Stiftung Warentest: Kinderschutz in Spiele-Apps inakzeptabel

Sascha Schmidt
Screenshot aus Clash of Clans

Screenshot aus Clash of Clans | "Clash of Clans" Supercell Oy

14 beliebte Spiele-Apps im Test

Stiftung Warentest hat 14 beliebte Spiele-Apps in Sachen Kinderschutz unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Keine der getesteten Spiele-Apps ist für Kinder geeignet.

Das Angebot an Spiele-Apps ist riesig und viele der Apps werden bereits für Kinder ab 0 Jahren angeboten. So auch einige der Spiele-Apps, die Stiftung Warentest geprüft hat. Getestet wurden beliebte Spiele-Apps wie beispielsweise Minecraft, Fortnite und Clash of Clans. Die höchste Altersempfehlung im Test lautete „ab zwölf Jahre“. Stiftung Warentest kommt zu dem Ergebnis, dass sie keine einzige der getesteten Apps empfehlen können. Den Kinderschutz stufen sie bei 13 der 14 Apps sogar als inakzeptabel ein.

Beim Test stellten sie folgende Gefahren fest: Verweise auf Pornoseiten, rechtsextreme Nutzernamen von Mitspielerinnen und Mitspielern, Spielinhalte, die auf das Töten von „bösen Juden“ abzielen, und Werbung für Computerspiele ab 18 Jahren. Nahezu alle Apps sind gratis erhältlich, lediglich Minecraft kostet einmalig 7,99 Euro. Dennoch verdienen viele Apps ihr Geld mit In-App-Käufen, die laut Stiftung Warentest teils intransparent gestaltet sind und durch fiktive In-Game-Währungen tatsächlich getätigte Ausgaben verschleiern. Auch beim Thema Datenschutz versagen viele der geprüften Apps und erheben wesentlich mehr Nutzerdaten als sie zum Funktionieren benötigen. Laut DSGVO müssen Apps, die sich an Kinder richten, die Datenschutzerklärungen so formulieren, dass sie auch von Kindern verstanden werden. Hieran hielt sich keine der getesteten Apps. Ein Fachjurist fand zudem heraus, dass zehn der 14 getesteten Apps deutliche Mängel in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen aufweisen.

Das sollten Eltern beim Umgang mit Spiele-Apps beachten

Für Eltern hält Stiftung Warentest folgende Tipps für einen sicheren Umgang mit Spiele-Apps bereit:

  1. Eltern sollten in den Einstellungen des App-Store ein Passwort einrichten, sodass ihre Kinder nicht sämtliche Apps einfach herunterladen können.
  2. In den Einstellungen der App Stores lassen sich In-App-Käufe generell deaktivieren.
  3. Sofern es die App erlaubt, sollten die Kinder offline spielen. So wird die Anzeige von Online-Werbung verhindert und die Kinder können keine In-App-Käufe tätigen.
  4. Kindersicherungs-Apps können dabei helfen, Rahmenbedingungen wie die tägliche Spieldauer zu begrenzen.
  5. Eltern sollten die Sicherheitseinstellungen der Kinder-Smartphones regelmäßig kontrollieren. Nur so können sie sicherstellen, dass diese nicht bereits von den Kindern ausgehebelt wurden.
  6. Ein gemeinsamer Mediennutzungsvertrag zwischen Kindern und Eltern kann Rahmenbedingungen wie die tägliche Spieldauer festlegen und somit unnötige Diskussionen verhindern.

Weitere Informationen zu digitalen Spielen finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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