Interview zur paedML® Windows

Anfang Oktober stellte die Schwenk IT GmbH bei einer Kundenveranstaltung die paedML Windows 3.0 in Karlsruhe vor. Rektoren, Lehrkräfte und Netzwerkbetreuer waren gekommen, um sich die wesentlichen Neuerungen in einer Live-Demo erklären zu lassen. Ulrike Boscher, Redakteurin am LMZ, sprach mit dem Geschäftsführer Werner Bill Schwenk über seine Erfahrungen mit der neuen Produktversion.

Schulische Medienarbeit wird immer vielfältiger und flexibler. Damit einhergehend sind auch die technischen Anforderungen an schulische Computernetze gestiegen und die IT-Lösungen anspruchsvoller geworden: Schüler arbeiten längst nicht mehr ausschließlich im ITG-Fach mit Computern. Digitale Medien kommen immer mehr fächerintegrativ und in mehreren Schulräumen zum Einsatz. Bild: © Thinkstock Ellagrin, Nr. 484065233, vasabii 478269117, Anatoliy Babiy, 460817023 von links nach rechts.

1. Die Schwenk IT GmbH hat sich auf die paedML spezialisiert und installiert seit Jahren die paedML an Schulen – auch bundesweit. Wie beurteilen Sie derzeit das Interesse an der neuen paedML Windows 3.0?

Schwenk: Immer mehr Schulen planen den Umstieg auf die neue Version oder wollen neu installieren. Andere Schulen sind noch zurückhaltend und wollen sich zunächst informieren. Bei unserer letzten Infoveranstaltung war das Interesse jedenfalls groß.

2. Was war das für eine Veranstaltung und wo fand sie statt?

Schwenk: Am 1.10.2014 lud die Schwenk IT GmbH zu einer Produktpräsentation der paedML Windows 3.0 ein. Die Veranstaltung fand bei der Industrie und Handelskammer (IHK) in Karlsruhe statt. Rund 35 Teilnehmer aus dem Kreis Karlsruhe, Mannheim und Landau nahmen teil, um die neue paedML kennenzulernen. Darunter waren Schulleiter, Lehrkräfte und schulische Netzwerkberater von Grundschulen, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen. 

3. Was haben Sie bei der IHK genau vorgestellt?

Schwenk: Mein Kollege Christian Rogowsky stellte in einer Live-Demo die neue Produktversion vor, die er Ende September an der Parkringschule in St. Leon-Rot installiert und in Betrieb genommen hatte. Für die Produktpräsentation hatte er den echten Server aus der Schule mitgebracht und vier Muster-PCs gestartet, sodass die Teilnehmer sich alles genau anschauen konnten. Es war also eine Präsentation direkt am Server, sozusagen zum „Anfassen“. Das hat den Teilnehmern sehr gut gefallen.


4. Bleiben wir zunächst bei der Grundinstallation der paedML Windows 3.0. Wie lange hat sie an der Parkringschule gedauert?

Schwenk: Die Installationsdauer kann von Schule zu Schule variieren, denn sie hängt von der vorhandenen IT-Infrastruktur, der Anzahl der Rechner, der Geräteklasse und der Netzgeschwindigkeit ab. Bei der Parkringschule dauerte die Grundinstallation drei Tage. Innerhalb dieser Zeit wurden die Server installiert, inklusive Backup, Virenscanner, Windows-Aktivierung und Konfiguration der USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung). Hinzu kam der Rollout der Software, die Dokumentation und Nacharbeiten. Herr Rogowsky musste 50 PCs und 4 Drucker einbinden und 10 Programme auf die Clients verteilen.

 

5. Welche Funktionen haben Sie denn bei der Infoveranstaltung konkret gezeigt?

Schwenk: In einer etwa zweistündigen Produktpräsentation konnten wir uns auf die wirklichen Neuerungen der paedML Windows 3.0 konzentrieren. Wir stellten die Schulkonsole mit den SharePoint-Services vor, erklärten in diesem Zusammenhang das Intranet-Portal, das Content-Management mit Suchfunktion sowie die Plattform für Projekte und gemeinsame Aufgaben. Wir zeigten auf, wie Schüler und Lehrer webbasiert auf Dokumente zugreifen können, und erklärten die wichtigsten Features zur Unterrichtsorganisation. Zu den weiteren Themen gehörten der Virenschutz, der Rollout von Clients und die zentrale Softwareverteilung mit integrierter Updateverwaltung. Dabei gingen wir auch auf opsi ein, soweit das in der Kürze der Zeit machbar war.

6. opsi übernimmt in der neuen paedML drei wichtige Funktionen: Client-Management, Softwareverteilung und Selbstheilung. Wie beurteilen Sie opsi aus Sicht eines IT-Fachmannes?

Schwenk: Ich finde die Softwareverteilung mit opsi super! Das hätte ich mir schon viel früher gewünscht. Bei der paedML Novell gibt es diese Art der Softwareverteilung ja schon seit Langem. Gut, dass man nun auch bei der paedML Windows und Linux mit opsi nachgezogen hat. Die Integration von opsi war der richtige Schritt nach vorne. Allerdings, und das möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, opsi ist nicht ganz einfach und erfordert auch bei IT-Fachkräften entsprechendes Know-how. Glücklicherweise beschäftigen wir uns bei Schwenk IT schon seit zwei Jahren mit opsi. Wir haben einen opsi-Spezialisten ausgebildet, der regelmäßig Schulungen besucht. Dadurch waren wir nicht ganz unvorbereitet als die neuen paedML-Versionen auf den Markt kamen. opsi funktioniert aber gut. Einziger Kritikpunkt: Das Look-and-feel der Administrationsoberfläche halte ich nicht für ganz ausgereift. Für mich jedoch sind entscheidend Zuverlässigkeit, Stabilität und Softwarevielfalt in der Verteilung.

