Mit der Elternaufsicht den Medienkonsum des Kindes im Blick behalten
Familien beschließen gemeinsam Regeln für den Medienkonsum | fizkes via GettyImages
YouTube präsentiert ein neues Nutzertool
Mit YouTubeKids brachte die Google-Tochtergesellschaft YouTube bereits 2015 eine jugendschutzkonforme Variante ihrer Videoplattform auf den Markt. Nun legt das Unternehmen nach und kündigt ein weiteres Tool an, damit Eltern stärkeren Einfluss auf die gezeigten Inhalte nehmen können – die sogenannte Elternaufsicht. Das neue YouTube-Feature geht Mitte März online und verspricht Kindern und Jugendlichen ab 13 Jahren ein Unterhaltungserlebnis auf YouTube, frei von gewaltverherrlichenden und pornografischen Darstellungen.
YouTube unterbreitet mit der Elternaufsicht ein Angebot, mit dem Familien gemeinsam entscheiden können, was die heranwachsenden Medienerkunder zu sehen bekommen und was nicht. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl Eltern als auch ihr Kind über ein Google-Konto verfügen. Sind beide Konten miteinander verknüpft, steht Eltern eine Fülle an Möglichkeiten bereit, das Unterhaltungserlebnis ihres Kindes einzuschränken.
Das bietet die Elternaufsicht
Mit der Wahl einer von drei Kategorien aktivieren Eltern automatisierte Filter, sogenannte Machine-Learning-Systeme, die eine altersgerechte Auswahl an Videos zusammenstellen. Nicht jugendfreie Inhalte werden aus dem Videoangebot ausgeblendet. Zunächst startet das Feature als Beta-Version. YouTube betont damit, dass das neue Jugendschutztool noch in den Kinderschuhen steckt und das Feedback von wachsamen Eltern sowie Expertinnen und Experten für stetige Weiterwicklung und Optimierung der Filter herzlich willkommen ist. Hinzu kommt außerdem, dass Kinder und Jugendliche, die sich mittels der Elternaufsicht-Einschränkungen auf YouTube bewegen, weder Kommentare lesen und posten noch einen eigenen Kanal erstellen können, um Inhalte auf YouTube hochzuladen.
Mit der Family-Link-App können Eltern weitere Regeln für einen ausgewogenen Medienkonsum ihres Kindes festlegen. So besteht für Eltern die Option über das eigene Gerät das Nutzungsverhalten ihres Kindes zu erfassen sowie dessen Apps zu verwalten. Außerdem können Eltern limitierte Nutzungszeiten bestimmen oder sogar das Gerät ihres Kindes sperren. Das Gerät ist damit nicht lahmgelegt. Es bleibt möglich Anrufe entgegenzunehmen, Notrufe abzusetzen und solche Apps zu nutzen, die von Eltern als ,,immer erlaubt‘‘ kategorisiert sind.
Kontrollfunktion und Privatsphäre im Einklang
Auch wenn Eltern eine Menge an Entscheidungsbefugnissen übertragen bekommen, so müssen sich Kinder und Jugendliche nicht um ihre Privatsphäre sorgen. YouTube garantiert seinen jungen Nutzerinnen und Nutzern, Passwörter sowie persönliche Textnachrichten und Anrufe vor den Augen und Ohren der Eltern zu schützen. Eine Liveverfolgung der Bildschirmaktivität bleibt für Eltern ebenso verborgen.
Klar ist, die Elternaufsicht ist kein Überwachungstool. Im Gegenteil, Kinder und Jugendliche können selbstbestimmt entscheiden, ob sie der Elternaufsicht zustimmen möchten. Sobald Jugendliche das 13. Lebensjahr erreicht haben räumt YouTube den jungen Nutzerinnen und Nutzern die Wahl ein, die Elternaufsicht über das eigene Gerät zu beenden. YouTube appelliert damit an Eltern, nicht über die Köpfe ihrer Kinder hinweg zu entscheiden. Damit Kinder zu verantwortungsbewussten Medienkonsumenten heranwachsen, ist es wichtig, gemeinsam über Regeln und deren Sinn zu sprechen. Gesprächsimpulse finden Eltern im Familienleitfaden für die Elternaufsicht.

