Medienwirkung in der frühen Kindheit 

Corinna Kirstein
Cute little girl using laptop

Kinder begreifen die Welt zum großen Teil durch Medien

Kinder brauchen Vorbilder

Ob Baby, Kleinkind oder Kind im Kindergarten bzw. in der Grundschule: Mädchen und Jungen reagieren in den einzelnen Entwicklungsstufen sehr unterschiedlich auf Medien. Erwachsene spielen dabei eine wichtige Rolle. Schließlich helfen sie den Kindern in diesem Alter sehr, eine Grundlage für Medienkompetenz zu entwickeln. Zudem kommt ihnen die Aufgabe zu, gemeinsam mit den Kindern deren Medienerlebnisse aufzuarbeiten.

Im Einzelnen durchlaufen Kinder die folgenden Entwicklungsstufen: 

  1. Babys reagieren bereits auf Lichter und Geräusche mit Angst oder Freude. Nach einem halben Jahr schon nehmen sie wahr, wie sich Eltern und Geschwister z.B. über Bilder austauschen, und entwickeln Interesse, Medien zu entdecken. 
  2. Im Kleinkindalter merken die Kinder, dass sie bspw. schon durch das Drücken von An-Tasten ihre Welt beeinflussen und heller, bunter oder lauter machen können. Sie beginnen, sich in Beziehung zu Figuren aus Bildergeschichten zu setzen. Beim Malen erahnen sie den Unterschied zwischen Realität und fiktiven Darstellungen in Medien.
  3. Spätestens im Kindergartenalter lernen die Kleinen, auch Handlungsabläufe und inhaltliche Botschaften zu verstehen. An der Seite der Helden ihrer Lieblingssendungen erleben sie Freude und Mitgefühl.
  4. Neben den Medienfiguren rücken im Grundschulalter zudem Themen wie Freundschaft und Geschlechterrollen ins Zentrum. Zum Unterhaltungsbedürfnis kommt das Interesse an Informationen aus den Medien hinzu. Im Austausch mit Gleichaltrigen lernen die jungen Schülerinnen und Schüler, über Medien zu interagieren, zu kommunizieren und zu gestalten.

Erwachsende haben Vorbildfunktion

Kinder eignen sich Medien u.a. durch Beobachten, Erforschen, Experimentieren und Nachahmen an. Eltern, Geschwister, Angehörige und Betreuer/-innen sind Vorbilder und beeinflussen mit ihrem Medienverhalten (Tablet, Smartphone, Fernsehen) auch das der Kinder. Sie entscheiden, welche Medien altersgerecht und anregend wirken können. Kinder vor Ende des dritten Lebensjahres sind mit Bildschirminhalten überfordert. Auch danach sollten die Medienzeiten begrenzt und die Inhalte ausgewählt sein. Die Kinder sollten daher nicht einfach vor den Geräten „geparkt“ werden. Gerade die Begleitung von Seiten der Familie ist grundlegend für die Medienkompetenzen des Kindes und stärkt die soziale Einbettung. Die Kleinsten benötigen unsere Unterstützung, um sich in der Medienwelt zurechtzufinden. Im Kindesalter sollte der Medieneinsatz immer gemeinsam erfolgen und in einer Nachbesprechung reflektiert werden. 

Pädagogische Handlungsmöglichkeiten

  • Familien und pädagogischen Fachkräfte sollten alle Medienerlebnisse der Kinder gemeinsam mit ihnen aufzuarbeiten, indem sie 
  • mit dem Kind direkt im Anschluss an das Gehörte und/oder Gesehene Gespräche führen, z.B. fragen, was ihm gefallen hat, 
  • über Chancen und Risiken der Medienwelt aufklären,
  • Regeln verdeutlichen (z.B. Recht am eigenen Bild, Respektieren der anderen, nicht zu viel im Netz preisgeben),
  • Orientierung geben und Wegweiser sind,
  • das Kind Lieblingshelden malen lassen und fragen, was die Helden so besonders macht (stärkt das Ausdrucksvermögen, über Gefühle, Werte, Sichtweisen und Motivationen zu sprechen und Anerkennung zu finden), 
  • Medienhelden des Kindes in den Alltag einbeziehen (bspw. ermunternde Worte wie „denk an XY, der/die hat das geschafft, das kannst du auch“), 
  • gemeinsam die schönsten Momente von Geschichten in Rollenspielen nachspielen,
  • auf Bilder achten, die das Kind malt (sie verraten, was es beschäftigt) und
  • beachten, ab welchem Alter ein Film freigegeben ist (die für das Verständnis von komplexen Filmen nötige Fähigkeit, verschiedene Perspektiven einzunehmen, können Kinder noch nicht vollständig leisten).

In der Broschüre  „Die Welt entdecken – Medien gehören dazu“ werden die hier dargestellten Aspekte vertieft und  weitere Formen des Medieneinsatzes in der KiTa vorgeschlagen, z.B.

  • durch die Beschäftigung mit Kinderbüchern die Sprach- und Ausdruckskompetenzen des Kindes auszuprägen (als Basis für Medienkompetenz, die ihrerseits wiederum das Sprachvermögen stärkt),
  • den kreativen Einsatz von Medien zu fördern, damit das Kind sich die Medien zu eigen machen kann (Bilder und kleine Filme mit Tablets erstellen, Hörspiele aufnehmen), 
  • mit kindgerechten Apps die Welt zu erforschen (Karten, Sterne, Tiere usw.) sowie
  • kleine Roboter (Blue-Bots bei den Medienzentren im Verleih) und
  • einfache Programme (Geschichten programmieren mit Scratch o.Ä.) einzusetzen.

Zur Online-Version der Broschüre „Die Welt entdecken – Medien gehören dazu“

Bestellung der Printbroschüre

Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für baden-württembergische Kindergärten

Beratungsstelle des LMZ

Corinna Kirstein

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