7. Die paedML Windows setzt sehr stark auf das rechnergestützte Lernen in Gruppen. Wie groß war  das Interesse der Teilnehmer an den neuen kollaborativen Funktionen?
Schwenk: Die Mehrzahl der Teilnehmer war sehr daran interessiert, allerdings wäre es für viele hilfreich gewesen, die kollaborativen Funktionen an konkreten Beispielen auszuprobieren. Hierfür war keine Zeit vorhanden.

8. Wie beurteilen Sie die kollaborativen Funktionen auf Basis des Sharepoints?
Schwenk: Ich persönlich halte die Groupware-Funktionen im Sharepoint für sehr gelungen, auch wenn viele Schulen die kollaborativen Features, wie Dokumenten- und Projektmanagement, Kalender, Team-Webseiten, Diskussionsforen und Blogs noch gar nicht so intensiv nutzen. Ich bin der Meinung, dass man bei der Entwicklung von Schullösungen niemals nur das anbieten sollte, was der Kunde gerade braucht. Wichtig sind immer auch Funktionen darüber hinaus.

9. Können Sie das am Beispiel der Kollaboration näher verdeutlichen?

Schwenk: Vor über 15 Jahren hatte der Musterlösungsserver bereits E-Mail-Services integriert, obwohl damals nur wenige Schulen E-Mails im Unterricht nutzten. Heute sind E-Mails in der Schule selbstverständlich. Es war also richtig, schon frühzeitig administrative und pädagogische Funktionen in der paedML bereitzustellen. Eine ähnliche Situation haben wir jetzt wieder beim Thema Kollaboration. Für die schulische Medienbildung wird das Arbeiten an gemeinsamen Dokumenten in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hierfür bietet der SharePoint in der paedML Windows ein geeignetes Dokumentenmanagement und kollaborative Funktionen an. Ich gehe davon aus, dass Dokumentenmanagement-Systeme in fünf Jahren zum Standard einer Schullösung gehören. Bis dahin brauchen Lehrkräfte Zeit, um sich auf die neuen Arbeitsweisen vorzubereiten. Ich finde es deswegen gut, dass die Schulen jetzt damit beginnen können, beispielsweise auf schulorganisatorischer Ebene mit einer Vielzahl an Dokumenten und Nutzern Dokumentenmanagement oder die Koordination von Teams mit speziellen Teamwebseiten einzuführen. Damit ist die paedML Windows klar auf die Zukunft ausgerichtet.

 

 

Die paedML Windows 3.0 hat viel Neues für die schulische Medienarbeit zu bieten. Integrierte Sharepoint-Funktionen bieten im pädagogischen Schulnetz zahlreiche Möglichkeiten für die Kollaboration: Intranet, Dokumentenmanagement mit Suchfunktion, Schülerplattformen für Projekte und gemeinsame Aufgaben, soziale Netzwerke mit MySite, Team-Webseiten, Diskussionsgruppen und Blogs. Mobiles Arbeiten außerhalb der schulischen Computerräume ist ebenfalls möglich. Bilder von links nach rechts: © Thinkstock, Bild-Nr.: 522311707, 485778857, 516983883.

10. Haben Sie bei Ihrer Veranstaltung auch die neue Firewall vorgestellt und wie beurteilen Sie OctoGate?
Schwenk: Wir haben einen Virus aus dem Internet abgerufen, der von der OctoGate-Firewall sofort erkannt und beseitigt wurde. An diesem Beispiel konnten wir einen integrierten Virenschutz demonstrieren.

11. Haben Sie in den Herbstferien noch an anderen Schulen installiert?
Schwenk: Ja, wir haben in den Herbstferien noch an der Pestalozzischule in Pforzheim installiert. Dort läuft die paedML Windows gut. Bei der Installation gab es zwar noch einige Fehler, die konnten wir aber selbst reparieren.

12. Worin sehen Sie die Stärken der paedML Windows 3.0?
Schwenk: Es wurden neue Technologien eingebunden und moderne Services für die Zusammenarbeit integriert. Damit ist die paedML auf dem neuesten Stand. Aus meiner Sicht ist die technische Gesamtkonzeption gelungen, von den Lehrer-Accounts und Schüler-Accounts, über die Berechtigungsebenen bis hin zu Firewall-Konzeptionen, den E-Mail- und Web-Services. Die Softwareverteilung via opsi habe ich bereits lobend erwähnt. Auch das Virtualisierungskonzept der paedML war ein Schritt nach vorne.

13. Wie beurteilen Sie die Support- und Fortbildungsangebote der paedML?
Schwenk: Trotz Standardisierung und Vereinheitlichung stellt die paedML eine anspruchsvolle Netzwerklösung dar. Man sollte schon ein paar Tage Schulung genießen, um dieses System bedienen zu können. Die Basiskurse der baden-württembergischen Lehrerfortbildung sowie die viermal jährlich stattfindenden regionalen Fortbildungen bieten eine gute Unterstützung und sind ein großes Plus für schulische Netzwerkbetreuer. Aktuell sind diese Kurse für die neue
paedML ja in Arbeit. Meines Wissens gibt es nirgendwo im Bundesgebiet eine solche Lehrerfortbildung in der Fläche wie in Baden-Württemberg für die paedML. Das bewerte ich sehr positiv. Natürlich ist auch das Support-Konzept am Landesmedienzentrum ein Super-Plus. Angefangen von der Telefon-Hotline über den Third-Level-Support bis hin zur Entwicklung funktionieren die Eskalationsstufen sehr gut. Das ist für unsere tägliche Arbeit wichtig.

 

Ich danke Ihnen für das Gespräch.