Bye-bye, Bystander – Anti-Cybermobbing-Projekt will Mitläufer wachrütteln
Ohnmächtig, beschämt und isoliert: So fühlen sich viele Opfer von Cybermobbing. | Foto: dmbaker/iStock/Getty Images Plus via Getty Images
Bystander spielen wichtige Rolle bei Mobbing-Intervention
Bystander, Zuschauer/-innen, Mitläufer/-innen – sie spielen bei jedem Mobbing-Fall eine wichtige Rolle. Doch wie lassen sich aus Bystandern Rettungsengel machen?
Teenager Felix sitzt mit angezogenen Knien auf der Schultoilette und scrollt sich durch eine nicht enden wollende Reihe an Beleidigungen, Beschimpfungen und peinlichen Fotos von ihm im Klassenchat. Diese Filmszene aus dem Anti-Cybermobbing-Projekt „Du kannst es stoppen!“ macht greifbar, wie sich viele Opfer von Cybermobbing fühlen – ohnmächtig, beschämt und isoliert. Um ihnen zu helfen, ist eine Personengruppe besonders wichtig: die sogenannten Bystander. Sie schauen beim Mobbing zu und verhalten sich passiv.
Wie lassen sich Zuschauer von Mobbing aktivieren und Verhaltensstrategien vermitteln?
Wenn Bystander die Betroffenen unterstützen, kann dadurch Cybermobbing abgeschwächt oder sogar gestoppt werden. Dafür müssen Kindern und Jugendlichen allerdings Verhaltensstrategien vermittelt werden, bevor es zum Mobbing kommt.
Hier setzt das Projekt „Du kannst es stoppen!“ des Jugendmedienzentrums T1 in Tirschenreuth an. Um Heranwachsende ab der fünften Klasse über Cybermobbing aufzuklären und Bystander zu aktivieren, hat das Jugendmedienzentrum eine interaktive Webseite für einen Kurzworkshop gestaltet.
Die Webseite stellt bereit:
Einen Film:
In einem sechsminütigen Film tauchen die Schüler/-innen in die Lebenswelt von Felix ab, der in den Hass-Chatgruppen „Alle lieben Felix“ bzw. „Keiner liebt Felix“ Opfer von Cybermobbing wird. Obwohl einigen Mitschülerinnen und Mitschülern die Beleidigungen und verunglimpfenden Fotos dort zu weit gehen, greifen sie nicht ein. Felix‘ eigener Versuch, die Gruppe zu verlassen, scheitert ebenfalls. Der Film zeigt den chronologischen Verlauf des Cybermobbings innerhalb von 26 Tage in Felix‘ Leben. Er wurde im Rahmen der Jugendarbeit mit Laienschauspielerinnen und -schauspielern umgesetzt.
Ein Quiz:
Ein animiertes Smartphone stellt Fragen zum Filmgeschehen, die per Texteingabe oder Multiple-Choice-Auswahl beantwortet werden können. Kurze Filmsequenzen vermitteln grundlegendes Wissen rund um Cybermobbing. Anhand von Szenen aus dem Film sollen die Heranwachsenden außerdem überlegen, was Felix und die verschiedenen Bystander im Film hätten tun können, um das Mobbing zu beenden. Zu den vermittelten Strategien zählen: Hilfe holen, die Situation beruhigen, die Täter konfrontieren und Beweise sichern. Die Schauspieler/-innen aus dem Film selbst lösen die Fragen dann auf.
Einen HipHop-Song:
Der HipHop-Song „Disslike“ des Rappers Friendly Falcon wurde passend zum Film geschrieben und produziert. Er eignet sich für den Ausklang des Workshops.
Diese Fragen beantwortet der Kurzworkshop
Was ist Cybermobbing?
Wer ist Täter, Opfer, Bystander?
Wer kann Opfer von Cybermobbing werden?
Ist Cybermobbing strafbar?
Was können Opfer von Cybermobbing tun, um sich zu wehren?
Was können Bystander tun, um Cybermobbing zu beenden?
Weitere Informationen zu Cybermobbing sowie Materialien für die Prävention und Intervention finden Sie in unserem Online-Dossier zu Cybermobbing.
Cybermobbing: Unterstützungsangebote und Materialien

