Unser Tool-Tipp – Easy Wetter
Ob Temperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit: Mithilfe der kostenfreien Web-App Easy Wetter können Lernende Daten von selbstgebauten IoT-Wetterstationen auswerten. | Foto: Seventyfour - adobestock.com, Screenshots: https://easywetter.smz-stuttgart.de/
Messdaten auf einen Blick: Dashboard für Wetterstationen an Schulen
Ist es auf dem Schulhof gerade sonnig oder bewölkt? Bleibt es trocken oder steht Regen bevor? Brauche ich in der großen Pause eine Jacke oder nicht? Mithilfe einer selbstgebauten IoT-Wetterstation können sich Schülerinnen und Schüler Fragen rund um das lokale Wetter selbst beantworten.
Die kostenfreie Web-App „Easy Wetter“ des Stadtmedienzentrums (SMZ) Stuttgart unterstützt die Lernenden bei solchen Internet-of-Things-Projekten im NWT- und Informatikunterricht. Sie bietet ein webbasiertes Dashboard (engl. „Armaturenbrett“), das die Messdaten von IoT-Wetterstationen zentral visualisiert und auswertet. Das speziell für Schulen entwickelte Dashboard zeigt zum Beispiel die aktuelle Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck an einem bestimmten Ort in der Schule an.
Ideal für IoT-Projekte: Datenwege von Sensor bis Cloud verfolgen
Doch die Easy Wetter-App ist mehr als nur eine Anzeige. Mit ihrer Hilfe können Lernende im NWT- und Informatikunterricht den kompletten Weg ihrer Messdaten verfolgen: vom Sensor bis zur Cloud. Wie sie ihre eigene Wetterstation zum Laufen bringen, erfahren sie dabei in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung im Bereich „Schüler“ auf der Easy Wetter-Website.
Als technische Ausstattung benötigen die Lerngruppen hierfür einen ESP32 Mikrocontroller sowie einen BME280 Sensor. Die Plattform unterstützt sowohl die Programmiersprachen C++ (Arduino IDE) als auch MicroPython. Ein Spezial-Treiber, der auf der Easy Wetter-Website bereitgestellt wird, nimmt den Lernenden die komplexe WLAN-Anbindung und Datenübertragung ab.
Auf kollaborative und praktische Weise können Kinder und Jugendliche so den kompletten Weg der Datenverarbeitung erlernen:
- Sensorik (Messen): Der BME280 Sensor wandelt physikalische Größen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck) in elektrische Signale um.
- Übertragung (Steuerung): Der Mikrocontroller ESP32 steuert den Sendevorgang per WLAN und überträgt die Daten.
- Visualisierung (Regeln/Auswerten): In der Cloud werden die Wetterdaten visualisiert. So können Datenverläufe analysiert und Wettertrends interpretiert werden.
Foto: Marlene Feller/LMZ
Datenschutz im Fokus: Wetterdaten auf schuleigenen Servern hosten
Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal der Easy Wetter-App ist ihre Datenschutzkonformität: Als Open-Source-Alternative zu kommerziellen Diensten wie Blynk oder Thingspeak benötigt das System keine individuellen Schülerinnen- und Schüler-Accounts. Es kann auf schuleigenen Servern gehostet werden, sodass die Schule die Datenhoheit behält. Die Easy Wetter-Website stellt im Bereich „Lehrer“ eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation bereit.
In einem umfangreichen Admin-Bereich können Lehrkräfte mehrere Klassen oder Gruppen anlegen und verwalten. Jede Klasse oder Gruppe erhält einen eigenen Bereich zur Ansicht und Auswertung ihrer Messdaten, die über einen individuellen Link abrufbar ist. So können Kinder und Jugendliche ihre Messwerte in Echtzeit verfolgen oder für weitere Analysen (z.B. in Excel oder GeoGebra) als CSV exportieren.
Zusätzlich bietet die App einen speziellen „Fokus-Modus“: Dieser stellt einzelne Stationen in Vollbild und ablenkungsfrei dar. Mithilfe eines Public Links können Messwerte somit ideal auf der Schulwebsite oder Wand-Tablets und Info-Displays im Schulhaus eingebunden werden.
Fazit: Am Beispiel von Wetterdaten fördert die Easy Wetter-App das Verständnis für den kompletten Weg der Datenverarbeitung entlang einer IoT-Wetterstation. Sie bietet eine kostenfreie, datenschutzkonforme Alternative zu kommerziellen Diensten wie Blynk oder Thingspeak.
Das Tool auf einen Blick
- Art des Tools: Web-App
- Registrierung nötig: nein
- Internetverbindung nötig: ja
- Werbung: nein
- Datenschutz: DSGVO-konform
- Urheber: Harald Hochwald/Stadtmedienzentrum (SMZ) Stuttgart im Rahmen eines Vibe-Code-Projekts


