Neue Studie zum Medienumgang Zwei- bis Fünfjähriger veröffentlicht
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Videostreamingangebote: Schon Medienalltag bei Kleinkindern?
Mit ihren flackernden Bildschirmen übten bereits die alten Fernseher eine Faszination auf die Kleinsten aus. Und dank der Streamingdienste kann man Videos jetzt prima auf kleinen Geräten „mitnehmen“ und gucken, wann und wo immer Kind möchte, auf dem Spielplatz, in der Kita, in der Bahn und sogar beim Einkaufen und Essen. Dass das Medium jetzt leichter anzufassen ist und durch Anlangen, Drücken und Wischen auch noch auf den willensstarken Aktionsdrang der Jungen und Mädchen reagiert, macht das Ganze noch attraktiver.
Mit der Studie miniKIM 2020 legte der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) in Kooperation mit dem Südwestrundfunk (SWR) nach 2012 und 2014 nun zum dritten Mal Basisdaten zur Mediennutzung von Kindern im Alter zwischen zwei und fünf Jahren vor. Stellvertretend für die Kinder waren 600 Erzieher/-innen zum Medienverhalten ihrer Kleinen befragt worden.
- Laut Studie verbringen zwei- bis fünfjährige Kinder aktuell bereits genauso viel Zeit mit Streamingdiensten wie mit dem klassischen Fernsehen.
- Die Beschäftigung mit Büchern sei zwar bislang die häufigste mediale Freizeitbeschäftigung der Kinder, aber die zunehmende Breite der Medienangebote mache gerade auch vor den kleinsten Mediennutzern nicht Halt.
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Fernsehen heute
Vor allem alternative Möglichkeiten zum linearen Fernsehen seien populär geworden und die zeitsouveräne Nutzung von Streamingdiensten und Online-Videos habe auch im Medienalltag von Kleinkindern einen hohen Stellenwert, so das Resultat der Studie, die folgende Zahlen aus ihrer Umfrage erhebt:
- 46 Prozent schauen sich bereits Sendungen über kostenpflichtige Streamingdienste wie bspw. Netflix an, 38 Prozent über kostenfreie Videoportale wie YouTube.
- Knapp ein Drittel der Kinder sieht mindestens wöchentlich Sendungen in Mediatheken, über Webseiten oder Apps der Sender. Auch die Lieblingssendungen der Kinder – auf Platz eins „Paw Patrol“ gefolgt von „Peppa Pig/Wutz“ – werden von den Kleinen vorrangig über Mediatheken, Apps, Streamingdienste oder auf YouTube etc. angeschaut.
(Quelle: miniKIM-Studie 2020)
Risiken und Chancen von Computer und Internet
Kein Wunder, dass dies Eltern mit gemischten Gefühlen sehen, was auch die für die miniKIM-Studie befragten Erzieher/-innen bestätigten:
- Je neun von zehn Erzieher/-innen seien der Meinung, das Internet sei für Kinder gefährlich. Kinder sollten nur dann im Netz unterwegs sein, wenn auf dem PC ein spezielles Filterprogramm installiert ist.
- 76 Prozent der befragten Erzieher/-innen schreiben den neuen Medien das Potenzial zu, Neues zu vermitteln. Zwei Drittel befürworten die Möglichkeit des spielerischen Lernens mit dem Tablet. 55 Prozent finden dieses Gerät geeignet, um Kindern den Umgang mit Medien näherzubringen, damit sie rechtzeitg damit umgehen können.
Umso wichtiger seien Filtersoftware- und Schutzprogramme, die zusätzlichen Schutz ermöglichen und medienerzieherische Maßnahmen unterstützen.
Alle Ausgaben der miniKIM-Studie sind als PDF auf www.mpfs.de/bestellen abrufbar.
UNSER TIPP: Eltern sowie Medienpädagogen und -pädagoginnen sollten die Streamingangebote immer vorher selbst sichten und die Kinder während der gesamten Nutzungszeit begleiten!
Achten Sie auch auf die FSK-Vorgaben!


