Weihnachten naht: Kindern Smartphones schenken?

Christian Reinhold
Kinder mit Smartphone

Kinder mit Smartphone | GettyImages/ andresr

Wann ist das richtige Alter?

Die häufigste Frage, die medienpädagogische Fachkräfte zu hören bekommen, lautet ab welchem Alter ein Smartphone überhaupt in Frage kommt. Eltern wollen bei dieser Fragen nichts falsch machen. Häufig bekommen Kinder beim Wechsel auf die weiterführende Schule ein Smartphone geschenkt, nicht unbedingt, weil es aus organisatorischen Gründen im Alltag notwendig wäre, sondern vielmehr, weil es fast alle haben. Zwei von fünf Kindern besitzen heute ein Smartphone. „Während bei den Sechs- bis Siebenjährigen nur acht Prozent ein eigenes Smartphone besitzen, sind es bei den Zwölf- bis 13-Jährigen 70 Prozent (8-9 Jahre: 25 %, 10-11 Jahre: 52 %).“ Das bestätigt die KIM Studie 2018

Ist Ihr Kind reif genug?

Wie bei vielen anderen Fragen lässt sich auf die Frage des Alters keine pauschale Antwort geben. Eltern sollten sich eher überlegen, ob ihr Kind die nötige Reife und die nötigen Voraussetzungen mitbringt, um ein Smartphone zu nutzen. In der „Checkliste: Ist Ihr Kind reif für ein Smartphone?“ von klicksafe.de finden Eltern die nötigen Anhaltspunkte.

Checkliste: Ist Ihr Kind reif für ein Smartphone?

Regeln fördern das Zusammenleben

Zum ersten Smartphone gehören auch Regeln wie etwa, dass in bestimmten Bereichen des häuslichen Zusammenlebens oder zu gewissen Zeiten das Gerät ausgeschaltet bleibt. Für Smartphone muss es auch Tabuzonen geben. So sollte das Gerät beispielsweise während des gemeinsamen Essens und während der Hausaufgaben Sendepause haben. Auf dem Esstisch haben die Geräte nichts verloren. Auch vor dem Schlafengehen sollten die Geräte an einem Platz außerhalb des Kinderzimmers deponiert werden. Eltern sollten hier Vorbild sein. Mehr Ideen dazu findet man im Artikel Regeln für die Familie.

Smartphones "kindersicher" machen: nur ein Teil der Lösung

Eltern erhalten oft den Tipp, durch technische Maßnahmen das Smartphone „kindersicher“ zu machen. Das Sperren bestimmter Apps, von In-App-Käufen oder ein Internetfilter können zwar einige unschöne Vorkommnisse vermeiden. Doch aufgeschoben ist noch lange nicht aufgehoben. Spätestens wenn die Mehrheit einer Schulklasse in einer WhatsApp-Gruppe kommuniziert oder wenn Kinder bei Freunden das Internet ohne Jugendschutzfilter ausprobieren dürfen, werden technische Lösungen leicht umgangen.

Wirkungsvollster Schutz: mit Kindern im Gespräch bleiben

Das konsequente Umsetzen von Regeln sowie das „Im-Gespräch-bleiben“ sind langfristig wirkungsvoller. Kinderschutz-Apps und –Einstellungen können diesen Prozess vor allem zu Beginn begleiten und sind eher bei jüngeren Kindern erfolgreich. Schnell entdecken Kinder aber Tricks – wie das Herausnehmen und Wiedereinlegen des Smartphone-Akkus – um z.B. eine Kinderschutz-App abzuschalten. Weitere Anregungen finden Sie in den Artikeln

Ein Smartphone zu Weihnachten: So machen Sie Ihr Geschenk kindersicher

Kinderschutz/Filter-Apps – das sollten Sie wissen

Christian Reinhold

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