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Neue Studie: Auswirkungen von Corona auf den Medienkonsum von Erwachsenen

Sascha Schmidt
Frau mit Maske liest Nachrichten auf dem Smartphone

Eine Frau mit einer Schutzmaske liest auf ihrem Smartphone Nachrichten und wirkt besorgt. | E+/hsyncoban/Getty Images

Revival der Fernsehnachrichten

Der jährlich erscheinende Digital News Report untersucht den Medienkonsum von Erwachsenen in insgesamt 40 Ländern rund um den Globus, darunter auch Deutschland. Die Daten von etwa 80.000 Befragten wurden im Januar, Februar sowie April 2020 erhoben und erlauben damit einen ersten Eindruck, inwiefern Corona Auswirkungen auf das Mediennutzungsverhalten hat.

Obwohl das klassische Fernsehen auf dem Rückzug ist, griffen während der Corona-Krise wieder mehr Menschen auf Fernsehnachrichten als Informationsquelle zurück. Auch die sozialen Medien wurden vermehrt als Nachrichtenquelle genutzt, während die Nutzung von Printmedien deutlich zurückging. Dies dürfte auch unter anderem auf die Maßnahmen der Lockdowns und der damit erschwerten Verfügbarkeit der Printmedien zurückzuführen sein. Generell sind die Menschen nur bedingt bereit, für Nachrichten zu bezahlen. In Deutschland nutzen gerade einmal zehn Prozent kostenpflichtige Nachrichtenquellen (Vergleich: acht Prozent im Vorjahr). Etwa die Hälfte der Befragten in Ländern wie Großbritannien oder den USA schließen sogar generell aus, für Nachrichten zu bezahlen. Als Gründe nennen Desinteresse oder Zufriedenheit mit den kostenlos verfügbaren Nachrichtenquellen.

Social Media als Nachrichtenquelle

Etwa 22 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, Facebook als Nachrichtenquelle zu nutzen. Im internationalen Vergleich erscheint dieser Wert dennoch gering. Zum Vergleich: In Frankreich liegt die Zustimmung bei 43 Prozent, in Italien bei 56 Prozent und in Polen sogar bei 65 Prozent. Soziale Medien als Nachrichtenquelle gewinnen allgemein an Bedeutung, allen voran WhatsApp, YouTube und Facebook. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen nutzt etwa ein Drittel soziale Medien sogar als Hauptnachrichtenquelle. Generell scheinen aktuelle Entwicklungen Einfluss auf das Vertrauen in Nachrichten zu haben. Im Jahr 2020 zweifeln 52 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an dem Wahrheitsgehalt von Nachrichten. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es gerade mal 38 Prozent. 37 Prozent der erwachsenen Internetnutzer/-innen befürchten, dass sie echte Nachrichten nicht von Falschmeldungen unterscheiden können.

Podcasts auf dem Vormarsch

Als weitere bedeutsame Informationsmedien stellen sich Podcasts heraus. Knapp ein Viertel der Befragten gibt an, in diesem Jahr mindestens einen Podcast im Monat gehört zu haben. Bei der Gruppe der 18-bis-24-Jährigen hat sogar etwas mehr als die Hälfte der Befragten monatlich mindestens einen Podcast gehört.
Der Digital News Report wird jährlich vom Reuters Institute for the Study of Journalism initiiert und finanziert sich durch Sponsoren wie BBC News und die Google News Initiative.

Sascha Schmidt

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