Googles Abkehr vom Cookie-Tracking

Jacqueline Gehrke
Tastatur mit einer roten Returntaste mit der Aufschrift Cookies

Google Chrome verzichtet künftig auf Cookies | ArtemSam via GettyImages

Privacy First: Goggle will auf personalisierte Werbung verzichten

Google will seine User künftig nicht mehr mit Cookies tracken. Damit stellt das Unternehmen eine neue Strategie im Umgang mit Userdaten vor. Privacy Sandbox lautet das Maßnahmenpaket, mit dem der Internetgigant schrittweise Cookies und somit auch personalisierte Werbeanzeigen zurückfahren möchte.

Für Experten kam Googles Vorhaben nicht überraschend, denn auch andere Unternehmen wie Apple und Mozilla verzichten längst auf Cookies. Bis 2022 soll nun auch Chrome von Google nachziehen.

Bislang konnten Werbetreibende mithilfe von Cookies Nutzerinnen und Nutzer über Websites verfolgen, deren Nutzerverhalten ausspähen und Identitätsprofile erstellen, um personalisierte Werbeanzeigen zu schalten. Was bedeutet das Verschwinden von Cookies für die Onlinewerbung und deren Zielgruppe?

 

Googles Strategie: Fokus auf Gruppenprofile

Die Privacy-Sandbox-Strategie kommt sowohl Usern als auch Werbetreibenden mit einem Kompromiss entgegen. Dieser Kompromiss heißt Federated Learning of Cohorts, kurz FLoC. Demnach können Werbetreibende weiterhin zielgerichtet Werbeanzeigen platzieren, allerdings im Rückgriff auf Gruppenprofile. Persönliche Daten, wie bspw. Geschlecht, Alter oder Lebenssituation, wird Google nicht mehr an Dritte weitergeben. Somit verschwindet der einzelne User in der Masse.

In der Praxis würde das bedeuten, ein User, der im Web nach Sporttaschen einer bestimmten Marke sucht, wird einer Gruppe mit ähnlichen Interessen zugeordnet. Werbetreibende platzieren für diesen User Werbeanzeigen von Sporttaschen verschiedener Hersteller und nicht von einer bestimmten Marke.

 

Datenschützer sind skeptisch

Aus den Reihen der Datenschützer kommt verhaltene Kritik. Goolge kommt zwar der Forderung seiner Nutzerinnen und Nutzer nach Privatsphäre im Web nach, allerdings soll das Verfahren lediglich im Browser Chrome für PCs realisiert werden.

Androidgeräte, wie Smartphone und Tablets sowie Apps sind bis auf Weiteres von der Strategie ausgenommen. Dort können Werbetreibende nach wie vor User tracken und deren Daten abgreifen, um Nutzerprofile zu generieren. Google strebt jedoch eine Standardisierung des Verfahrens an. Auch eine Android-Alternative wird erwägt und derzeit intern diskutiert.

 

Jacqueline Gehrke

Diese Seite teilen: