Historisches Bild des Monats Juni

Zita Bugbee
Hegaublick bei Engen Richtung Hohenhewen 2019.

Hegaublick bei Engen Richtung Hohenhewen 2019. | LMZ/Thomas Faltin

Jeden Monat ein neues Foto aus dem Bildarchiv

Hegaublick bei Engen Richtung Hohenhewen 2019

Als Ausgangspunkt des aktuellen Bildes des Monats dient auch diesmal das Bild des vorherigen Monats: ein Werk des ersten Fotomeisters der Württembergischen Bildstelle aus dem Jahr 1926.

Mit der Gründung des fotografischen Dienstes im selben Jahr wurde auch der Gründungsprozess unserer württembergischen Vorgängerinstitution abgeschlossen. Der Gründungsgedanke der Lichtbildstellen reifte bereits unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Zuge der reformpädagogischen Bewegung heran und konkretisierte sich hierzulande im Oktober 1920 in der Gründung der Städtischen Lichtbildstelle in Stuttgart. Im Januar 1923 wurde dann die Württembergische Bildstelle GmbH ins Leben gerufen, die sich im April 1925 auch förmlich mit der Städtischen Bildstelle vereinigte und nun im „Dienste der Jugend, Kunst und Wissenschaft“ des ganzen Bundeslandes stand. Die Schaffung eines Schwäbischen Bildarchivs, das damals als Hauptaufgabe der Bildstelle galt, wurde jedoch erst im Jahr 1926 mit der Einrichtung eines fotografischen Dienstes für Eigenproduktionen vollständig umgesetzt.

Deshalb markiert dieses Ereignis die letzte wichtige Station in der Gründung unseres heutigen Fotoarchivs und zugleich auch des Landesmedienzentrums. Damit reiht es sich in das Jubiläumsgeschehen ein.

Während dieser Zeit wuchs das vereinigte Fotoarchiv der Landesbildstellen Baden und Württemberg zu einer der umfangreichsten Fotosammlungen Baden-Württembergs heran. Zu seinen direkten Aufgaben zählten von Anfang an die Dokumentation der Fachgebiete Landschafts- und Volkskunde, Natur- und Denkmalschutz, Vor- und Frühgeschichte sowie Geografie, Geologie und Paläontologie.* 

Der Natur- und Umweltschutz kristallisierte sich dabei als ein zentraler Leitgedanke heraus, dem sich Generationen der angestellten Fotografinnen und Fotografen unserer Institution, aber auch viele unserer externen Fotografen verpflichtet fühlten. 

Als vorläufiger Abschluss dieser Entwicklung steht in diesem Monat das Bild von Thomas Faltin (*1963) im Fokus. Denn genau die Themen Klima-, Umwelt- und Naturschutz stehen im Hauptinteressenfeld des promovierten Historikers und Journalisten. Das Foto entstand als Vergleichsaufnahme zu dem Bild des Heimat- und Naturschützers Hans Schwenkel (1886–1957) „Der Hegau mit Höwen (Hohenhewen) 1939“, das sich in unseren Beständen befindet, und zeigt die Veränderungen der Landschaft.

Herr Faltins Bild aus dem Jahr 2019 ist eine der jüngsten Aufnahmen in unseren Beständen. Es ist Teil seines 2025 erschienenen Bildbandes „Schwäbische Alb damals und heute“, in dem er mit über 100 Bildpaaren die Veränderungen dieser Region dokumentiert. Das Buch enthält mehr als ein Dutzend historischer Bilder verschiedener Bildautoren aus unseren Beständen. Sie unterstreichen, dass sich das Interesse an landschaftsgeografischen Themen nach wie vor wie ein Leitfaden durch unsere Sammlungsgeschichte zieht. In dieser Beziehung ist es sehr erfreulich, dass seit letztem Jahr einige Hundert Bilder Herrn Faltins auch in der SESAM-Datenbank recherchierbar sind und die Aktualität des Themas zeigen.


*Robert Bothner: Die Fotografie in unserer Zeit, In: Beiträge zur Film-Bild-Ton-Arbeit der Landesbildstellen Baden und Württemberg, Hrg. von Alfred Hammer und Theodor Hornberger 1962

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Rund 80 000 digitalisierte Aufnahmen des Bildarchivs sind in der SESAM-Mediathek integriert und können dort recherchiert werden.

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