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Für Jugendliche ein Alltagsphänomen – forsa-Befragung Hatespeech 2020

Madeleine Hankele-Gauß
Smartphone mit Hasskommentar

Tero Vesalainen/iStock/Getty Images Plus

Jährliche Befragung zu Hasskommentaren im Netz

Posten oder kommentieren, um andere zu demütigen: Die Anonymität von Internetforen, sozialen Netzwerken oder Blogs liefert den idealen Nährboden für Hasskommentare. In dieser Umgebung fühlen sich Verfasser/-innen von Hatespeech „sicher“. Um andere Personen, Gruppen oder Gruppenzugehörige herabzusetzen, verbreiten sie hasserfüllte Worte, Bilder oder Memes.

Seit dem Jahr 2016 untersucht Forsa im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW einmal im Jahr, wie private Internetnutzer/-innen in Deutschland Hatespeech wahrnehmen und darauf reagieren. Im Frühjahr dieses Jahres nahmen 1.010 Personen ab 14 Jahren an der forsa-Befragung Hatespeech 2020 teil. Lesen Sie hier die drei wichtigsten Erkenntnisse:

Erkenntnis 1: Hatespeech ist für Jugendliche und junge Erwachsene ein Alltagsphänomen

Wie bereits in den Vorjahren verdeutlicht die Studie, dass die Wahrnehmung von Hasskommentaren im Netz hoch ist. Rund drei Viertel aller Befragten sind bereits mit Hatespeech in Berührung gekommen. Während durchschnittlich jeder Dritte „häufig“ oder „sehr häufig“ online hasserfüllte Botschaften liest, steigt diese Zahl bei 14- bis 24-Jährigen auf zwei Drittel aller Studienteilnehmer/-innen an. Für Jugendliche und junge Erwachsene ist Hatespeech also ein Alltagsphänomen.

Erkenntnis 2: Jüngere reagieren häufiger auf Hasskommentare als Ältere

„Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen“ – nach diesem Motto handeln zwei Drittel der Internetnutzer/-innen, begegnen ihnen Hasskommentare im Netz. Nur jede/-r Dritte befasst sich mit diesen und lediglich jede/-r Vierte hat schon einmal eine hasserfüllte Nachricht bei einem Online-Portal gemeldet oder kritisch darauf geantwortet. Anders sieht dies bei den „Digital Natives“ im Alter zwischen 14 und 24 Jahren aus: Sie beschäftigen sich mehrheitlich mit Hasskommentaren, die ihnen begegnen, und sind deutlich engagierter beim Melden. Etwa zwei Drittel aller Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat schon einmal die Meldefunktion von sozialen Netzwerken, Internetforen oder Webseiten für diesen Zweck genutzt.

Erkenntnis 3: Einige Internetnutzer/-innen finden Hassbotschaften unterhaltsam

Was treibt diejenigen an, die nicht „weitergehen“, sondern bei Hassbotschaften „stehenbleiben“ und sich mit ihnen befassen? Bei drei Viertel aller Befragten ist es das blanke Entsetzen über den Kommentar – dicht gefolgt davon, dass ihnen das darin angesprochene Thema wichtig ist. Mehr als die Hälfte möchte etwas über die Meinung anderer erfahren, wohingegen etwas weniger als die Hälfte diese Meinung gegebenenfalls melden möchte. Ein bedenkliches Ergebnis der Studie ist, dass jede/-r vierte 14- bis 24-Jährige Hatespeech zur persönlichen Unterhaltung konsumiert. Über alle Altersgruppen hinweg findet dies nur jede/-r Sechste unterhaltsam.

Mehr über das Thema erfahren Sie in unserem vollständig überarbeiteten Inhaltsbereich „Hatespeech“.
 

Zur Studie

Zur Kampagne „Bitte Was?! Kontern gegen Fake und Hass“

Madeleine Hankele-Gauß

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