Schaffa, schaffa, digitales Häusle baua – mit der Software SketchUp

Sascha Schmidt

Eine Lehrerin berichtet über ihr digitales Bauprojekt in der Oberstufe

Das Arbeiten mit digitalen Endgeräten und räumliches Denken: Zwei Dinge, die im ersten Moment scheinbar so rein gar nichts gemeinsam haben. Die Software SketchUp will jedoch beides vereinen und lässt Schülerinnen und Schüler von Grundschule bis Sekundarstufe 3D-Modelle von verschiedensten Objekten erstellen. Eine Lehrerin berichtet, wie sie SketchUp in der Sekundarstufe eingesetzt hat.

Eine neue Bushaltestelle für die Schule

An unserer Schule sollte eine neue Bushaltestelle errichtet werden. Unklar war jedoch, wo diese genau platziert wird und wie sie aussehen könnte. Deshalb kam mir die Idee, diejenigen in die Planung miteinzubeziehen, die täglich die Bushaltestelle nutzen, nämlich die Schülerinnen und Schüler selbst. Doch wo fange ich hier am besten an? Bei meinen Recherchen nach Möglichkeiten der 3D-Modellierung bin ich auf die Software SketchUp gestoßen. Im Fach Kunst der elften Klasse stand ohnehin das Thema Architektur auf dem Plan. Das passte also perfekt. Zunächst ließ ich also die Schüler/-innen in Kleingruppen in einem Schreibgespräch ihre Ideen sammeln und sich durch die Gedanken anderer inspirieren lassen. Bei einem Schreibgespräch sind die Lernenden dazu aufgefordert, ihre Gedanken schriftlich festzuhalten und auf die Notizen anderer ausschließlich schriftlich zu reagieren. So kann beispielsweise eine gemeinsame Mindmap erstellt werden. Diese Methode habe ich deshalb gewählt, weil sie dabei hilft, Ideen direkt zu strukturieren und den Verlauf der Ideenfindung sichtbar zu machen.

Von der Idee zum 3D-Modell

Im Anschluss fertigten die Schüler/-innen in Einzelarbeit eine handgezeichnete Bleistiftskizze an. Diese galt es nun in SketchUp umzusetzen und mit den Möglichkeiten der Software weiterzuentwickeln. Um die Funktionen der Software kennenzulernen, erstellten die Lernenden zunächst einfache 3D-Formen wie Quader und Pyramiden. Erst als die Grundkenntnisse gefestigt waren, begannen sie mit den eigentlich angestrebten Modellen. Wichtig in dieser Phase ist es, die Gruppe regelmäßig zur Reflexion des Prozesses zusammenkommen zu lassen. So profitieren alle Schüler/-innen von den Erfahrungen und Erkenntnissen der Klassenkameraden. Wenn ein Entwurf schließlich fertiggestellte wurde, durfte dieser der Klassengemeinschaft präsentiert werden. Wir gestalteten die Präsentation so, als wären die Schüler/-innen Architekten und würden ihren Entwurf dem Gemeinderat vorstellen. Für die Schüler/-innen war diese Art der Arbeit und auch der Präsentation neu und wurde dankbar angenommen. Die Software hat zudem den Vorteil, dass die Modelle direkt sichtbar werden. Die Schüler/-innen sehen also sehr schnell Ergebnisse ihrer Arbeit und können Modelle in realitätsnahe Umgebungen einbetten. Die Arbeit mit SketchUp gewährt ihnen erste Einblicke in die Arbeit eines Architekten und kann je nach erstelltem Objekt einen direkten Bezug zu ihrem schulischen Alltag haben.

SketchUp lässt sich jedoch nicht nur in der Sekundarstufe einsetzen, sondern auch in der Grundschule. Generell ist auch fächerübergreifendes Arbeiten denkbar, beispielsweise bei der Modellierung einer Zelle im Biologieunterricht. Weitere Ideen für die jüngeren Klassen sind beispielsweise das Modellieren des eigenen (Traum-)Hauses oder auch der Schule beziehungsweise des Klassenzimmers der Zukunft.

Vor dem Einsatz von SketchUp sollte stets geprüft werden, welche Daten zum Anlegen und Nutzen der Software benötigt werden und ob die Software zum Zeitpunkt des Einsatzes mit den Datenschutzrichtlinien der Schule in Einklang steht. In der Education-Variante steht SketchUp Bildungseinrichtungen aktuell kostenfrei zur Verfügung. Interessierte sollten sich jedoch vorher über die jeweils aktuell gültigen Lizenzmodelle informieren.

Sascha Schmidt

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