YouTube: Neue Richtlinien gegen Fake News, Hatespeech und Co.

Sascha Schmidt

Keine Werbeeinnahmen mehr für bedenkliche Kanäle

YouTube aktualisiert seine Richtlinien und kündigt an, zukünftig stärker gegen Hatespeech, Fake News und andere diskriminierende Inhalte vorzugehen.

Hatespeech und Extremismus sind Phänomene, die auf YouTube durchaus verbreitet sind. Gerade durch die Popularität der Plattform bei Kindern und Jugendlichen nutzen unter anderem extremistische Gruppen YouTube ganz bewusst, um ihre Ideologien zu verbreiten. In einem Blogbeitrag gibt der Mutterkonzern Google nun bekannt, die Video-Richtlinien an mehreren Stellen zu aktualisieren. Dies betrifft auch das mögliche Entfernen von Videos mit bedenklichen Inhalten. Bislang wurden entsprechende Videos größtenteils geduldet. Die Sanktionen seitens YouTube bezogen sich meist nur darauf, Funktionen wie das Teilen, Kommentieren und Empfehlen einzuschränken. Mit der angekündigten Aktualisierung verbietet YouTube fortan generell Videos, die in irgendeiner Form Gruppen oder Einzelpersonen aufgrund von Eigenschaften wie Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion oder sexueller Neigung diskriminieren oder ausgrenzen. Dazu zählen auch Videos, die historisch dokumentierte Ereignisse wie beispielsweise den Holocaust leugnen und die nationalsozialistische Ideologie fördern. Kanäle, die wiederholt hasserfüllte Inhalte aufweisen, sollen generell vom YouTube-Partnerprogramm ausgeschlossen werden. Dies bedeutet, dass die Betreiber keine Werbeanzeigen mehr auf ihrem Kanal schalten und auch keine anderen Monetarisierungsfunktionen mehr nutzen können. Dennoch ist sich YouTube bewusst, dass einige dieser Inhalte beispielsweise für die Forschung nach wie vor interessant sind. Daher prüft der Konzern Möglichkeiten, jene Videos für wissenschaftliche Zwecke weiterhin zur Verfügung zu stellen.

Auch gegen Fake News möchte YouTube zukünftig stärker vorgehen. So sollen Videos, die aufgrund von Falschinformationen gegen die YouTube-Richtlinien verstoßen, in ihren Empfehlungsmöglichkeiten eingeschränkt werden. Zusätzlich sollen Zuschauer/-innen solcher Videos gezielt Empfehlungen von verifizierten und vertrauenswürdigen Kanälen erhalten.

Die technische Umsetzung der neuen Richtlinien von YouTube hat bereits begonnen und soll in den nächsten Monaten schrittweise erweitert werden.

Mehr Informationen zu sozialen Netzwerken finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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