Filmempfehlungen für die Weihnachtszeit

Madeleine Hankele-Gauss

Weihnachtszeit ist Filmzeit!

Die Feiertage stehen vor der Tür: Der erste Schnee vor Weihnachten rieselte schon in vielen Städten und Wälder über die Dächer und Baumkronen. Was gibt es während der kalten Weihnachtszeit Schöneres, als zusammen mit der Familie gemütlich auf dem Sofa einen Film zu schauen? Unser Filmbildungs-Team stellt zwei Filme vor, die sich wunderbar für einen gemeinsamen Filmnachmittag oder -abend während der Weihnachtstage eignen.

Geschichten vom Franz

Österreich, Deutschland 2021, Regie: Johannes Schmid, Länge: 78 Minuten, Altersfreigabe FSK: ab 0 Jahren, pädagogische Altersempfehlung: ab 8 Jahren, verfügbar auf Streaming Plattformen (ausgeschlossen Netflix und Amazon Prime) und DVD

Inhalt

Franz Fröstl ist neun Jahre alt, geht in Wien zur Schule und er weiß: Leicht hat man es nicht als Kind. Erstens ist er kleiner als die anderen Kinder. Und zweitens wird seine Stimme ganz hoch und piepsig, wenn er sich aufregt. Zu den „Coolen“ von der Schule gehört man so definitiv nicht. Das muss man auch gar nicht, sagen Mama und Papa. Aber haben Eltern eine Ahnung, wie es so ist, in der Klasse ununterbrochen gehänselt zu werden? Und wenn es einem vor dem strengen Lehrer Zickzack die Stimme verschlägt? Zum Glück hat Franz seine beste Freundin Gabi und seinen Schulfreund Eberhard. Aber manchmal muss man sich auch selbst zu helfen wissen. Als Franz im Internet das 10-Schritte-Programm von Influencer Hank Haberer entdeckt, scheint die Lösung gefunden: Man muss nur trainiert und weniger lieb sein, sein Ding durchziehen und schon wird man ein echter Kerl!

Bewertung

Der Film bringt die Kinderbuchreihe von Christine Nöstlinger auf die Leinwand und hat mich sofort sehr angesprochen, da er auf eine sehr einfühlsame und humorvolle Weise die alltäglichen Sorgen und Ängste von Kindern thematisiert und auffängt. Sei es die Angst vor dem dunklen Keller im Wohnhaus, die Furcht vor Autoritätspersonen zu sprechen, das Ringen um Anerkennung in der Schulklasse oder Lernprozesse in puncto Freundschaften und Solidarität. Im Grunde geht es in Geschichten von Franz um die Suche nach Identität und Zugehörigkeit. Das Ganze ist wunderbar für eine sehr junge Zielgruppe verpackt – mit einer großen Portion Wärme und Sympathie.


Kerstin Tscherbakova, Referat 12 LMZ Baden-Württemberg
 

 

Hugo Cabret

USA 2011, Regie: Martin Scorsese, Länge: 128 Minuten, Altersfreigabe FSK: ab 6 Jahren, pädagogische Altersempfehlung: ab 9 Jahren, verfügbar auf Streaming Plattformen (auch Amazon Prime) und DVD

Inhalt

Der zwölfjährige Waisenjunge Hugo lebt Anfang der 30er-Jahre unbemerkt in den Dachgewölben eines Pariser Bahnhofs. Dort kümmert er sich um die riesigen Werke der zahlreichen Bahnhofsuhren. Sein besonderer Schatz ist ein menschenähnlicher Automat, dessen kompliziertes mechanisches Werk er zu reparieren versucht – eine Fähigkeit, die er von seinem verstorbenen Vater, einem Uhrmacher, gelernt hat. Er freundet sich mit Isabelle an, der Stieftochter des bösen Spielzeughändlers, und gemeinsam gehen sie dem Rätsel des Maschinenmenschens nach. Warum zeichnet dieser das Titelbild eines der berühmtesten Filme des frühen Kinos, „Die Reise zum Mond“ des Stummfilmregisseurs Georges Méliès? Als Hugo erfährt, dass der Stiefvater von Isabelle eben gerade jener längst vergessene Stummfilmpionier ist, scheinen die Kinder der Lösung nahe. Doch der alte Méliès will mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun haben.

Bewertung

Regielegende Martin Scorseses hat im Jahr 2011 einen Film gedreht, den es lohnt wiederzuentdecken. Denn er erzählt weit mehr als eine nostalgische Coming-of-Age-Abenteuergeschichte. Nach und nach enthüllt der Film auch, wer der Filmpionier Georges Méliès war und wie dieser mit seinen fantasievollen Filmen zum Erfolg des Kinematografen beigetragen hat. Ganz in der Tradition des Filmmagiers Méliès greift Scorsese tief in die Kiste der visuellen Tricks und Kulissen – allerdings zeitgemäß umgesetzt mit modernster 3D-Techink. Elegant sind auch immer wieder Ausschnitte aus Stummfilmen in die Handlung eingefügt.

Der Film – übrigens eine Literaturverfilmung – ist eine unterhaltsame und visuell opulente Liebeserklärung an das frühe Kino, der durch seine beiden kindlichen Helden auch junge Zuschauer in seinen Bann zieht.

Constantin Schnell, Referat 14 LMZ Baden-Württemberg
 

 

Madeleine Hankele-Gauss

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