Schülerinnen und Schüler profitieren von Lehrkräften mit Migrationshintergrund
Lehrkräfte mit Migrationshintergrund | DMEPhotography via GettyImages
Mehrsprachigkeit stärkt Menschen
Lehrerinnen und Lehrer aus Einwandererfamilien, die mehrsprachig aufgewachsen sind, haben einen positiven Einfluss auf die Sprachfähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler. Die Sprach- und Lesefertigkeiten entwickeln sich bei ihnen ausgeprägter als bei anderen Lehrkräften, beweist eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.
Inhalt der Studie
Dr. Lisa Sofie Höckel, Wissenschaftlerin in der Forschungsgruppe „Migration und Integration” im Kompetenzbereich „Arbeitsmärkte, Bildung, Bevölkerung“ nutzte für die Studie Daten der Sekundarstufe I (Klasse 5-9) des Nationalen Bildungspanels (NEPS) und analysierte, wie sich im Längsschnitt die Leistungszuwächse der Schüler/-innen verändert hatten. Sie fand heraus, dass die Lernenden in den Schuljahren, in denen sie von Lehrern und Lehrerinnen mit Migrationshintergrund Deutschunterricht erhielten, beim Leseverständnis stärkere Leistungen erbrachten als in den Jahren mit Lehrkräften ohne Migrationsgeschichte.
Ein Gewinn für alle
Angesichts ihrer intensiveren eigenen Erfahrung im Sprachenlernen seien Lehrer/-innen, die noch eine zweite Muttersprache sprechen, im Vorteil. Davon profitieren vor allem Schulkinder mit Migrationshintergrund, aber auch alle anderen. Mehrsprachigen Lehrkräften komme eine Vorbildfunktion zu: Sie können sich in die Probleme der Lernenden leichter hineindenken. Denn Sprachen zu lernen, um sich gegenseitig zu verstehen, bringt die Gesellschaft insgesamt voran. „Gute Sprachfähigkeiten sind für die berufliche Zukunft entscheidend“, fügt Dr. Höckel hinzu. Auch der kompetente Umgang mit Medien basiert auf Text- und Sprachverstehen.
Interessant
Verglichen mit anderen Einflussfaktoren auf die Lesefertigkeit sei laut Studie der positive Effekt einer Lehrkraft mit Migrationshintergrund beachtlich, bspw. doppelt so groß wie der sogenannte „Geschlechtereffekt“ (durchschnittlicher Vorsprung von Mädchen gegenüber Jungen).

