Eine Familie im Homeoffice – Mein erster Familien-Comic

Julia Heidl

Foto: Julia Heidl

Aktion 1: Einen Familien-Comic erstellen

In ihrer Kolumne berichtet unser Mitarbeiterin und zweifache Mutter Julia Heidl über ihre Familienzeit während den Schulschließungen und geht vor allem einer Frage nach: Wie kann die Familie in dieser Zeit ein gesundes Medienverhalten beibehalten und dabei auch noch die Medienkompetenz fördern?

Als ich selbst noch ein Teenager war, waren Comics so populär wie heutzutage Instagram oder TikTok. Besonders mein Sohn begeistert sich ebenfalls für die „dicken Bücher mit der Ente“. Heutzutage lassen sich Comics ganz einfach selbst erstellen. Vor Kurzem hat mir eine Kollegin gezeigt, wie das mithilfe von Playmobil-Figuren, einer Smartphone-Kamera und der App „Comic Life“ geht. Das nebenstehende Foto zeigt einen Ausschnitt des Ergebnisses.

Am ersten Medienkompetenztag werde ich also meinen eigenen Comic erstellen. Dazu benötigt man nicht viel:

  • einen oder mehrere Schauspieler (Papa reicht auch),
  • eine Smartphone-Kamera,
  • die Apps „Comic Strip“ oder „Comic Life“, die es auch in einer PC Version gibt
  • gegebenenfalls einen Drucker.

Eine Comicstory mit Happy End

Auf den Vorschlag, einen eigenen Comic zu erstellen, reagieren meine beiden Kinder sehr unterschiedlich. Meine Tochter freut sich auf eine Lovestory im Stil der Jugendzeitschrift „Bravo“ – und hat schon ein Drehbuch im Kopf. Mein Sohn sitzt sofort startbereit am Computer, allerdings, ohne sich Gedanken über den Inhalt zu machen. Ich versuche zu vermitteln, dass wir uns zunächst auf die Handlung unseres Comics verständigen und dann gemeinsam an den PC gehen würden.

Beide Kinder sind sich sofort ungewohnt einig: Der „Bösewicht“ im Comic soll der Vater sein. Der fiktive Vater ist zwar selbst ständig online, möchte jedoch, dass sein Sohn nicht so viel zockt und seine Tochter nicht unentwegt chattet. Stattdessen sollen sie auf Wunsch des Vaters an die frische Luft gehen. Nach einem kurzen Streit, weil jeder sein Handy nur unwillig zur Seite legt, gibt es ein Happy End: Der Vater baut mit den Kindern im Garten ein neues Auslaufgehege für die Kaninchen, während die Mutter die Sonne genießt und Kaffee trinkt. So die Story des Comics – die mir nicht schlecht gefällt, wie ich zugeben muss.

Ans Werk: mit „Comic Strip“ oder „Comic Life“

Nun mussten wir uns überlegen, welche Bilder und Sprüche wir zur Umsetzung des Comics brauchen: der Vater im Home-Office, der Sohn beim Computerspielen, die Tochter beim Chatten, die Streit-Szene und schließlich das Happy End mit glücklichen Kindern und Kaninchen. Mithilfe der Apps „Comic Strip“ oder „Comic Life“ oder den entsprechenden PC-Versionen können die Bilder und Sprüche schnell zu einem Comic „gezaubert“ werden.

Mein Fazit: Gemeinsam in der Familie einen Comic zu erstellen, bietet einen guten Anlass, um über das Thema Mediennutzung ins Gespräch zu kommen – mit einem Augenzwinkern statt mit einem erhobenen pädagogischen Zeigefinger. Als Eltern kann man dabei schnell feststellen, welche Probleme und welchen Unterstützungsbedarf es noch gibt. Mir und meinen Kindern hat es richtig viel Spaß gemacht. Und sogar die Kinder mussten ein wenig über ihr eigenes Medienverhalten lachen ... das ist ein guter Anfang!

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Die Autorin ist Pädagogin, Mitarbeiterin am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg und Mutter zweier Kinder.

Seit der Corona-Epidemie ist unsere ganze Familie ständig online: Papa im Homeoffice, die Kinder im Homeschooling und ich texte diesen Artikel gerade in die Cloud. Und nach den Hausaufgaben immer die gleichen Fragen nach Handy und Tablet. Wie können wir es dabei schaffen, ein gesundes Medienverhalten beizubehalten? Als Lehrerin und Mutter zweier Kinder mache ich mir viele Gedanken, wie das gelingen kann. Trotz Corona-Blues und Kontaktsperren werde ich daher ab sofort meine privaten Medienkompetenzwochen auf die Beine stellen. Ich werde ausprobieren, wie man mit einfachen Mitteln die eigene Medienkompetenz und die von Kindern fördern kann.

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