Unser Tool-Tipp: BLOCKALOT

Stephanie Wössner
Hände liegen auf einem aufgeklappten Laptop, auf dem eine Berglandschaft mit Haus aus quadratischen Blöcken zu sehen ist.

Virtuelle Welten für Lernende erstellen und das nächste Lernabenteuer im Klassenzimmer starten: Das gelingt mit der Plattform BLOCKALOT. | Grafik: LMZ/Stabsstelle Zukunft des Lernens, Foto: insta_photos – adobestock.com

Virtuelle Welten bauen – Zukunft gestalten

Wie können virtuelle Welten mehr sein als Spielräume? Wie können sie Kindern und Jugendlichen ermöglichen, Zukunft zu erleben, Verantwortung zu übernehmen und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten? BLOCKALOT beantwortet diese Fragen, indem es Game-based Learning mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Die nicht-kommerzielle, DSGVO-konforme Plattform des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg schafft sichere, kreative und kooperative virtuelle Lernumgebungen. In diesen können junge Menschen Ideen entwickeln, Perspektiven aushandeln und gemeinsam Lösungen entwerfen.

Die technische Grundlage bildet die offene Game-Engine Luanti (Minetest). Diese wurde um ein speziell entwickeltes pädagogisches Dashboard erweitert. Lernbegleitende können virtuelle Welten für Lernende erstellen, Lernabenteuer ihren Bedürfnissen anpassen und Lernprozesse begleiten – ohne technische Einstiegshürden. Das Herzstück des Angebots ist die fundierte pädagogische Einbettung der technischen Lösung in Game-based Learning: Dazu zählen erprobte pädagogische Konzepte, individuelle Begleitung, Fortbildung und Unterstützung bei der Nutzung der angebotenen Materialien.

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Virtuelle Welten als Zukunftslabore

In BLOCKALOT entsteht Lernen durch Handeln. Kinder und Jugendliche entwerfen nachhaltige Städte, entwickeln Energie- und Mobilitätssysteme, planen Räume für Begegnung und Beteiligung und erleben demokratische Entscheidungsprozesse hautnah. Sie gestalten Landschaften, experimentieren mit technologischen Lösungen, verhandeln Wertefragen und testen Ideen, die sie dann reflektieren und weiterentwickeln.

Die virtuelle Welt wird damit zu einem Erfahrungsraum, in dem Lösungen für ökologische, soziale und technologische Herausforderungen gestaltet und diskutiert werden. Entscheidungen haben Konsequenzen, die im virtuellen Raum sichtbar werden – und zurückwirken auf das Handeln in der physischen Welt. So entstehen Zukunftsbewusstsein und Verantwortungsfähigkeit durch das Anknüpfen an die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.

Das Foto zeigt Stephanie Wössner, die Leiterin der Stabsstelle Zukunft des Lernens am LMZ, eine Frau in hellgrauem Blazer mit langen schwarzen Haaren mit lila Spitzen. Ihr Zitat lautet: „BLOCKALOT ist nicht nur ein Spielplatz – sondern ein Labor für Zukunftsgestaltung. Lernende bauen, entscheiden, scheitern, lernen und übernehmen Verantwortung. So entsteht Zukunft nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen, Kreativität und Mitgestaltung.”

Foto: Stephanie Wössner, Grafik: LMZ

Features, die Gestaltung ermöglichen

BLOCKALOT verbindet technische Möglichkeiten mit einer klaren pädagogischen Haltung. Die Plattform wird sicher in Deutschland gehostet. Lernbegleitende können anonyme Zugänge für junge Menschen anlegen und mithilfe einer intuitiven Oberfläche virtuelle Welten erstellen. Inhalte wie Bilder und Audiodateien oder Gebäude und Umgebungen aus der physischen Welt lassen sich unmittelbar einbinden, sodass hybride Möglichkeitsräume entstehen, in denen die virtuelle und die physische Welt miteinander verbunden werden.

Ein besonderes Merkmal ist der Geoimport: Lernende importieren Landschaftsdaten, beispielsweise von Stadtvierteln, Flussläufen oder Wäldern, in die virtuelle Welt und gestalten diese mit Blick auf die Zukunft um – eine einzigartige Möglichkeit, lokale Lebensräume zu erforschen und mögliche Zukünfte zu entwickeln.

