Vorlesen durch interaktive Kinderbücher bereichern

Corinna Kirstein

Kinder, denen früh vorgelesen wird, lernen auch eher sprechen und sich in Medien zu präsentieren.

Den Kindern Zeit schenken

Die gemeinsame Betrachtung von Bilderbüchern bzw. das Vorlesen aus Kinderbüchern fördert bei Kindern grundlegende Kompetenzen wie Sprachentwicklung, Kreativität und Fantasie. Ob zu Hause oder in der Kita: Kinder, denen von klein auf vorgelesen wird, lernen schneller lesen, schreiben und sprechen. Sie haben eine größere Vorstellungskraft, entwickeln leichter Text- und Sinnverständnis und können sich früher ausdrücken. Gestärkt werden Motivation, Neugierde und die Fähigkeit, eigenständig Erfahrungs- und Wissenshorizonte zu erweitern. Die Figuren und Rollen der Geschichten berühren die Kinder emotional und helfen dabei, Mitgefühl auszubilden, Vorbilder für Ideale zu finden und gesellschaftliche Werte schätzen zu lernen. Die Bilder und Farben erwecken Aufmerksamkeit, Kreativität und Gestaltungsvermögen. Insgesamt sind Kinder, denen durch die gemeinsame Lektüre rechtzeitig Gedanken vermittelt werden, konzentrierter und können Zusammenhänge und Sachverhalte besser erkennen. Kinder, die sich frühzeitig äußern können, erlangen Selbstvertrauen und werden von ihren Mitmenschen besser wahrgenommen.  

Interaktive Kinderbücher 
Medien können sozial-menschliche Nähe wie das persönliche Vorlesen zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Interaktive Kinderbücher mit Lesestiften und Bilderbuchkinos bieten lebendige Gestaltungsformen. Sie ermöglichen nicht nur den Blick in die dreidimensionale Welt, sondern sprechen die jungen Entdecker direkt an: Tierbilder bekommen Laute, Gegenstände Geräusche und Personen Stimmen. 
Bilderbuchkinos eignen sich, um eine größere Anzahl an Kindern einzubinden: Sie bringen Kinderbuchbilder mit einem Beamer auf die Leinwand und verstärken so das Hör- und Seh-Erlebnis. Zudem lassen sich dabei die Redebeiträge der Kinder dialogisch miteinbeziehen.
Auch Hörbücher fördern zentrale Schlüsselkompetenzen wie das Zuhören und die Aufmerksamkeit. 

Pädagogische Kriterien für die Auswahl geeigneter Kinderbücher und Medien

  • Wichtig ist, die Medien altersgerecht zu wählen, damit die Kleinen dem erzählten Ereignis folgen können: Angebracht sind kurze Sätze, verständliche Wortwahl, überschaubare Texteinheiten, inhaltlich klare, kompakte, chronologisch dargestellte Geschichten und kindgerechte Situationen. 
  • Glaubwürdige Figuren, mit denen sich Kinder identifizieren können, erregen das Interesse.
  • Die Medien sollten positive Botschaften und Werte vermitteln wie zum Beispiel Respekt gegenüber Menschen und Tieren sowie Umweltbewusstsein.
  • Die eingesetzten multimedialen Elemente sollten gezielt auf die Geschichte, ihren Sinn und ihre Handlungsdynamik abgestimmt sein bzw. zum jeweils Dargestellten passen und nicht ablenken.
  • Medien, die Lieder enthalten, animieren zum Singen und Bewegen. Werden alle Sinne des Kindes miteinbezogen, lernt es lieber. 
  • Mehrsprachige Lesestunden und Medien fördern die interkulturelle Kompetenz.
  • Bücher und Medien auswählen, die zu weiteren Aktionen anregen: Knetfiguren, Theater-/Rollenspiele, erste Tonaufnahmen und gemalte Bilder des Kindes, die im Anschluss an das Medienerlebnis oder währenddessen entstehen, fördern die Kreativität und das Verstehen.
  • Medien aussuchen, die Kinder schrittweise auf den Umgang mit Medien vorbereiten 


Mehr in unserer Broschüre „Die Welt entdecken – Medien gehören dazu“


Hier eine Auswahl an je nach Kreis bei den Medienzentren erhältlichen „Bilderbuchkinos“:
https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/sesam-mediathek/medienlisten/zu-allgemeinen-themen/spezielle-themen/bilderbuchkinos/

Weitere Tipps des LMZ zur Hörspielarbeit: 
www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/medienwissen/audio/radio/radioarbeit-mit-kindern-und-jugendlichen

Zuhörförderung im Projekt „Ohrenspitzer“:
www.ohrenspitzer.de

Zur Online-Version der Broschüre „Die Welt entdecken – Medien gehören dazu“

Bestellung der kostenfreien Printbroschüre

Datenbank des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) „Apps für Kinder“

Corinna Kirstein

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