PISA-Studie 2018 – Lesen in der digitalen Welt

Madeleine Hankele-Gauß
Schülerinnen und Schüler lesen am Laptop, Tablet und im Buch

Getty/seb_ra

Computergestützter Test von 600.000 Jugendlichen weltweit

Fakt oder Fake? Bewusste Falschmeldungen, Verschwörungstheorien oder Hatespeech können heute in Sekundenschnelle millionenfach verbreitet werden. Wer in der digitalen Welt zwischen Tatsachen und Meinungen unterscheiden will, muss vor allem eines können: lesen.

Wie es um die Lesekompetenz der 15-jährigen Schüler/-innen bestellt ist, hat die kürzlich erschienene PISA-Studie 2018 schwerpunktmäßig untersucht. Hierfür absolvierten 600.000 Jugendliche weltweit – darunter rund 5.500 aus Deutschland – computergestützte Tests mit neuen digitalen Textformen und Testformaten. Die Urheber der PISA-Studie passten die Tests damit an die veränderten Erfordernisse einer digitalen Welt an. In dieser gewinnen neue Textformen wie Suchmaschinenergebnisse, Websites oder Postings in sozialen Netzwerken an Bedeutung.

PISA-Lesekompetenz: Deutschland belegt Platz 20 von 79

Mit ihren Leseleistungen belegen die deutschen Schüler/-innen diesmal Platz 20 von 79. Damit sinkt Deutschland auf das Niveau der PISA-Studie 2009 ab. Laut Studie erreichen 79 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland die Stufe 2 der Lesekompetenz. Diese Kompetenzstufe stellt eines der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen dar, das alle Schüler/-innen am Ende der Sekundarstufe I erreicht haben sollen. Nur einer von zehn deutschen Jugendlichen liest hingegen auf dem Niveau der Kompetenzstufe 5 oder 6. Durchschnittlich erzielten in Deutschland zwei Prozent mehr der 15-Jährigen diese beiden Kompetenzstufen als in den anderen PISA-Ländern.

Nur einer von zehn Jugendlichen kann zwischen Tatsachen und Meinungen unterscheiden

Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch: 90 Prozent der 15-Jährigen können in längeren, ihnen unbekannten Texten mit teils abstrakten Inhalten nicht zwischen Tatsachen und Meinungen unterscheiden. Immerhin noch 20 Prozent der untersuchten Jugendlichen haben sogar Schwierigkeiten damit, die Hauptaussage eines mittellangen Textes zu erkennen oder einen Bezug zwischen Texten und eigenem Wissen herzustellen.

Lesekompetenz ist der Führerschein, um auf der digitalen Informationsautobahn des 21. Jahrhunderts nicht die Spur zu verlieren. Wer diesen Führerschein – also zumindest eine Lesekompetenz auf Stufe 2 – nicht vorweisen kann, wird es in Zukunft schwer damit haben, sich in hohem Tempo neue Informationen zu beschaffen, diese einzuordnen und zu beurteilen. Starten Sie jetzt mit Ihren Schülerinnen und Schülern durch: Mit unseren Unterrichtsmaterialien zu Informationskompetenz und Kommunikation im Netz.

 

PISA-Studie 2018: Ländernotiz für Deutschland

PISA-Studie 2018: Ergebnisse (Band 1)

Grafik: Hauptergebnisse von PISA 2018

Madeleine Hankele-Gauß

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