Amazon bietet US-Kunden zehn Dollar für Tracking

Scarlett Rybarczyk
Rotes Vorhängeschloss

GettyImages/BrianAJackson

Einkaufsgutschein für ein lückenloses Tracking des Browser-Verlaufes

Prime-Kunden in den USA erhalten ab Montag ein fragwürdiges Angebot vom Amazon-Konzern: einen Einkaufsgutschein im Wert von zehn Dollar für ein lückenloses Tracking des Browser-Verlaufes. Eine einzige Bedingung gibt es, denn nur Prime-Kunden, die am Prime Day in den USA für mindestens 50 Dollar eingekauft haben, erhalten dieses Angebot und eignen sich demnach für solch ein Tracking.

Nach eigenen Angaben möchte Amazon die Daten nutzen, um die Marketingprodukte und die Services rund um die Werbung zu optimieren. Amazon hat bereits durch die Suche und den Einkauf von Kunden riesige Datenbestände. Durch die angebotene Browser-Extension ermöglichen Nutzer/-innen Amazon einen 360-Grad-Blick, da der gesamte Browser-Verlauf der Kunden eingesehen wird. Bestimmte Funktionen des Assistenten können allerdings durch die Kunden auf Wunsch deaktiviert werden.

Das umstrittene Angebot wäre prinzipiell auch in Deutschland legal und somit denkbar. Der Kunde schließt sozusagen einen Vertag, in dem er freiwillig seine Daten preisgibt und dafür entlohnt wird.

Amazon setzt bereits andere Tracking-Technologien ein, um umfangreiche und aussagekräftige Datensätze von Kunden zu erhalten. Zum einen nutzt Amazon Tracking-Pixel, mit denen die Zugriffe auf rund 15 Prozent der zehntausend relevantesten Internetseiten erfasst werden. Zum anderen erfährt Amazon durch die Einkaufs-App und die Sprachassistenten mehr über Kunden als andere Konzerne.

Was Amazon mit der neuen Tracking-Technologie darüber hinaus plant, darüber ist noch nichts bekannt. Jedoch ist ein umfassendes Bild vom Kunden, auch auf anderen Websites, für Amazon sehr lukrativ.

Mehr Informationen zum Thema Datenschutz erhalten Sie hier.

Scarlett Rybarczyk

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