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Das gute digitale Leben – Unterrichtsmaterial zu Medienethik

Madeleine Hankele-Gauß
Waage in digitaler Sphäre aus 0 und 1

Getty/mattjeacock

Neues Material der Kampagne „Bitte was?! – Kontern gegen Fake und Hass“

„Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ – vielleicht erinnern Sie sie noch an die Bankenwerbung, in der ein Mann gegenüber einem früheren Schulkameraden mit Fotos seiner exklusiven Eigentümer prahlt. Schaut man sich die Posts in sozialen Netzwerken an, wird man nicht selten an diese Werbung erinnert. Fotos von Urlauben auf Trauminseln, dem Abendessen beim Sternekoch oder dem mutigen Fallschirmsprung hinterlassen den Eindruck, dass alle Instagram- oder Facebook-Nutzer/-innen luxuriöse und abenteuerlustige Leben führen.

Warum neigen wir in sozialen Medien zur Übertreibung? Verhalten wir uns online anders als offline? Und wie kann ein gesellschaftliches Miteinander auch im Netz gut gelingen? Diese spannenden Fragen werfen die neuen Unterrichtsmaterialien der Kampagne „Bitte was?! – Kontern gegen Fake und Hass“ zum Thema Medienethik auf. Die Materialien sind für Schüler/-innen der Sekundarstufe I konzipiert.

Die zehn Gebote der Digitalen Ethik

Die digitale Welt bietet uns schier unendliche Möglichkeiten der Vernetzung und kreativen Entfaltung. Gleichzeitig stellt sie uns vor vielfältige individuelle und gesellschaftliche Herausforderungen. Mit dem Smartphone in der Hosentasche, dem Tablet auf dem Schoß und der Smartwatch am Arm neigen viele Mediennutzer/-innen dazu, „always on“ zu sein – zum Leidwesen der realen Kommunikation. Nahezu unbemerkt werden dabei sekündlich unzählige Informationen über uns gesammelt. Meist werden sie von Algorithmen für Werbezwecke verarbeitet, manchmal aber auch mit dem Ziel der Beeinflussung, des Betrugs oder der Erpressung. Auch Gewalt, Hass oder Pornografie lassen sich im Netz einfach und schnell verbreiten.

Mithilfe der Unterrichtsmaterialien gehen die Schüler/-innen der Frage nach, wie Jugendschutz, Menschenwürde, freie Meinungsbildung, Privatsphäre und Handlungsfreiheit auch im digitalen Raum gewahrt werden können. Hierzu lernen sie unter anderem die Zehn Gebote der Digitalen Ethik kennen. „Erzähle und zeige möglichst wenig von dir“, besagt beispielsweise das erste Gebot. Jedes einzelne Gebot reflektieren die Jugendlichen daraufhin, ob sie es selbst einhalten, für eine gelungene Verhaltensregel halten und wie wichtig es ihnen ist.

Das gute digitale Leben – Ein Balanceakt

Um sich verantwortungsvoll im Netz zu verhalten, reicht es allerdings nicht aus, vorgegebenen Verhaltensregeln zu folgen. Stattdessen lernen die Jugendlichen mittels der Materialien, ihre eigenen „Gebote“ zu formulieren. Der Kurzfilm „Das gute digitale Leben“ der Universität St. Gallen regt etwa dazu an, sein Online-Verhalten immer wieder kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Für ein gutes digitales Leben müssten demnach fünf Spannungsbereiche ins Gleichgewicht gebracht werden: Individuum und Kollektiv, Bekanntes und Unbekanntes, Geben und Nehmen, Privates und Öffentliches sowie Onlinesein und Offlinesein. Damit der Balanceakt gelingt, empfiehlt der Kurzfilm unter anderem, alternative Suchmaschinen zu nutzen, mit Bekannten über Politik zu diskutieren und Postings zu vermeiden, die aus reinem Konkurrenzdruck heraus erfolgen. Denn wie bereits Theodor Roosevelt wusste: „Comparison is the thief of joy“. 

Madeleine Hankele-Gauß

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