So denken Jugendliche über künstliche Intelligenz – Ein Comic-Essay
Was assoziieren 11- bis 19-Jährige mit künstlicher Intelligenz? Eine Online-Umfrage und Schülergespräche bilden die Basis für den Comic-Essay. | Bild: Tübingen AI Center, CC BY-NC-ND 4.0
Comic präsentiert Ergebnisse von Online-Umfrage und Schülergesprächen über KI
Was ist künstliche Intelligenz? Was soll künstliche Intelligenz sein? Und was soll künstliche Intelligenz nicht sein? Was Jugendliche über die Zukunftstechnologie schlechthin denken, hat das Tübingen AI Center mittels einer Online-Umfrage und Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern im Frühjahr 2022 untersucht. Ihre Ergebnisse präsentiert das Center auf kreative Art und Weise in einem Comic-Essay mit dem Titel „Schokoroboter und Deepfakes“. Lehrkräften ermöglicht der Comic-Essay, das Thema künstliche Intelligenz durch die Brille von Heranwachsenden zu betrachten oder mit ihnen eine Debatte über KI anzustoßen.
Basis für den Comic-Essay sind die Antworten von rund 200 Schülerinnen und Schülern zwischen 11 und 19 Jahren auf eine Online-Umfrage sowie die Inhalte von Schülergesprächen mit 8. bis 12. Klassen an Gesamtschulen und Gymnasien in Tübingen und Grimma. In neonfarbener Bildsprache auf schwarzem Hintergrund fasst er die Antworten junger Menschen auf die folgenden Fragen zusammen:
Was bedeutet (künstliche) Intelligenz?
Wie nutzen sie KI schon heute in ihrem Alltag?
Welche Art von Beziehungen können sie sich zu künstlichen Intelligenzen vorstellen?
Welche Art von KI wünschen sie sich für die Zukunft?
Welche Ängste und Sorgen haben sie im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz?
Falls KI-Roboter nicht mehr als solche erkannt werden können, könnte es passieren, dass Menschen ihre gesamten Beziehungen mit Robotern führen. | Bild: Tübingen AI Center, CC BY-NC-ND 4.0
KI soll als KI erkennbar sein und Weltprobleme lösen
Grafische Illustrationen und Sprechblasen, die die Antworten aus der Umfrage und den Gesprächen zitieren, verdeutlichen auf unterhaltsame Weise die Perspektive der jungen Generation. Wichtig ist ihr zum Beispiel, dass „eine KI (…) immer noch als KI erkennbar sein und nicht zu menschlich werden [sollte]“. Zwar können sich einige Heranwachsende künstliche Intelligenzen als Haustiere, Gesprächspartner oder Freunde in schwierigen Zeiten vorstellen. Doch bezweifeln andere wiederum, dass sie zu Androiden oder menschenähnlichen Robotern eine gleichwertige emotionale Beziehung aufbauen könnten wie zu Menschen.
Die befragten 11-bis 19-Jährigen wünschen sich außerdem, dass KI-Systeme sie im Alltag bei organisatorischen, monotonen oder gefährlichen Tätigkeiten unterstützen. Als Beispiele nennen sie Reiseplanung, Autofahren oder das Löschen von Bränden. Auch setzen sie große Hoffnungen darin, dass intelligente Exoskelette und Wearables Menschen mit Krankheiten und Behinderungen das Leben erleichtern werden und „dass KIs in der Zukunft bald intelligent genug sind, um Weltprobleme zu lösen“. Die Stärke von KI-Systemen sehen die Jugendlichen im unermüdlichen und genauen Ausführen komplexer Aufgaben mit hoher Datenlast. Dagegen betrachten sie Selbstreflexion, Flexibilität, Kreativität und Einfühlungsvermögen als Stärken des Menschen.
Eine der Ängste der befragten Jugendlichen im Hinblick auf KI ist, dass der Mensch irgendwann die Kontrolle über ihre Handlungen verlieren wird. | Bild: Tübingen AI Center, CC BY-NC-ND 4.0
Horrorszenario Kontrollverlust versus Roboter-Gesetze
Gleichzeitig ist den befragten Schülerinnen und Schülern bewusst, dass künstliche Intelligenz als Werkzeug oder als Waffe eingesetzt werden kann – wie andere Technologien oder Alltagsgegenstände auch. Sorgen bereiten ihnen ein möglicher Kontrollverlust über superintelligente KI-Systeme oder ihr Einsatz für politische Manipulation, totalitäre Systeme und Kriege: „Ein Horrorszenario ist, dass die von Menschen geschaffene KI den Menschen ersetzt und wir damit unser eigenes Ende erfunden haben.“ Dennoch sehen sie auch für diese Probleme Lösungen, zum Beispiel die Roboter-Gesetze von Isaac Asimov.
Wie genau Asimovs Roboter-Gesetze lauten, erklären die zusätzlichen Wissenstexte des Comics ebenso bündig und beispielhaft wie andere Fachbegriffe – vom Androiden über Deepfake bis hin zu maschinellem Lernen. Außerdem geben die Wissenstexte Tipps für den Umgang mit künstlicher Intelligenz in Alltagsgeräten und den Schutz der eigenen Daten. Damit ist der Comic-Essay selbst ein Baustein, um „KI und Roboter zu verstehen“ und sich auf das „Leben und Aufwachsen mit KI vorzubereiten“ – aus Sicht der jungen Befragten die Aufgabe ihrer Generation.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Spotlight-Seite zu ChatGPT sowie demnächst auf unserem YouTube-Kanal.



