Historisches Bild des Monats Mai

Zita Bugbee
Foto Ulm: Donaubastei mit aufgehängter Wäsche,1926

Ulm: Donaubastei mit aufgehängter Wäsche, 1926. | LMZ/Robert Bothner

Jeden Monat ein neues Foto aus dem Bildarchiv

Ulm: Donaubastei mit aufgehängter Wäsche 1926

Nehmen wir den Faden der Erzählung des letzten „Bild des Monats“ wieder auf und kehren zurück in das Jahr 1926, das den Beginn des fotografischen Dienstes der 1923 gegründeten Württembergischen Bildstelle markiert.

Die wichtigsten Themen und Ziele der fotografischen Sammlung wurden bereits bei der Gründung klar formuliert. Das Protokoll der Gesellschaftsversammlung vom 11. Juli 1924 belegt*, dass das Entleihen von Bildern an Schulen, Vereine und Privatpersonen zwar zunahm, dieser Zuwachs jedoch durch das Fehlen eines gedruckten Katalogs – bedingt durch Fachkräftemangel – gebremst wurde. Kundenfreundlichkeit und ein leichter Zugang zum wertvollen Negativmaterial schwäbischen, heimatkundlichen Inhalts wurden demzufolge bereits damals großgeschrieben.

Schon 1924 übernahm das Archiv wichtige Fotobestände; in diesem Zusammenhang werden auch Glasplattennegative des damals bekannten Fotografen Otto Lossen erwähnt.** Spätere Dokumente deuten jedoch darauf hin, dass die Übernahme der Sammlung der Firma Lossen scheiterte und daher nach Alternativen gesucht werden musste. In diesem Zusammenhang war es auch wichtig, die Fusion mit der Städtischen Lichtbildstelle voranzutreiben, da auf diese Weise die Stadt Stuttgart in die Gesellschaft integriert werden konnte. Die Vereinigung der beiden Institutionen kam im Frühjahr 1925 zustande. Dieses Datum kann auch als ein zweites Gründungsdatum des Landesmedienzentrums gelten. Es stellt zugleich einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Schaffung eines Schwäbischen Bildarchivs dar, das 1924 von Direktor Eugen Ziegele zur Hauptaufgabe der Bildstelle erklärt wurde. Diese Umstände trugen mit Sicherheit zur Gründung des fotografischen Dienstes bei. 

Es stehen uns nicht genügend Dokumente zur Verfügung, um die Frage zu beantworten, warum ausgerechnet der junge Fotomeister Robert Bothner mit der Leitung des 1926 gegründeten fotografischen Dienstes betraut wurde. Dass er dieser Aufgabe jedoch gewachsen war, belegen seine ersten Fotografien, so auch das aktuelle Bild des Monats. Bereits dieses Bild zeigt die wichtigsten Merkmale seiner späteren Arbeiten und zeugt von seinem ausgeprägten Sinn für klare Bildgestaltung, sichere Lichtführung und ein feines Gespür für die Auswahl seiner Motive. In perfekt komponierte Bilder eingebettet und niemals übertreibend, lassen seine Fotografien dennoch jene Qualität erkennen, die im besten Sinne als Heimatliebe bezeichnet werden kann.

* Hausinterne Dokumente im Fotoarchiv
** Arbeitsprogramm der Württembergischen Bildstelle, wahrscheinlich aus dem Jahr 1923. Hausinternes Dokument des Fotoarchivs
 

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