Videospielsucht als Krankheit anerkannt

Scarlett Rybarczyk
Junge spielt ein Computerspiel

GettyImages/Milan_Jovic

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die „Gaming Disorder" in ihr Verzeichnis auf.

Bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf gab die WHO bekannt, die Videospielsucht nun offiziell als Krankheit anzuerkennen und in den internationalen Katalog der Gesundheitsstörungen aufzunehmen. Diskussionen darüber gab es schon seit längerer Zeit, da Mediziner bei der Diagnose immer wieder an ihre Grenzen stießen. Klare, global geltende Kriterien von der WHO sollen nun eine Einstufung der Sucht erleichtern und bessere Therapieangebote schaffen. Zudem hofft man auf eine Verstärkung der Forschung über stärkere verbeugende Maßnahmen. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen künftig die Kosten für eine entsprechende Therapie übernehmen.

Für die WHO sind klare Anzeichen einer Spielsucht, wenn etwa das Spielen anderen Aktivitäten, trotz negativer Auswirkungen, vorgezogen wird. Als negative Auswirkungen gelten zum Beispiel eine sinkende Leistung im Beruf oder der Schule. Aber auch wenn sich das Spielen auf den Schlafrhythmus oder die Ernährung auswirkt, kann dies laut WHO Anzeichen einer Spielsucht sein.

Rund 560.000 Deutsche gelten als internetabhängig, wobei einen Teil davon die Gamer ausmachen, die die Kontrolle über ihr Spielverhalten verloren haben. Die Anerkennung der Krankheit durch die WHO stellt einen wichtigen Schritt dar, der zukünftig Hilfe für Spielsüchtige verspricht.

Mehr Informationen zum Thema Digitale Spiele finden Sie hier.

Scarlett Rybarczyk

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