Historisches Bild des Monats Januar

Zita Bugbee
Roßberg mit Albtrauf vom Gielsberg im Winter 1972.

Roßberg mit Albtrauf vom Gielsberg im Winter 1972 | LMZ (Hans Steinhorst)

Jeden Monat ein neues Foto aus dem Bildarchiv

Das Bild des Monats Januar zeigt den Roßberg mit dem Albtrauf.  Der Fotograf, Hans Steinhorst, stand an diesem Wintertag im Jahr 1972 an seinem Stammplatz in der Nähe des Wanderparkplatzes am Gielsberg und nahm mit einer Mittelformatkamera den westlich gelegenen Roßberg mit dem Pfullinger Berg im Bildvordergrund auf. Das hier gezeigte Digitalisat basiert auf einem Dia im Format 6x6 cm. 

Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn die Laubbäume auf ihre Zweige reduziert sind und die gerundeten Konturen der Kuppenberge der Mittleren Kuppenalb deutlich hervortreten, stand er oft an der gleichen Stelle und wartete oft stundenlang, bis sich der Nebel lichtete. Nicht nur dieses und das als Bild des Monats November 2023 veröffentlichte Bild hat er von dieser Stelle aus aufgenommen. Mehrere hundert Aufnahmen widmete er insgesamt dieser Landschaft, dem in mehrere Schichten gegliederten Stufenhang des Albtraufs, dem wohl markantesten Ort des südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Er fotografierte sehr oft in Schwarzweiß und beschränkte sich auf die durch die Lichtverhältnisse modulierten Strukturen der Landschaft, die er oft mit geometrisch abstrakten Formen und Linien wiedergab. Damit stand er in der Tradition der deutschen Avantgarde-Fotogruppe fotoform, die sich in der Nachkriegszeit formierte und für Generationen von Fotografinnen und Fotografen richtungsweisend war. Einige seiner Bilder sind sowohl in Farbe (als Diapositiv oder Farbnegativ) als auch in Schwarzweiß, in verschiedenen Formaten fotografiert. Er experimentierte aber nicht nur vor Ort, sondern war an der Entwicklung der Negative und Papierabzüge im hauseigenen Fotolabor auch aktiv beteiligt.

Aber auch anderen, auf den ersten Blick ästhetisch wenig vielversprechenden Motiven schenkte der Fotograf große Aufmerksamkeit. Sein geschultes Auge erkannte die dem Motiv innewohnenden Strukturen und ihre jeweiligen Qualitäten auch in Themen wie Wasser- und Luftverschmutzung, Müllablagerungen. Auch diesen Motiven widmete er lange Bildserien und zeigte sie als sinnlich ansprechende Formen, Farben und Strukturen, aber nie in sublimierender Weise.

Hans Steinhorst hinterließ unserem Fotoarchiv während seiner Tätigkeit von 1960 bis 1973 mehr als 12.000 Aufnahmen, von denen über 2.000 in der SESAM-Mediathek recherchiert werden können.

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