Historisches Bild des Monats November
Zimmern: Burg Hohenzollern, Luftbild 1982 | LMZ/Albrecht Brugger
Jeden Monat ein neues Foto aus dem Bildarchiv
Zimmern: Burg Hohenzollern, Luftbild 1982
In diesem Jahr, das sich langsam dem Ende zuneigt, standen die Bilder des Monats vorwiegend im Zeichen der Gründung des Fotografischen Dienstes der Württembergischen Bildstelle, der 2026 sein 100-jähriges Jubiläum feiern durfte. Zugleich boten sie Anlass, die wichtigsten Meilensteine der Entstehung der Bildstellen in Baden und Württemberg zu beleuchten. Sie erzählten von der Gründung der Städtischen Lichtbildstelle in Stuttgart im Oktober 1920 und von der ein Jahr später erfolgten Errichtung der Badischen Lichtspiele für Schule und Volksbildung GmbH.
Als im Januar 1923 die Württembergische Bildstelle GmbH ins Leben gerufen wurde, hatte sie einen klar definierten gesetzlichen Auftrag. Zweck des Unternehmens war es, auf gemeinnütziger Grundlage die bei verschiedenen staatlichen und sonstigen Stellen sowie beim Verein zur Förderung der Volksbildung vorhandenen Lichtbilder zusammenzuführen, zu prüfen und bedarfsgerecht zu ergänzen. Das so zusammengetragene und geprüfte Bildmaterial sollte der Schule, der Volksbildung und anderen kulturellen Zwecken zugutekommen. Mit dem 1926 eingerichteten Fotografischen Dienst konnte schließlich die landeskundliche Bilddokumentation verwirklicht werden – eine Kernaufgabe des Fotoarchivs, die bis heute von großer Bedeutung ist.
Laut dem 2025 verabschiedeten Landesarchivgesetz Baden-Württemberg gehören die Erfassung, Verwahrung, Erhaltung, Erschließung und Zugänglichmachung von Archivgut auch heute noch zu den zentralen archivischen Fachaufgaben. Im Vergleich zum analogen Archivwesen vor hundert Jahren steht inzwischen jedoch die Digitalisierung als übergreifendes Prinzip stark im Fokus. Sie ist für die Erschließung, Sicherung und Vermittlung von Archivgut unverzichtbar geworden.
Wie wichtig diese Arbeit ist, veranschaulicht das aktuelle Bild des Monats. Es gehört ebenso wie die annähernd 70.000 Aufnahmen des Luftbildfotografen Albrecht Brugger zu den wertvollen Schätzen unseres landeskundlichen Bildarchivs. Wie viele dieser Bilder blieb es jedoch bis vor Kurzem unter Verschluss und war für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Dank der fachkundigen Arbeit der Mitarbeitenden des Fotoarchivs konnten in den vergangenen drei Jahren bereits 15.000 bislang verborgene Schätze ans Licht gebracht und in der SESAM-Mediathek veröffentlicht werden. Im vorliegenden Fall war die Digitalisierung zugleich für die Bestandssicherung notwendig: Das Farbnegativ, das in einem klimatisierten Raum aufbewahrt wird, wies bereits starke Verfärbungen auf.
In solchen Fällen wird das Digitalisat anschließend in einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet. Dabei beschränkt man sich auf die notwendigen Korrekturen – in diesem Fall auf die Entfernung des Farbstichs –, sodass eher von einer behutsamen Optimierung als von einer Bearbeitung gesprochen werden kann. Jeder Eingriff in das Original muss sorgfältig abgewogen und dokumentiert werden. Dafür sind sowohl fototechnische und fotohistorische Fachkenntnisse als auch praktische Erfahrung im Fotolabor erforderlich. Ebenso wichtig sind Fingerspitzengefühl und Kenntnisse über die Urheberinnen und Urheber der Aufnahmen.
Anschließend wird das Digitalisat in der Datenbank mit Metadaten versehen, beschrieben und verschlagwortet. Auch dies ist ein anspruchsvoller Prozess, an dessen Ende ein neuer, recherchierbarer Eintrag steht. So wird aus einem bislang verborgenen Schatz ein zugänglicher Teil unseres visuellen Kulturerbes.
Mit ihrer fachkundigen Arbeit sorgten die Mitarbeitenden des Fotoarchivs in den vergangenen drei Jahren dafür, dass immer mehr dieser historischen Schätze entdeckt, erforscht und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten.
Rund 80 000 digitalisierte Aufnahmen des Bildarchivs sind in der SESAM-Mediathek integriert und können dort recherchiert werden.
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