Pinterest: Virtuelle Pinnwand wird immer erfolgreicher
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Sammeln und Teilen von Ideen
Rund 250 Millionen Menschen weltweit nutzen nach Angaben des Internetportals t3n die virtuelle Pinnwand Pinterest. Bereits nach dem Start dieser Mischung aus sozialem Netzwerk und visueller Suchmaschine im Jahr 2010 explodieren die Nutzerzahlen. Die Grundidee von Pinterest basiert auf dem Anheften – pin – von Interessen – interest. Dadurch ergibt sich eine virtuelle Pinnwand zum Sammeln und Teilen von Ideen.
Pinterest will nach eigenen Angaben seinen „Nutzern dabei […] helfen, das zu entdecken und […] tun, was ihnen gefällt“. Die Anmeldung kann entweder über eine E-Mail-Adresse oder optional über das Facebook- oder Google-Konto erfolgen. Nach der Anmeldung erfragt Pinterest das Alter und das Geschlecht der Nutzer/-innen. Im letzten Schritt werden die Nutzer/-innen aufgefordert, Interessen aus Vorschlägen für bestimmte Kategorien wie Reisen, Design, Mode, Garten oder Kochen auszuwählen. Nach der ersten Vorauswahl werden zu den gewählten Themen immer neue mögliche Interessensgebiete angeboten. Je mehr Inhalte die User mit dem „Merken“-Button markieren oder an ihre eigene Pinnwand heften, desto genauer weiß der Anbieter, was ihnen gefällt und bietet spezifischere Pins an. Als Resultat erhält man zu allen eigenen Interessens- oder Ideengebieten Sammelbücher. Klicken die Nutzer/-innen auf ein Foto, wird darunter ein Link zur jeweiligen Internetseite angezeigt, da jeder Pin eine hinterlegte URL-Adresse besitzt. Gefällt einem zum Beispiel ein Do-it-Yourself-Bild, so wird die Internetseite mit der dazugehörigen Bastelanleitung angeboten. Ende 2018 wurden laut FutureBiz auf Pinterest rund 175 Mrd. Ideen veröffentlicht.
Das Konzept von Pinterest scheint seine Nutzer/-innen zu überzeugen, wofür vor allem zwei Gründe ausschlaggebend sein dürften: Durch das Kommunizieren mit Bildern fällt die Sprachbarriere weg und vergrößert somit den Kreis der Adressaten. Denn auch wenn je nach Interessensgebiet Fotos mit Text an Relevanz gewinnen, gibt es zahlreiche Pins, die lediglich der Betrachtung dienen. Außerdem tauschen sich die Nutzer/-innen nicht nur mit Freunden aus, sondern hauptsächlich mit Fremden. Dadurch entdecken sie Beiträge, die ihnen in anderen sozialen Netzwerken möglicherweise nicht angezeigt werden.
Die Relevanz steigt auch bei Jugendlichen
Die Social-Media-Plattform wird bei Jugendlichen ebenso zunehmend beliebter. Schließlich steigt der Stellenwert der Kommunikation in Form von Fotos, Emojis und Bewegtbildern bei Jugendlichen und diesen Trend greift auch Pinterest mit Erfolg auf.
2018 belegte Pinterest laut der aktuellen JIM-Studie bei den wichtigsten Apps von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren Platz 10. Die Nutzung der visuellen Suchmaschine stieg im Vergleich zum Vorjahr fast um das Doppelte. Beim Schwerpunkt Kommunikations-Apps nimmt Pinterest den fünften Platz ein und überholte bereits Twitter, Skype und Tumblr.
Datenschutz und Urheberrecht
Pinterest setzt auf Transparenz und beschreibt in seinen Richtlinien, welche Informationen wie und wofür gespeichert werden. Ein Webanalysedienst von Google speichert mithilfe von „Cookies“ Informationen über seine Nutzer/-innen. Findet die Anmeldung bei Pinterest über das Facebook- oder Google-Konto statt, trägt der jeweilige Drittanbieter ebenfalls alle Informationen wie die Kontakte oder „Gefällt mir“ Angaben an Pinterest weiter. Hier hängt die Informationsmenge jedoch von den getätigten Privatsphäre-Einstellungen ab, die auf Pinterest selbst und anderen Portalen getätigt wurden. Zudem teilen Werbekunden und Drittanbieter mit der Fotoplattform ihre bereits gesammelten Informationen, wie Klicks und Käufe, um die angezeigten Vorschläge für Pins und die neu eigeführten Werbeanzeigen zu personalisieren.
Pinterest zeigt auch Werbung
Werbung gab es bisher nur in den USA, Kanada, Großbritannien und anderen englischsprachigen Märkten. Im März 2019 führte Pinterest auch in Deutschland und weiteren europäischen Ländern Werbeanzeigen ein. Die Werbetreibenden können durch eine Selbstbedienungs-Plattform zukünftig Anzeigen platzieren. In den USA wurden zeitgleich die bisherigen Werbeanzeigen zu Shopping-Anzeigen ausgebaut. Nutzer/-innen erhalten also personalisierte Kaufempfehlungen und haben die Möglichkeit, alle Produkte aus Pins zu kaufen. Die Einführung von Shopping-Anzeigen soll laut eigenen Angaben von Pinterest in Deutschland bald folgen.
Probleme mit dem Urheberrecht
Bei der Nutzung von Pinterest in Form vom Teilen und Pinnen der ausgewählten Fotos, sollte Usern bewusst sein, dass die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten strafbar ist. Eigene und freie Inhalte sind hiervon ausgeschlossen. In den meisten Fällen werden allerdings fremde Bilder gepinnt. Da sich das Urheberrecht der USA von den in Deutschland geltenden Gesetzen gravierend unterscheidet, änderte Pinterest die Nutzungsbedingungen und führte zum Beispiel private Pinnwände, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, ein. Zudem konzipierte die Plattform einen „Pin it“ Button für Webseiten, der kennzeichnet, was von dem Webseitenbetreiber zum Teilen freigegeben wird. Allerdings handelt es sich hierbei um keine Erlaubnis des Urhebers, da die Rechte oftmals nicht beim Webseitenbetreiber selbst liegen. In beinahe allen Fällen liegt bei der Verbreitung von Fotos in Form vom Pinnen eine Rechtsverletzung vor, die theoretisch zu einer Abmahnung nach dem Urheberrechtsgesetz führen kann.

