Zeit der Wunder

Jugendliche laufen Hand in Hand

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Das Abenteuer Pubertät

Vier ganz durchschnittliche Jugendliche werden drei Jahre lang auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleitet. Der Film zeigt sie vor allem im familiären Umfeld und mit ihren Freunden, stellt ihre Probleme, Wünsche und Sehnsüchte dar. Hauptsächlich kommen die Jugendlichen selbst zu Wort und präsentieren auch eigene Videoaufnahmen. So wird der Zuschauer mit in den Alltag einbezogen, die Aufnahmen wirken nicht gestellt, sondern sehr real. Dadurch ist der gesamte Film sehr ansprechend. Allerdings sind die vier Hauptakteure nur für eine bestimmte Gruppe von Jugendlichen repräsentativ. Sie kommen alle aus der bürgerlichen Mittelschicht und haben keine besonderen Probleme in den Familien wie Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Armut oder Gewalt. Diese Themen müssten im weiteren Unterrichtsverlauf je nach Situation in der Klasse ergänzend angesprochen werden.

„Eigentlich bin ich ja nichts!“ – sagt Rebecca und beschreibt damit diese schwierige Phase im Leben junger Menschen sehr treffend. Sie sind ihrem Kindsein entwachsen, aber noch keine erwachsenen Männer und Frauen, sind auf der Suche nach neuen Weisen des Auftretens und Handelns. Die Eltern als Ansprechpartner treten immer mehr in den Hintergrund, stattdessen fühlen sie sich von Gleichaltrigen besser verstanden.

Der zwölfjährige Benny ist kleiner als seine Altersgenossen und versucht trotzdem mitzuhalten. Er entstammt einer sehr gläubigen Großfamilie und hat sieben Geschwister. Seine Eltern versuchen alle zusammenzuhalten und häufig sitzt die ganze Familie beim Familienrat oder zum Lesen der Bibel zusammen. Die Eltern lassen ihren Kindern recht viel Freiraum. Benny sehnt sich nach einer Freundin und fragt sich, warum er noch nicht die richtige gefunden hat. Er raucht – was er selber uncool findet – und bei Treffen mit seinen Freunden fließt immer Alkohol.

Susanne und Rebecca sind beste Freundinnen und verbringen viel Zeit miteinander, beispielsweise beim Shoppen oder ersten Schminkversuchen. Die ruhige und zurückhaltende Susanne bewundert die extrovertierte und ihren Eltern gegenüber rebellische Rebecca und findet sich selbst zu brav. Als sich Rebecca andere Freunde sucht, muss Susanne sich neu orientieren und geht aber trotz anfänglicher Trauer um die enge Freundschaft gestärkt und selbstbewusster aus dieser Krise heraus und findet ihren eigenen Stil. Bei Rebecca gibt es immer häufiger Konflikte mit den Eltern, vor allem mit ihrer Mutter.

Renke ist für sein Alter schon sehr groß und liebt Ritterspiele und sein Schlagzeug. Er träumt von einem Musikstudium, hat aber Probleme in der Schule, seine Versetzung ist gefährdet. Er ist eher der ruhigere Typ, trotzdem gibt es zuhause Konflikte, weil er seine Aufgaben nicht zuverlässig erledigt. In einem Pfarrer findet er einen verständnisvollen Gesprächspartner.

„Ihr kapiert einfach nichts!“ sagt Rebecca zu ihren Eltern, als es darum geht, ob bei ihrer Geburtstagsparty Alkohol getrunken werden darf. Was können Eltern ihren jugendlichen Kindern noch vorschreiben? Wie viel Kontrolle ist nötig? Benny und Renke haben schlechte Noten in der Schule und können noch nicht die volle Verantwortung für sich selbst übernehmen. Susanne dagegen muss mehr Verantwortung übernehmen, um neue Freundschaften zu finden, ihre Fixierung auf Rebecca aufzugeben und ihren eigenen Weg zu gehen.

Didaktischer Hinweis: Da in erster Linie und sehr ausführlich die Jugendlichen selbst zu Wort kommen und da sie über einen langen Zeitraum hinweg begleitet werden, ist die Dokumentation sehr authentisch und gewährt tiefe Einblicke in die Psyche von Jugendlichen während der Pubertät. Themen wie Ablösung vom Elternhaus, Identitätssuche, Freundschaft und Intimität, Umgang mit Sexualität und Alkohol kommen unmittelbar aus der Sicht der Betroffenen zur Sprache; im Unterricht können so die entsprechenden Erkenntnisse gemeinsam erarbeitet werden.
Können sich die Schüler mit einem der vier Hauptakteure identifizieren? Was finden sie in Bezug auf den Umgang der Jugendlichen mit ihren Eltern gut, was eher nicht? Wie sehen Regeln bei den Schülern zuhause aus? Werden sie von den Eltern verstanden, verstehen sie manche Verhaltensweisen der Eltern? Wie werden Konflikte ausgetragen? Was zeichnet einen guten Freund/eine gute Freundin aus? Ab wann gehören Sexualität und Zärtlichkeit zwischen Mädchen und Jungen dazu? Wie sollten Jugendliche mit Alkohol und Rauchen umgehen? Ab wann beginnt eine „Sucht“?

Eine Weiterarbeit in Gruppen zu einzelnen Themenschwerpunkten ist denkbar. Die Jugendlichen können sich gegenseitig mit Tablets filmen und ihren Alltag darstellen.
Oder es können Präsentationen mit der App „Explain Everything“ erstellt werden. Je nach unterrichtlicher Gestaltung werden verschiedene Felder der Medienbildung wie Kommunikation und Kooperation, Produktion und Präsentation aber auch Persönlichkeits-, Urheber-, Lizenzrecht und Datenschutz einbezogen.

 

Mediensammlung: Zeit der Wunder

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