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Die eigene Abwehr gegen Fake News stärken – Das Online-Spiel „Bad News“

Madeleine Hankele-Gauß
Zeitungsschnipsel

Getty/David Maki

Spieler schlüpfen in die Rolle von Fake-News-Autoren

Wie würden Sie ein Nachrichtenportal nennen, das Falschmeldungen und irreführende Nachrichten verbreiten soll? „Die allgemeine Zeitung: Zu jedem Thema“, „Die Wahrheit Online: Liken, folgen, teilen“ oder „Journal der Wahl: neu & heiß“? Solche strategischen Entscheidungen müssen die Spieler/-innen des kostenlosen Online-Spiels „Bad News“ fortlaufend treffen. Als Autor(inn)en von Fake News müssen sie eine möglichst große Zahl an Followern in die Irre führen und dabei dennoch glaubwürdig bleiben. Durch die Konfrontation mit manipulativen und falschen Informationen im Spiel soll die Zielgruppe der 15- bis 35-Jährigen resistent gegen reale Desinformation werden.

Entwickelt wurde das Spiel von der niederländischen Organisation DROG in Kooperation mit der Universität Cambridge. DROG hat sich dem Widerstand gegen Falschmeldungen im Netz verschrieben. Der Organisation gehören Wissenschaftler/-innen, Journalist(inn)en und Medienexpert(inn)en aus ganz Europa an. Eine Begleitstudie untersucht die Wirksamkeit der angewendeten Methode.

Spiel als Chatdialog zwischen Spieler und virtuellem Berater

Das Online-Spiel präsentiert sich in Form eines Chatdialogs zwischen dem/-r Spieler/-in und einem virtuellen Berater. Dieser Berater – der ein Profi im Verbreiten von Fake News ist – schlägt dem/-r Spieler/-in Handlungsmöglichkeiten zur Auswahl vor, zeigt die Reaktionen der Follower und erklärt Taktiken der Desinformation.

Mit welchem Slogan soll das Nachrichtenportal werben? Welches Meme soll veröffentlicht werden, um Klimaforscher/-innen und ihre Ergebnisse zu diskreditieren? Welche Verschwörungstheorie soll verbreitet werden, um Angst und Hass zu säen? Jede Entscheidung eines Spielers oder einer Spielerin schlägt sich unmittelbar im Zähler mit den Followern und der Glaubwürdigkeits-Anzeige nieder. Letztere gerät in den roten Bereich, wenn offensichtliche Lügen oder abstruse Theorien verbreitet werden. Wer journalistisch oder moralisch korrekt agiert, büßt ebenfalls an Followern ein.

Methoden der Desinformation selbst anwenden: Eine „Impfung“ gegen Fake News?

Sechs „Disziplinen“ der Desinformation müssen im Verlauf des Spiels erfolgreich gemeistert werden: Identitätsbetrug, Emotion, Polarisierung, Verschwörung, Verruf und Trollen. Diese Disziplinen wurden nicht willkürlich gewählt, sondern basieren auf den Erkenntnissen des NATO-Berichts „Digital Hydra: Security implications of false information online“.

Während des etwa 20-minütigen Spiels lernen die Spieler/-innen also beispielsweise, wie man durch Imitieren einer seriösen Institution ein Nachrichtenportal für Fake News aufsetzt, Menschen in extremere Positionen treibt oder Kritiker/-innen in Verruf bringt. Indem die Spieler/-innen selbst die oben genannten Methoden der Desinformation in abgeschwächter Form anwenden, sollen sie diese im echten Leben leichter erkennen und dadurch immun gegen sie werden. Die zugrundeliegende Theorie stammt aus der Sozialpsychologie und nennt sich Inokulationstheorie. Kurzum: Das Online-Spiel Bad News versteht sich als „Impfung“ gegen Fake News.  

Das Online-Spiel auf einen Blick

  • Anwendung für: Browser
  • Preis: kostenlos
  • Registrierung: nein
  • Internetverbindung nötig: ja
  • Werbung: nein
  • Datenschutz: Datenerhebung nur bei expliziter Einwilligung zur Teilnahme an der Begleitstudie und den zugehörigen Umfragen: bei Teilnahme werden Daten anonymisiert und zu Forschungszwecken der University of Cambridge zur Verfügung gestellt
  • Urheber: Organisation DROG

 

Zum Online-Spiel „Bad News“

Informationsblatt für Lehrkräfte

Zum LMZ-Themenbereich „Fake News“

Zum Kreativwettbewerb gegen Fake und Hass

Madeleine Hankele-Gauß

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