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Nachgefragt am LMZ: Wie unterstützt die Medienpädagogische Beratungsstelle Familien und Fachkräfte?

Marlene Feller
Man sieht eine Frau mit halblangen dunkelblonden Haaren die in die Kamera laechelt. Sie hat eine rote Bluse an.

Andrea Zeisberg ist Medienpädagogin im Team der medienpädagogischen Beratungsstelle.

Orientierung im Medienalltag: Einblicke in die Arbeit der Medienpädagogischen Beratungsstelle

Zwischen Streit ums Smartphone, Fragen zu Bildschirmzeiten und dem Wunsch nach Orientierung im digitalen Alltag: Medien sind aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken – und sorgen gleichzeitig in vielen Familien für Unsicherheit. Unsere medienpädagogische Beratungsstelle unterstützt Eltern sowie pädagogische Fachkräfte genau an dieser Stelle. Immer dann, wenn es im Alltag mit Medien herausfordernd wird, können sich Ratsuchende an das Team wenden.

Im Gespräch gibt Medienpädagogin Andrea Zeisberg Einblicke in die Arbeit der Beratungsstelle, berichtet von typischen Fragestellungen aus der Praxis – und erklärt, warum persönliche Beratung oft mehr Orientierung bietet als der nächste Tipp aus dem Internet.

Medienpädagogische Beratungsstelle kontaktieren

„Unsere Empfehlung ist, hinzuschauen, was genau Kinder und Jugendliche online machen, welche Inhalte sie rezipieren und wie sie die Medien nutzen.“

Mit welchen Anliegen wenden sich Eltern oder pädagogische Fachkräfte am häufigsten an euch?

Ein Dauerthema, das so ziemlich alle Familien umtreibt, sind Mediennutzungszeiten – und vor allem die Frage, wie man diese einhält, ohne ständig neue Konflikte auszulösen. Viele wenden sich an uns, weil sie unsicher sind, wie viel Medienzeit überhaupt in Ordnung ist, ob es Richtwerte gibt, an denen man sich orientieren kann, und wie sich das Ganze gut im Familienalltag umsetzen lässt. Das ist aber auch ein sehr differenziertes Thema. Das klingt oft einfacher, als es ist. Unsere Empfehlung ist, hinzuschauen, was genau Kinder und Jugendliche online machen, welche Inhalte sie rezipieren und wie sie die Medien nutzen. 

Gibt es Themen oder Fragestellungen, die sich in den letzten Jahren verändert haben? 

Die Themen sind im Kern relativ gleichgeblieben: Wie begleite ich mein Kind gut im Umgang mit Medien? Wie setze ich sinnvolle Regeln? Und wie gehe ich mit Herausforderungen um? Was sich verändert, sind eher die Inhalte: also zum Beispiel, welche Spiele gerade angesagt sind oder welche Challenges auf Plattformen wie TikTok die Runde machen. Das wechselt ständig und oft auch sehr schnell – da muss man wirklich am Ball bleiben, um zu wissen, was gerade in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen passiert.  

Man sieht zwei Frauen, die in die Kamera laecheln. Sie sind Mitarbeitende der Medienpaedagogischen Beratungsstelle des LMZ.

Unser Beratungsteam vereint medien-, sozial- und schulpädagogische sowie erziehungswissenschaftliche Expertise und ist in gewaltfreier Kommunikation sowie systemischer Beratung fortgebildet. | Foto: Marlene Feller/LMZ

Persönliche Beratung bietet mehr Orientierung als der nächste Tipp aus dem Internet.

Das Internet oder mittlerweile die KI liefern vielfältige Hilfestellungen und Ratschläge, auch zu Medienerziehung. Warum lohnt es sich, euch zu kontaktieren? 

Das Internet – und mittlerweile auch KI – liefern natürlich viele Informationen. Aber man muss erst einmal wissen, welche davon richtig und verlässlich sind. Quellen zu prüfen ist wichtig, aber nicht immer einfach. Der Vorteil bei uns ist, dass wir beruflich sehr tief in dem Thema drin sind und direkt einschätzen können, was wirklich weiterhilft. Wir haben passende Tipps, Links und Anlaufstellen parat – so bekommen Menschen schneller Orientierung. Wichtig ist auch: Bei uns ist keine Frage verkehrt, solange es um Medien und Kinder oder Jugendliche geht. Und selbst wenn wir nicht direkt helfen können, verweisen wir gezielt weiter. 

Beratet ihr Lehrkräfte und Eltern auch über längere Zeiträume hinweg? 

In der Regel sind wir ein einmaliges Angebot. Es kann aber schon vorkommen, dass bei komplexeren Fällen ein Folgetermin sinnvoll ist – zum Beispiel, wenn die Familie etwas ausprobiert hat und wir gemeinsam schauen, wie es gelaufen ist. Eine langfristige Begleitung oder ein Coaching über einen längeren Zeitraum leisten wir allerdings nicht. In solchen Fällen verweisen wir dann gezielt an andere Fachberatungsstellen, zum Beispiel aus dem Bereich Familien- und Erziehungsberatung, die weiter unterstützen können. 

Was ist dir bei einer Beratung besonders wichtig – fachlich, aber auch menschlich?

Mir ist wichtig, dass ich mir in Ruhe anhöre, was die Leute zu erzählen haben, und ihnen dafür auch Zeit gebe. Außerdem ist es mir wichtig, Eltern zu erklären, warum Kinder und Jugendliche Medien nutzen und was sie daran begeistert. Ich versuche, dafür Verständnis zu schaffen und ermutige dazu, sich darauf einzulassen – zum Beispiel, indem man sich zeigen lässt, was gerade gespielt wird und warum das für die Kinder so spannend ist. 

 

Wie und wann kann man euch erreichen?

Unsere Sprechzeiten sind aktuell mittwochs und freitags – mittwochs von 9:00 bis 12:00 Uhr und 13:00 bis 16:00 Uhr, freitags von 9:00 bis 13:00 Uhr. In dieser Zeit können uns Ratsuchende ohne Termin oder Anmeldung anrufen unter der Tel.: 0711 4909-6321. Alternativ sind wir unter der Woche auch per E-Mail erreichbar. Einfach richten an beratungsstelle@lmz-bw.de – zum Beispiel mit der Bitte um ein Telefonat oder einen Videocall. Dann schauen wir individuell nach einem Termin, der für alle passt. 

Liebe Andrea, vielen Dank dir für das Gespräch! 

Mehr über die Medienpädagogische Beratungsstelle erfahren

Medienpädagogische Beratungsstelle direkt per Mail kontaktieren

Marlene Feller

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