Gaming in der Weihnachtszeit – unsere 3 Spielempfehlungen
Games: Förderung und Freizeitspaß
Gemeinsam spielen, rätseln und neue Geschichten entdecken: Digitale Spiele machen nicht nur Spaß, sondern fördern auch soziale, kreative und kognitive Kompetenzen – vorausgesetzt, sie sind gut ausgewählt!
Deswegen gibt die ComputerSpielSchule Stuttgart drei Spieleempfehlungen für die Weihnachtszeit. Die Auswahl eignet sich für das gemeinsame Spielen mit der Familie, Freundinnen und Freunden oder sogar im Unterricht und richtet sich bewusst an unterschiedliche Altersgruppen – vom kindgerechten Rätselspiel über ein humorvolles Abenteuer bis hin zum tiefgründigen, historischen Ermittlungsspiel. Alle Spiele sind werbefrei und enthalten keine In-App-Käufe.
Foto: Humongous Entertainment
Snoopy and the great mystery club
Genre: Adventure / Rätselspiel | Entwicklerstudio: Humongous Entertainment | Plattform: PC (Windows), macOS | Erscheinungsjahr: 2010 | Preis: ca. 5–10 Euro | USK: 0 Jahre | Unsere pädagogische Altersempfehlung: ab ca. 7 Jahren
Snoopy and the great mystery club ist ein liebevoll gestaltetes Abenteuerspiel, das sich für jüngere Kinder im Grundschulalter eignet. Im Mittelpunkt stehen Snoopy und seine Freunde aus den bekannten Peanuts-Comics, die gemeinsam kleine Rätsel lösen und geheimnisvollen Spuren nachgehen. Die Aufgaben fördern logisches Denken, genaues Beobachten und problemlösendes Handeln. Die kindgerechten Texte und Dialoge werden durch eine klare visuelle Gestaltung unterstützt, sodass auch Kinder mit geringer Lesekompetenz gut folgen können.
Besonders positiv ist aus medienpädagogischer Sicht, dass das Spiel Kooperation und Hilfsbereitschaft thematisiert. Die Figuren arbeiten zusammen, um Hinweise zu sammeln und Rätsel zu lösen – ein wertvoller Kontrast zu vielen kompetitiven Spielen. Fehler werden nicht bestraft, sondern als Teil des Lernprozesses verstanden, was Frustration vorbeugt, und die Motivation erhält.
Die Spielzeit lässt sich gut begrenzen, da das Spiel in überschaubare Abschnitte gegliedert ist. Insgesamt handelt es sich um ein ruhiges, kreatives Spiel, das Kinder spielerisch zum Denken anregt. Ideal für erste gemeinsame Spielerfahrungen und Gespräche über die Spielinhalte eignet.
Foto: Smallthing Studios
Simon the Sorcerer Origins
Genre: Point-and-Click-Adventure | Entwicklerstudio: Smallthing Studios | Plattform: PC (Windows), macOS | Erscheinungsjahr: 2024 | Preis: ca. 20–25 Euro | USK: ab 6 Jahren | Unsere pädagogische Altersempfehlung: ab ca. 10 Jahren
Simon the Sorcerer Origins ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure für Groß und Klein, das die Ursprungsgeschichte des frechen Zauberlehrlings Simon erzählt. Das Spiel entführt Kinder und Jugendliche in eine fantasievolle Welt voller Magie, schräger Figuren und augenzwinkerndem Humor. Besonders Fans von Zaubergeschichten – etwa aus dem Harry-Potter-Universum – werden viele kleine Anspielungen, Zauberschul-Klischees und magische Motive mit einem Lächeln wiedererkennen.
Gleichzeitig richtet sich das Spiel bewusst auch an Erwachsene, die mit klassischen Adventures der 1990er-Jahre aufgewachsen sind. Rätsel werden durch Ausprobieren, Kombinieren und genaues Zuhören gelöst – ganz ohne Zeitdruck oder hektische Action. Simon stolpert von einer absurden Situation in die nächste und muss mit Witz und Einfallsreichtum Lösungen finden. Dabei überraschen Wortspiele und clevere Ideen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Schmunzeln bringen.
Simon the Sorcerer Origins eignet sich hervorragend zum gemeinsamen Spielen: Kinder und Eltern können zusammen knobeln, Hypothesen aufstellen und über Simons freche Kommentare lachen. Das Spiel fördert Sprachverständnis, logisches Denken und Geduld und schafft zugleich einen schönen Anlass für generationsübergreifendes Rätseln. Aus medienpädagogischer ist es ein gelungenes Beispiel dafür, wie klassische Spielprinzipien auch heute noch begeistern können.
Foto: Paintbucket Games
The Darkest Files
Genre: Narratives Adventure / Ermittlungs- und Dokumentenspiel | Entwicklerstudio: Paintbucket Games | Plattform: PC (Windows), macOS | Erscheinungsjahr: 2024 | Preis: ca. 20–25 Euro | USK: ab 12 Jahren | Unsere pädagogische Altersempfehlung: ab ca. 16 Jahren (mit Begleitung auch für Jugendliche)
The Darkest Files ist ein erzählerisch sehr dichtes Ermittlungs-Adventure, das sich vor allem an junge Erwachsene richtet. Voraussetzung ist ein grundlegendes Wissen über den Nationalsozialismus oder eine begleitende Einordnung durch Eltern oder Schule. Wer sich darauf einlässt, erlebt ein Spiel, das lange nachwirkt und zum Nachdenken anregt.
Protagonistin ist die fiktive Staatsanwältin Esther Katz, die im Nachkriegsdeutschland an der Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen arbeitet. Die junge Frau muss sich nicht nur mit komplexen Fällen, sondern auch mit Vorurteilen und Widerständen in einer männlich geprägten Justiz auseinandersetzen. Dabei arbeitet sie mit dem realen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zusammen, dessen Engagement für Gerechtigkeit das Spiel maßgeblich prägt. Die Ermittlungsfälle basieren auf realen NS-Verbrechen. Sie wurden für das Spiel leicht verändert, bleiben aber eng an der historischen Realität. Statt klassischer Rätsel arbeiten die Spielenden mit Akten, Zeugenaussagen und Verhörprotokollen. Aussagen müssen genau geprüft, Widersprüche erkannt und Beweise sinnvoll miteinander verknüpft werden. Entscheidungen sind oft schwierig und zeigen, wie komplex und belastend diese Form der Aufarbeitung ist.
Gerade für ältere Jugendliche kann The Darkest Files mit entsprechender Begleitung eine sehr tiefgehende Lernerfahrung sein. Aus medienpädagogischer Sicht zeigt das Spiel eindrucksvoll, wie historische Bildung, Empathie und kritisches Denken miteinander verbinden können.
Für Lehrkräfte: Gaming verstehen
Digitale Spiele sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Umso wichtiger ist für Eltern und Lehrkräfte, sich mit Gaming auseinanderzusetzen, um die Heranwachsenden optimal bei ihren Spielerfahrungen begleiten zu können. Der kostenfreie Selbstlernkurs Gaming – Digitale Lebenswelten von Jugendlichen unterstützt Lehrkräfte dabei, einen zeitgemäßen Umgang mit digitalen Spielen zu entwickeln.



