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Schüler-Medienmentoren machen sich fit in Sachen YouTube, Datenschutz und Hatespeech

Schüler-Medienmentoren machen sich fit in Sachen YouTube, Datenschutz und Hatespeech

Stuttgart/Osterburken. Wie funktioniert Werbung auf YouTube? Was ist Hate Speech und wie können Schülerinnen und Schüler Anfeindungen im Netz begegnen? Und wie kann man private Daten online überhaupt schützen? Darüber haben sich vor kurzem rund 90 Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren (Smepper) aus dem Neckar-Odenwald-Kreis informiert. Ihr Ziel: Jüngere Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule im Umgang mit der digitalen Welt fit zu machen.

Zusammen mit Lehrkräften ging es Ende Mai 2019 im Rahmen des Schüler-Medienmentoren-Programms (SMEP) 2019 für einen Tag in das Ganztagsgymnasium Osterburken. Auf dem Programm stand, sich auszutauschen, in Workshops Neues zu lernen und die eigenen Projekte vorzustellen. Mit dabei waren Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren der Abt Bessel Realschule in Buchen, des Burghardt-Gymnasiums in Buchen, des Eckenberg-Gymnasiums in Adelsheim, des Ganztagsgymnasiums in Osterburken, der Konrad von Dürn Realschule in Walldürn und des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums in Mosbach. 

„Bei Medienbildung in der Schule kommt es nicht nur darauf an, die technische Seite zu berücksichtigen und aufzustocken. Wichtig ist auch, den Schülerinnen und Schülern die notwendige Medienkompetenz zu vermitteln, mit der Technik verantwortungsbewusst umzugehen“, so die Schulleiterin des Ganztagsgymnasiums Osterburken und Gastgeberin des SMEP-Tages Regina Krudewig-Bartel. Die ausgebildeten Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren unterstützen die Medienbildung an ihren Schulen und bringen anderen Jugendlichen auf Augenhöhe einen kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien bei. Wie dies in der Praxis aussieht, präsentierten die Smepper selbst und berichteten über die Projekte, die sie bereits durchgeführt oder geplant haben, sowie über ihre Erfahrungen, Schwierigkeiten und Lösungswege.

Die Schülerinnen und Schüler hatten zudem Gelegenheit, an drei Workshops zu den Themen Hate Speech, Datenschutz und Werbeformen bei YouTube teilzunehmen. Neben der fachlichen Weiterbildung der Smepper erhielten sie auch Tipps, wie sie selbst die Themen für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler aufbereiten können. „Im Workshop habe ich gelernt, wie ich das Thema mit jüngeren Schülern ansprechen kann. Ich kann thematisieren, wo überall auf YouTube Werbung platziert wird, für was Werbung gemacht wird und welche Arten von Werbung existieren. Dabei kommen natürlich gerade für jüngere Schüler manche Video-Beispiele, wie nicht jugendfreie Sachen, nicht in Frage“, sagte Marius vom Nicolaus-Kistner-Gymnasium in Mosbach. Seine Smepper-Kollegin Linda vom Mosbacher Nicolaus-Kistner-Gymnasium lernte im Hatespeech-Workshop, woran man Hasskommentare erkennt und wie man dagegen vorgehen kann: „Mit den Memes dagegen zu argumentieren, fand ich sehr besonders witzig. Diese Übung kann man gut mit jüngeren Schülern machen. Denen muss man generell erklären, wie man sich dagegen wehren kann.“

Für die Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter/-innen gab es einen Workshop zur schulischen Umsetzung von SMEP. Christian Eger, Lehrer an der Abt Bessel Realschule in Buchen, berichtete: „Die Smepper haben an unserer Schule bereits über das Thema Medienbildung und Medienerziehung referiert und das kam sowohl bei den jüngeren als auch bei den älteren Schülerinnen und Schülern sehr gut an.“ Bereits im kommenden Schuljahr sollen neue Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren an der Schule ausgebildet werden.

SMEP – Ein Erfolgsprogramm seit rund 15 Jahren
Das Schüler-Medienmentoren-Programm wird mit zwei Schwerpunkten angeboten: Im SMEP Classic-Kurs werden die Schüler/-innen in den Modulen Mediengestaltung, Audio, Video, Programmieren und Präsentation ausgebildet. Der Jugendmedienschutz-Kurs beinhaltet u.a. die Themen Datenschutz und Urheberecht, Fake News, Hate Speech, Big Data, Soziale Netzwerke, (Cyber-)Mobbing sowie Smartphone und Apps. Das Programm wird bereits seit 2006 an baden-württembergischen Schulen durchgeführt. In der Regel werden in rund 50 Kursen pro Schuljahr zwischen 600 und 700 Smepper in einem der beiden Schwerpunkte ausgebildet.

Ausgestattet mit zusätzlichen Kenntnissen über Projekt- und Teammanagement organisieren die ausgebildeten Smepper Angebote für Mitschüler/innen. Sie können ihnen auf Augenhöhe begegnen und sie zu einem reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien anregen. So halten qualifizierte Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren Sprechstunden zu digitalen Medien und Mediendiensten ab, gestalten Unterrichtseinheiten zu Themen des Jugendmedienschutzes für jüngere Klassenstufen, beteiligen sich inhaltlich an Elternabenden oder helfen bei Präsentationen und dem Medieneinsatz im Unterricht. Sie tragen damit zur Stärkung der Medienbildung in der jeweiligen Schule sowie zur mehr Medienkompetenz bei den Mitschülerinnen und Mitschülern bei, verknüpfen den Schulalltag mit der Lebenswelt der Jugendlichen und damit auch mit der ganzen digitalen Gesellschaft. 

Schulen können sich jetzt für SMEP anmelden

Schulen, die ausgewählten Schülerinnen und Schülern eine Ausbildung zum/ zur Schüler-Medienmentor/in ermöglichen möchten, können sich jetzt unter folgendem Link für das kommende Schuljahr anmelden: smep.kindermedienland-bw.de/de/startseite/anmeldung/. Rückfragen zum Programm beantwortet Ansprechpartnerin Birte Rosink unter Telefon 0711-2850- 877 bzw. per E-Mail an rosink@lmz-bw.de. 

Das Schüler-Medienmentoren-Programm (SMEP) wird im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) koordiniert und mit den Stadt- und Kreismedienzentren im Land angeboten. 

Das Schüler-Medienmentoren-Programm ist Teil der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg. Die Initiative wird vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg im Auftrag des Staatsministeriums Baden-Württemberg durchgeführt. Das Ziel der breit angelegten Initiative der Landesregierung ist es, die IT- und Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und anderen Erziehungsverantwortlichen im Land zu stärken. Mit der Initiative werden die zahlreichen Projekte, Aktivitäten und Akteure im Land gebündelt, vernetzt und durch feste Unterstützungsangebote ergänzt sowie eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für die Themen Medienbildung und -erziehung geschaffen. Träger sind neben der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) die Landesanstalt für Kommunikation (LFK) und das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ).


Bildquelle: LMZ

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