Workshops „SWR Korrespondenten machen Schule“

Einblicke in journalistische Arbeit

Wie geht guter Journalismus? Und wie kann man Kindern und Jugendlichen vermitteln, was guten Journalismus ausmacht? Darüber sprach der LMZ-Referent und Medienpädagoge Christian Schmidt mit Stephanie Haiber, Moderatorin von SWR Aktuell, und Eva Laun, Redaktionsleiterin von SWR Aktuell Baden-Württemberg Online, im Themenforum „Wahrheit vs. Fake News – Korrespondenten machen Schule“.

Die Workshops „SWR Korrespondenten machen Schule“ des Programms 101 Schulen stellen eine Möglichkeit dar, Schülerinnen und Schülern die konkrete journalistische Arbeit von Korrespondentinnen und Korrespondenten in ihren Berichtsgebieten näherzubringen. Im Jahr 2019 fanden über 100 Workshops an baden-württembergischen Schulen statt.

Stephanie Haiber und Eva Laun, SWR

Stephanie Haiber, Moderatorin von SWR Aktuell, und Eva Laun, Redaktionsleiterin von SWR Aktuell Baden-Württemberg Online | Foto: Christian Reinhold

Im Vier-Augen-Prinzip: Wie entstehen Nachrichten?

Wie Nachrichten entstehen, ist etwa eine Frage, die vielen Schülerinnen und Schülern auf den Nägeln brennt. Stephanie Haiber zufolge laufe es in der Regel so ab: Nach ersten Hinweisen auf ein politisches, gesellschaftliches oder Naturereignis im Berichtsgebiet Baden-Württemberg fahre ein/-e Journalist/-in zum Ereignisort und mache sich selbst ein Bild von der dortigen Lage. „Man spricht selbst mit Leuten vor Ort und befragt zwei Seiten: Nur das ist guter Journalismus“, so Stephanie Haiber.

Um einen Sachverhalt so neutral wie möglich abbilden zu können, informieren sich Journalistinnen und Journalisten möglichst breit. Hierbei setzen sie auf vertrauenswürdige Quellen. Dazu zählen neben den eigenen Redakteurinnen und Redakteuren große Nachrichtenagenturen wie die dpa oder staatliche Behörden. Das Vier-Augen-Prinzip bei der Veröffentlichung journalistischer Texte oder von TV-Sendungen beuge zudem einer vorschnellen oder einseitigen Berichterstattung vor.

Zum geübten Umgang mit Nachrichtenmeldungen gehöre es laut Haiber auch, verfrühte Schlussfolgerungen zu vermeiden: „Die Welt ist sehr bunt. Man kann nicht alle Antworten sofort haben.“ Unterliefen trotzdem einmal Fehler in der Berichterstattung, sei oberstes Gebot, diese sofort zu korrigieren – unter Umständen auch in der laufenden Livesendung. Unbeabsichtigte Fehler in Nachrichten dürften allerdings keinesfalls mit Fake News gleichgesetzt werden.

Stephanie Haiber, Eva Laun und Christian Schmidt

Journalistinnen Stephanie Haiber und Eva Laun mit LMZ-Referent und Medienpädagoge Christian Schmidt | Foto: Christian Reinhold

Soziale Medien als Hauptnachrichtenquelle Jugendlicher

Content-Netzwerk „Funk“ als Antwort

In den Workshops von 101 Schulen sprechen SWR-Korrespondentinnen und -Korrespondenten mit den Kindern und Jugendlichen auch über deren eigene Mediennutzung. Hierbei falle auf, dass soziale Medien wie Instagram, TikTok, YouTube oder WhatsApp zu den Hauptnachrichtenquellen vieler Schüler/-innen zählen. Problematisch hieran sei, dass Berichten auf sozialen Medien keine journalistischen Qualitätsstandards zugrunde liegen.

In Antwort auf die veränderte Mediennutzung Heranwachsender haben ARD und ZDF im Jahr 2016 das Content-Netzwerk „funk“ ins Leben gerufen. „Ein Angebot für alle funktioniert nicht“, so Redaktionsleiterin Laun. Die rund 70 funk-Formate aus den Bereichen Information, Orientierung und Unterhaltung richten sich daher speziell an 14- bis 29-Jährige und sind neben funk.net in den sozialen Medien zu finden. Dadurch sei es auch für sie als Redaktionsleiterin inzwischen eine „Frage technischer Natur“, wie öffentlich-rechtliche Sender Jugendliche erreichen können: Die Beschäftigung mit Algorithmen gehöre mittlerweile zum Tagesgeschäft.
 

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Madeleine Hankele-Gauß

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