwicklungen wie künstliche Intelligenz oder Augmented Reality werden bei minnit’ nicht der Innovation willen integriert, sondern pädagogisch begründet. Bereits jetzt gibt es die Möglichkeit, Fragen an 3D-Modellen zu platzieren, die in die physische Umwelt eingeblendet werden können. Optional kann der AR-Modus mit Geocaching verbunden werden, sodass eine Schnitzeljagd mit AR-Elementen daraus entsteht. Die Geocaching-Option wird bald auf andere Fragetypen ausgeweitet werden – wann genau, steht noch nicht fest.

In puncto KI sind beispielsweise folgende Einsatzszenarien geplant:

  • KI hilft bei der Formulierung von Fragen oder plausiblen Antwortoptionen.
  • Ein Hilfebereich mit Chatbot unterstützt beim Einstieg.
  • Barrierefreie Bildbeschreibungen werden automatisiert ergänzt.

Diese bald verfügbaren KI- Funktionen sind optional und werden DSGVO-konform sowie lokal gehostet bereitgestellt.

Auf mintgrünem Hintergrund ist das Logo der Web-App minnit' zu sehen. Rechts ist ein Computer-, Laptop- und Smartphone-Bildschirm zu sehen, auf denen die Web-App minnit' mit dem Quallen-Maskottchen Sumi zu sehen. Links daneben steht: "Umfrage-App für selbstbestimmtes Lernen: DSGVO-konform, kostenfrei, für alle Schularten geeignet"

Grafik: LMZ/Stabsstelle ZdL

Die App auf einen Blick

  • Art des Tools: Web-App
  • kostenlos: ja
  • Registrierung nötig: Teilnahme: nein; Erstellen: ja
  • Internetverbindung nötig: ja
  • Werbung: nein
  • Datenschutz: DSGVO-konform
  • Urheber: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, länderübergreifendes DigitalPakt-Projekt

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