Ausgangslage

Der Bund und das Land Baden-Württemberg stellen derzeit zusätzliche Mittel bereit, um Schülerinnen und Schüler mit Endgeräten zur besseren Bewältigung des Fernunterrichts während der Einschränkungen durch die Pandemie zu unterstützen.

Damit diese Mittel sowohl diese Phase optimal unterstützen als auch nachhaltig zur Verbesserung der digitalen Ausstattung der jeweils unterstützten Schulen beitragen können, finden Sie im Folgenden zusammengestellt einige Leitfragen sowie Überblickskriterien, die Ihnen bei der Auswahl der anzuschaffenden Geräte helfen können.

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Fragen, die Sie bei der Umsetzung des Sofortausstattungsprogramms vorab klären sollten:

Bei der Anschaffung neuer Geräte für den Einsatz in der schulischen Bildung gibt es – auch mit Blick auf eine Nachhaltigkeit jenseits der aktuellen Pandemiesituation – einige Kriterien zu beachten. Insbesondere sollte Sorge getragen werden, dass die Geräte mit den Medienkonzepten der Schulen kompatibel sind. Die nachfolgenden Fragen können Ihnen dabei helfen, erste Grundbedingungen für die Anschaffung neuer Geräte aufzustellen, die auf die lokalen Gegebenheiten Rücksicht nehmen.

Welchen Lebens- und Verwendungszyklus sollen die Geräte haben?

Geräte haben eine unterschiedliche Lebensdauer. Da die Geräte nur zeitweise, z.B. für die Nutzung im Fernunterricht, an Schüler entliehen werden, ist ganz besonders die Kompatibilität zur schulischen Infrastruktur zu beachten.

Entspricht das Gerät dem Medienkonzept der Schule?

Vor der Anschaffung der Geräte empfehlen wir, sich mit dem lokalen Medienzentrum in Verbindung zu setzen, das die Situation und Bedarfe der Schulen vor Ort meist sehr gut kennt (Übersichtskarte der Medienzentren). Dabei können ggf. die laufenden Medienentwicklungsplanungen der Schulen mit einfließen. Die anzuschaffenden Geräte sollten
a) im Supportkonzept des Schulträgers berücksichtigt werden und
b) Schnittstellen entsprechend der vorhandenen Infrastruktur der Schule aufweisen (z.B. Einbindung in paedML/Netzwerklösung der Schule und MDM, aber auch Kompatibilität zu Druckern und Anzeigegeräten, genutzter Software etc.).

Sollen die Geräte zentral verwaltet werden?

Wir empfehlen ein zentrales Management (MDM) der Geräte, um Kompatibilität, Laufstabilität und Aktualität der Geräte zu garantieren. Hierfür bieten viele Medienzentren ein zentrales MDM an oder können Sie dabei entsprechend unterstützen und beraten. Informieren Sie sich vor Ort an Ihrem Medienzentrum. Weitere Hinweise zur Verwendung und Verwaltung von Tablets finden Sie hier.

Zudem raten wir dazu, die Geräte beim Schulträger zu inventarisieren, betriebsbereit auszuliefern und mithilfe entsprechender Administrationsumgebungen (z.B. paedML, MDM) zu pflegen. Durch ein Management der Geräte erhalten Schulen beziehungsweise die Schüler/-innen keine „Baustelle“, die sie selbst aufsetzen und betriebsfertig machen müssen. Zentral verwaltete Geräte erleichtern zudem den Support bei auftretenden technischen Problemen.

Was zählt beim Sofortausstattungsprogramm zur förderfähigen Inbetriebnahme?

Die Inbetriebnahme der Geräte erstreckt sich u.a. auf die erforderliche Integration in die IT-Infrastruktur der jeweiligen Schule (Schulnetze), Mobile Device Management, Aufspielen erforderlicher Programme und Apps sowie der damit verbundenen einmaligen Lizenzgebühren. Bei der Inbetriebnahme können Sie ggf. durch Ihr Kreis- oder Stadtmedienzentrum unterstützt werden. Fragen Sie dazu vor Ort an.

Welche nicht aus dem Sofortausstattungsprogramm förderfähigen zusätzlichen Aufwände und Kosten entstehen?

