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Sag’s mit einem Meme – Materialien für die Islamismusprävention

Madeleine Hankele-Gauß

Kinder, Comicfiguren und Tiere sind neben Prominenten als Meme-Vorlagen beliebt | praetorianphoto / Jeanne Hatch / Larysa Amosova / zoljo / darko_a / Ian Dyball / Shanecotee via Getty Images

Publikation „Mit Memes gegen Islamismus?“ des Vereins ufuq.de

Wie kann nachhaltige Islamismusprävention gelingen? In der Publikation „Mit Memes gegen Islamismus?“ stellt der Verein Ufuq Arbeitsmaterialien zu politischer Medienbildung mit Jugendlichen bereit und teilt seine Erfahrungen aus Workshops zu diesem Thema. Ufuq ist ein Träger der freien Jugendhilfe, der in der politischen Bildung und Präventionsarbeit rund um die Themen Islam, antimuslimischer Rassismus und Islamismus tätig ist. Die Materialien entstanden in Kooperation mit dem Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) und der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V.

Jugendliche setzen eigene Themen

„Ein Workshop, der mit einem Input über die Hintergründe des Salafismus beginnt, ist fast zwangsläufig zum Scheitern verurteilt“, so die Autoren der Publikation. Die innovativen Arbeitsmaterialien setzen daher bei der Lebenswelt der Jugendlichen an – und damit bei den sozialen Medien. In offenen Formaten, in denen Jugendliche z.B. Videos oder Posts vorstellen und besprechen, sollen ihre Erfahrungen und Probleme Raum bekommen. Die Heranwachsenden setzen so eigene Themen. Der Erfahrung der Autoren zufolge kommen dabei Politik und Religion, internationale Konflikte und soziale Ungerechtigkeit sowie Diskriminierung und Gewalterfahrungen automatisch zur Sprache. 

Auf diese Weise benennen die Jugendlichen selbst die Themen, die von islamistischen Gruppierungen instrumentalisiert werden, um junge Menschen für ihre Ideologie zu gewinnen. Eine wichtige Rolle im Islamismus spielt das sogenannte „Opfernarrativ“, demnach Muslime stets Opfer des Westens seien. Diskriminierung von oder Gewalt gegen Muslime in westlichen Ländern dient als „Beweis“ für dieses Narrativ und als Köder für Jugendliche, die diese Erfahrungen selbst machen mussten. Als Antwort auf diese Erfahrungen propagiert der Islamismus den Rückzug aus den westlichen Gesellschaften. Die bedingungslose Integration in eine Gemeinschaft von Muslimen, die sich gegen äußere Bedrohungen und alternative Lebensweisen auflehnen, sei die einzige Lösung.

Memes als Reaktion auf antimuslimischen Rassismus und Sexismus

Das Ziel der Arbeitsmaterialien ist es daher, den Jugendlichen alternative Wege im Umgang mit antimuslimischem Rassismus oder Sexismus aufzuzeigen. Das Erstellen von Memes ist hierbei eine erfolgversprechende Strategie, da Memes einfach erstellt werden können und das Teilen von Bildmaterial bei der Social-Media-Nutzung von Jugendlichen eine große Rolle spielt. Ein Meme ist ein Bild, GIF oder Video, das aus der Pop- oder Alltagskultur bekannt ist und jeweils mit einer einfachen Textbotschaft versehen wird. Dadurch soll auf humorvolle Weise eine Emotion oder Position ausgedrückt werden.

Mithilfe der Arbeitsmaterialien beschriften die Jugendlichen zunächst ausgedruckte Memevorlagen und produzieren so analoge Memes. Zum Abschluss soll jede/-r Jugendliche/-r auch selbst ein digitales Meme erstellen. Dieses soll eine Antwort auf einen Hasskommentar liefern. Dabei lernen die Heranwachsenden, ihre Wut und ihren Frust über antimuslimische Vorurteile oder Gewalt kreativ umzusetzen und selbstwirksam darauf zu reagieren. In der „Hall of Meme“ der zum Projekt gehörenden Webseite bildmachen.net können die so entstandenen Memes hochgeladen werden.

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Madeleine Hankele-Gauß

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