Praxisbeispiele – Räume für Co-Creation

BLOCKALOT eignet sich für projektorientiertes, kreatives und interaktives Lernen in allen Bildungskontexten:

  • Zukunftsstädte planen
  • Klimaanpassungsstrategien entwickeln
  • historische Orte mit Blick auf die Zukunft rekonstruieren
  • mehrsprachige Museumswelten gestalten
  • Mehrgenerationen-Zukunftswerkstätten umsetzen, in denen Perspektiven auf gesellschaftliche Themen geteilt und verhandelt werden

Länderübergreifende Projekte mit Bezug zum Fremdsprachenlernen, zu MINT und Demokratiebildung sind ebenso möglich wie die spielerische Entwicklung von informatischen Kompetenzen. Logiksysteme, Automationen und Entscheidungsprozesse werden im System modelliert und weiterentwickelt – ohne dass dafür Vorkenntnisse notwendig wären.

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Zusammenarbeit, Reflexion und Dokumentation

Gemeinsames Gestalten ist ein zentrales Element. Gruppen arbeiten gleichzeitig in einer Welt, präsentieren Bauwerke und Ideen. Sie führen Rundgänge durch, diskutieren Entscheidungen und dokumentieren ihre Entwicklung – etwa durch Screenshots, Walkthrough-Videos oder kleine Präsentationen auf dem Sprachserver. Geht es um Lösungen für Herausforderungen in der physischen Welt, erlaubt es der 3D-Export, die in der virtuellen Welt gefundenen Lösungsansätze mittels anderer Technologien wie 3D-Druck oder Extended Reality weiter zu nutzen.

Luanti läuft auf gängigen Schulgeräten wie Laptops, PCs und Android-Tablets. Die virtuelle Lernwelt ist so gestaltet, dass sie auch dann eingesetzt werden kann, wenn die technische Ausstattung heterogen ist oder ältere Geräte genutzt werden.

Begleitung und Community

BLOCKALOT wird nicht allein als Plattform bereitgestellt, sondern durch eine umfassende pädagogische Infrastruktur begleitet, die den Einstieg erleichtert und Inspiration bietet:

  • Lernabenteuer und Impulse:
    Mit BLOCKALOTAdventures stehen anpassbare Lernabenteuer und ein Basiskurs Medienbildung zur Verfügung. BLOCKALOTStories liefert thematische Impulse.
  • Anleitungen und Tutorials:
    DasBLOCKALOTWiki dient als zentrale Anlaufstelle für Fragen und Anleitungen, während BLOCKALOTTube Videotutorials bietet.
  • Fortbildung und Beratung:
    Die Formate BLOCKALOTLab und BLOCKALOTConnect ermöglichen Fortbildungen sowie Austausch und Vernetzung. Für individuelle Umsetzungen gibt es BLOCKALOTGuide, und bei technischen Fragen unterstützt BLOCKALOTSupport zuverlässig.

Im Rahmen von BLOCKALOT werden Lernbegleitende also individuell und zielgerichtet betreut und können sich im gemeinsamen Austausch professionell weiterentwickeln. So entsteht ein kollektives Erfahrungsökosystem – getragen von Praxis, Community und einer klaren Vision für zukunftsorientiertes Lernen, in dem junge Menschen befähigt werden, Zukunft selbst zu gestalten.

Die Grafik zeigt vier aufgeklappte Laptops, auf denen Landschaften, historische Stätten und Häuser aus bunten geografischen Blöcken zu sehen. Oben links ist das Logo von Blockalot zu sehen: ein brauner, hellgrauer und grauer Quader. Unten rechts ist der Slogan zu lesen: Werde Teil unserer Community und lerne gemeinsam!

Grafik: LMZ/Stabsstelle Zukunft des Lernens

BLOCKALOT auf einen Blick

  • Art des Tools: Game-based-Learning-Plattform
  • kostenlos: ja
  • Registrierung nötig: Lernbegleitende: ja; Lernende: nein
  • Internetverbindung nötig: ja
  • Werbung: nein
  • Datenschutz: DSGVO-konform
  • Urheber: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

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