Berücksichtigen Sie bei der Anschaffung zusätzliche und laufende Personal- und Sachaufwände für Betrieb und Wartung der Geräte. Dieses Personal könnte zentral am kommunalen Medienzentrum installiert werden.

Von Vorteil kann es sein, einen Hardwarewartungsvertrag mit einem Dienstleister abzuschließen und sich die Teileverfügbarkeit über den geplanten Nutzungszeitraum garantieren zu lassen.

Abhängig von der Schul-Software müssen Lizenzen vorgehalten und installiert werden. Die Geräte sollten mit den Softwareanforderungen der Schule kompatibel sein. Für jede Geräteübergabe empfehlen wir, eine den lokalen Gegebenheiten entsprechende Leihvereinbarung herauszugeben. Ein Muster für eine Leihvereinbarung stellen wir an dieser Stelle zeitnah zur Verfügung.

Stichpunkte zur schnellen Überprüfung:

Neben den grundlegenden Fragen, die sich vor der Anschaffung von Geräten stellen, finden Sie im Folgenden spezifische Einzelmerkmale, auf die Sie beim Kauf der Geräte achten sollten, um eine bessere Nachhaltigkeit der Anschaffung zu erreichen. Diese Kriterien sind in drei Kategorien aufgelistet.

Wartung

  • Möglichkeit einer einheitlichen Konfiguration
  • Zentrale Softwareverteilung möglich
  • Optional Jugendschutzeinstellungen möglich
  • Wartung der Geräte: Betriebssystem-Updates, App-Updates, Gerätewiederherstellung möglich
  • Datenschutzrechtlich relevante Einstellungen (z.B. Cloud-Synchronisation) können konfiguriert werden

Technische Voraussetzungen

  • Einstellungen zu Barrierefreiheit möglich: z.B. Bedienhilfen (Bildschirmlupe o.ä.) vorhanden und internationale Spracheinstellungen möglich
  • Hardware ist kompatibel zu an der Schule bestehenden Systemen (paedML oder bestehendes MDM, genutzte Software)
  • Peripheriegeräte für den gewünschten Einsatz verfügbar (Tastatur in deutscher Sprache, Eingabegeräte, Lautsprecher anschließbar)
  • Gerät unterstützt die aktuellste Version des Betriebssystems und der Firmware: Diese ist hinsichtlich der Sicherheit des Geräts und des Betriebssystems die nächsten Jahre (Richtwert: vier Jahre) aktualisierbar (Updates)
  • Nach Möglichkeit fest verbaute Frontkamera und Mikrofon. Die Frontkamera sollte über eine Auflösung von mindestens 720p verfügen. Je nach gewünschtem Nutzungsszenario ggf. auch auf Rückkamera achten.
  • Displaygröße entspricht aktuellen ergonomischen Standards für einen Bildschirmarbeitsplatz. Größe: mindestens 10 Zoll.
  • Akkulaufzeit im Neuzustand bei mittlerer Auslastung (Office-Anwendungen) mindestens sechs bis sieben Stunden.
  • Gerät für den Einsatz und Transport ausreichend robust (auch z.B. durch Schutzhülle)
  • WLAN-Schnittstelle unterstützt mindestens 802.11ac 2x2 MIMO
  • Speicher (ausgehend vom Chipsatz):
    ARM-basierte Chipsätze (z.B. A10 Fusion): mindestens 3GB RAM, mindestens 128 GB Flashspeicher
    Andere Architekturen: mindestens 8GB RAM, mindestens 256 GB Flashspeicher, CPU mindestens 2 Kerne
  • Geräteregistrierung beim Schulträger möglich (z.B. über DEP)

Betrieb

  • Haftungsfrage bei Schaden oder Verlust klären
  • Leihvereinbarung (ein Muster stellen wir an dieser Stelle zeitnah zur Verfügung) / Nutzungsordnung vorhanden, Unterschrift durch Erziehungsberechtigte kann eingeholt werden
  • Geräteversicherung erforderlich/realisierbar?
  • Arbeitsgerät sowohl innerhalb des schulischen Netzes als auch außerhalb nutzbar? Sind zusätzliche lokale Nutzerrollen nötig?

Generell empfiehlt es sich immer, die geplanten Geräte im Rahmen einer Teststellung hinsichtlich der benötigten technischen Merkmale zu testen. So können Fehlkäufe vermieden werden.

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