Feedback verbindet – Mit drei Fragen zum Lernerfolg

Madeleine Hankele-Gauß
Junge Frau nachdenklich vor einem Laptop

damircudic/E+/Getty Images

Den Lehr-Lern-Prozess im Auge behalten

Aus dem Auge, aus dem Sinn? In Zeiten, in denen sich Lehrer/-in und Schüler/-in seltener als sonst sehen, hören und sprechen, ist ein motivierender und verbindlicher Lehr-Lern-Prozess schwieriger zu verwirklichen als im regulären Schulalltag. Ein zentrales Bindeglied, um die Verbindung zwischen Lehrenden und Lernenden aufrechtzuerhalten, ist Feedback. Auf der Lernplattform Moodle stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, um Schüler-, Lehrer- und Peerfeedback auch digital umsetzen zu können.

Formativ, summativ oder personenbezogen? – Arten des Feedbacks

Unter Feedback versteht man eine Rückmeldung zum Lernprozess oder zur Lehre. Die Information gibt Aufschluss darüber, ob und wie ausgehend vom aktuellen Stand des Lernens oder Unterrichtens ein bestimmtes Lernziel optimal erreicht werden kann. Laut Bildungsforscher John Hattie gehört Feedback zu den „Top 10“ der Einflussfaktoren schulischen Lernerfolgs. Ob Feedback lernförderlich ist oder nicht, hängt Hattie zufolge jedoch von der Art des Feedbacks ab.

Der neuseeländische Pädagoge unterscheidet hierfür zwischen formativem, summativem und personenbezogenem Feedback. Rückmeldungen begleitend zum Lernprozess, die beispielsweise Hinweise zu falschen Annahmen oder wenig effektiven Lernstrategien geben, hätten positive Effekte auf den Lernerfolg. Im Gegensatz zu solchem formativen Feedback sei summatives Feedback, z. B. in Form von benoteten Tests am Ende einer Lerneinheit, wenig lernförderlich. Gleiches gilt für personenbezogenes Feedback, das den Charakter oder das Verhalten von Lernenden bewertet.

Mit drei Fragen zum Lernerfolg – So geht formatives Feedback

In ihrem vielbeachteten Essay „The Power of Feedback“ (2007) formulieren die Bildungsforscher John Hattie und Helen Timperley drei Fragen, die formatives Feedback beantworten sollte:  

  • Was ist das Ziel? (Feed up)
  • Wo stehe ich gerade? (Feed back)
  • Was ist der nächste Schritt, um das Ziel zu erreichen? (Feed forward)

Diese drei Fragen können dabei auf verschiedene Ebenen des Lernens bezogen werden: auf die Aufgabe, den Prozess oder die Selbstregulation.

Beim Fokus auf die Ebene der „Aufgabe“ wird beantwortet, wie gut Schüler/-innen eine konkrete Aufgabe verstanden und erledigt haben. Schrittweise Hilfestellungen, z. B. in Form von zusätzlichen Informationsquellen, Aufgabenbeispielen oder gestaffelten Lösungshinweisen, können sie auf dieser Ebene dabei unterstützen, eine Aufgabe eigenständig zu lösen. Die Ebene „Prozess“ bezieht sich auf den Lernweg und zeigt alternative Lernstrategien auf. Auf der Ebene der Selbstregulation unterstützt das Feedback den Lernenden dabei, den eigenen Lernprozess selbst besser beobachten und einschätzen zu können. Rückmeldungen auf dieser dritten Ebene stärken Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit der Lernenden. 

Von Text über Audio bis Video: Rückmeldungen zum Lernstand in Moodle

Im Lernmanagementsystem Moodle können Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern mithilfe der Aktivität „Aufgabe“ auf vielfältige Weise Feedback zukommen lassen. Hierfür müssen die Lernenden zunächst die „Dateiabgabe“ oder den „Online-Text“ nutzen, um ihre Lösung zu einer gestellten Aufgabe als Dokument hochzuladen oder direkt in Moodle einzutippen. Auf der „erweiterten Bewertungsseite“ können Lehrkräfte diese Abgaben einsehen und ein Feedback hierzu formulieren. Zum einen können sie direkt in der Datei bzw. dem Text Annotationen, Markierungen oder Kommentare einfügen. Zum anderen können sie in einem Textfeld einen zusammenfassenden Textkommentar anlegen oder einen bis zu zweiminütigen Audio- oder Videokommentar aufnehmen.

Der Vorteil von Audio- oder Videofeedback liegt darin, dass ein gesprochenes Feedback für Schüler/-innen meist verständlicher ist und sie dadurch unmittelbar persönlich angesprochen werden. Gerade in Zeiten von digitalem Fernunterricht oder Blended Learning kann dies dazu beitragen, die persönliche Bindung zwischen Lehrkraft und Schüler/-in aufrechtzuerhalten. Außerdem können zusätzlich Bilder, Grafiken und andere Dateien hochgeladen werden: Diese Funktionen eigenen sich insbesondere, um den schrittweisen, selbständigen Lösungsprozess einer Aufgabe zu unterstützen.

Feedback in alle Richtungen: Peer- und Schülerfeedback

Um Feedbackprozesse möglichst wirkungsvoll zu gestalten, sollte Feedback in alle Richtungen gegeben und empfangen werden. Daher sollten nicht nur Lehrer/-innen Rückmeldungen an ihre Schüler/-innen formulieren, sondern auch umgekehrt Schüler/-innen die Gelegenheit dazu erhalten, eine „Wasserstandsmeldung“ zum Unterricht der Lehrkraft abzugeben. Auch gegenseitiges Feedback zwischen Schülerinnen und Schülern kann hohe Lerneffekte erzielen, insofern der Prozess des Peerfeedbacks im Vorfeld innerhalb der Klasse gut strukturiert und eingeübt wird. Beide Formen des Feedbacks lassen sich auch in Moodle realisieren: Schülerfeedback mithilfe der Aktivität „Feedback“ und Peerfeedback mithilfe der Aktivität „Workshop“.

Folgende Videotutorials beschreiben im Detail, wie Lehrer-, Schüler- und Peerfeedback in Moodle gelingen:

Anleitung für die Aktivität Aufgabe

Videotutorial für die Aktivität Feedback

Videotutorial für die Aktivität Workshop

Madeleine Hankele-Gauß

E-Mail senden

Diese Seite teilen:

Weitere Informationen

Kategorien: