Neue Twitter-Alternative „Threads“: Das sollten Lehrkräfte und Eltern wissen
Threads App: Neue Twitter-Alternative von Meta | Delmaine Donson via GettyImages
Threads – mehr als ein Twitter-Klon?
Threads – die neue App des Meta-Konzerns – tritt gewissermaßen in die Fußstapfen der Kurznachrichten-Plattform Twitter. Diese kämpft seit der Übernahme durch Elon Musk um ihr Image und auch um ihre Nutzer/-innen. Doch was genau kann Threads und was nicht? Wir klären die wichtigsten Fragen.
Wer kann Threads nutzen?
Der wichtigste Fakt zuerst: Threads ist bisher nur in ausgewählten Ländern wie beispielsweise den USA und Großbritannien verfügbar. In der Europäischen Union lässt sich die App nicht ohne Weiteres nutzen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen hat sich der Mutterkonzern Meta dazu entschieden, die App vorerst nicht in der EU bereitzustellen. Technikaffine Nutzer/-innen können die App zwar über Umwege installieren. Jedoch dürfte der etwas umständliche Workaround dafür sorgen, dass Threads vermutlich vorerst keine breite Nutzerschaft in der EU erreichen wird.
Wie läuft die Registrierung?
Threads lässt sich aktuell nur von Personen nutzen, die auch über einen Instagram-Account verfügen. Die App ist direkt mit Instagram verknüpft und greift auch auf die dortigen Kontakte der Nutzer/-innen zurück. Dies dürfte mitunter ein Grund sein, weshalb Threads in den ersten fünf Tagen nach Veröffentlichung bereits mehr als 100 Millionen Registrierungen verzeichnet. Aktuell lässt sich die App auch nur dann vollständig vom Smartphone löschen, wenn Instagram ebenfalls gelöscht wird.
Was kann Threads? Und was nicht?
Welche Funktionen bietet Threads?
Threads ähnelt in seinen Grundfunktionen seinem Vorbild Twitter. Herzstück der App sind also vor allem kurze Text-Beiträge. Im Falle von Threads liegt das Zeichenlimit der Beiträge bei 500 und damit über dem allgemeinen Zeichenlimit von Twitter. Auch die Timeline von Threads gleicht dem Musk-Konkurrenten sichtbar. Die Beitragsfunktionen umfassen Veröffentlichen, Liken, Teilen, Zitieren und Kommentieren. Worin sich Threads bislang stark von Twitter unterscheidet, sind die Themenvorschläge: Threads nutzt bislang keine Hashtags, auch aktuelle Trends werden (noch) nicht angezeigt. Stattdessen fokussiert sich die App mehr auf das Vernetzen über Kontakte. Auch die Suche bezieht sich bislang ausschließlich auf Accounts. Themen oder Beiträge können darüber nicht gefunden werden. Direktnachrichten lassen sich ebenfalls nicht über die App verschicken.
Ist Threads für Kinder und Jugendliche bedenklich?
Eine pauschale Aussage, ob Threads per se für Kinder und Jugendliche bedenklich ist, lässt sich nicht treffen. Wie so oft hängt diese Frage vor allem davon ab, wie Kinder und Jugendliche die App nutzen und welchen Accounts sie folgen. Auf welche Art und Weise die App mit bedenklichen Inhalten und Themen wie Fake News umgehen wird, muss sich noch zeigen. Vorsicht ist aktuell in jedem Fall in den App Stores geboten. Vor allem im Google Play Store tummeln sich zahlreiche Apps mit dem Begriff „Threads“ im Titel. Fakt ist jedoch (Stand: 11. Juli 2023): Threads von Meta ist in den App-Stores im EU-Raum nicht verfügbar. Interessierte sollten also vorsichtig sein beim Herunterladen von Drittanbieter-Apps, die sich den Namen zu Nutze machen.
Wie geht es mit Threads weiter?
Wie sich Threads weiterentwickelt, welche Funktionen die App zukünftig umfassen wird und ob sie tatsächlich den Platzhirsch Twitter verdrängen könnte, bleibt abzuwarten. Aktuell befindet sich die App noch in einer sehr frühen Phase. Zahlreiche neue Features dürften in den kommenden Monaten folgen und dann wird sich zeigen, wo mögliche Herausforderungen der App liegen, sofern diese früher oder später auch offiziell in der EU veröffentlicht wird.

